Schweiz
14.02.2018 15:29

BAV: Strafanzeige gegen Postauto und Post

  • Die Postauto-Sparte der Schweizerischen Post hat den Steuerzahler um mehr als 78 Millionen Franken betrogen. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) unter Direktor Peter Füglistaler hat wegen des Buchhaltungsskandals Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht.
    Die Postauto-Sparte der Schweizerischen Post hat den Steuerzahler um mehr als 78 Millionen Franken betrogen. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) unter Direktor Peter Füglistaler hat wegen des Buchhaltungsskandals Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht. | KEYSTONE/ANTHONY ANEX
POST ⋅ Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat am Mittwoch Strafanzeige wegen des Buchhaltungs-Skandals bei Postauto eingereicht. Die Anzeige ging an die Bundesanwaltschaft und die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern. Sie richtet sich gegen Unbekannt.

Daneben verzeigte das Bundesamt als Aufsichtsorgan über subventionierte Geschäfte alle möglicherweise in Frage kommenden Organe der Schweizerischen Post AG und der Postauto AG, wie es am Mittwoch mitteilte. Die Anzeige war bereits im Vorfeld angekündigt worden.

Mögliche Straftatbestände sind Verletzungen des Verwaltungsstrafrechts, Betrugs- und Urkundendelikte sowie ungetreue Geschäfts- respektive Amtsführung. Die Postauto AG hatte jahrelang rechtswidrige Gewinnumbuchungen vom subventionierten in den nicht-subventionierten Bereich vorgenommen.

Wie BAV-Kommunikationsleiter Andreas Windlinger auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte, ist die Anzeige bewusst offen formuliert. Unter die anzeigten "Organe" fallen demnach Verwaltungsrat, Geschäftsleitung, Revision und alle möglichen weiteren Involvierten.

Es sei nun Aufgabe der Bundesanwaltschaft herauszufinden, wer an den Machenschaften beteiligt gewesen oder über sie Bescheid gewusst haben könnte, sagte Windlinger. Er unterstrich, das BAV überprüfe bei Postauto nur die korrekte Verwendung der Subventionen. Am Mittwoch tagte der Post-Verwaltungsrat unter Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller.

Zu hohe Subventionen erschlichen

Die Postauto Schweiz AG bezog mindestens zwischen 2007 und 2015 zu hohe Subventionen von Bund und Kantonen, wie das BAV im Rahmen seiner Revision feststellte.

Der Trick der Post-Tochter bestand darin, Erträge aus dem subventionierten Regionalen Personenverkehr in der Sparte "Übriges" zu verbuchen. Bei der Berechnung der nicht gedeckten Kosten, die von Bund und Kantonen getragen werden, resultierte so jeweils ein zu hoher Betrag. Gewinne aus dem subventionierten Personenverkehr sind gesetzeswidrig.

Offenbar hatte die Postauto AG Gewinnziele erhalten. Da sie indessen 85 Prozent des Umsatzes im Regionalen Personenverkehr macht, bleibt nur ein kleiner Geschäftsteil zur Gewinngenerierung.

Das Unternehmen muss Bund und Kantonen 78,3 Millionen Franken zurückzahlen. Die Post untersucht intern, wie und warum es zu den Unregelmässigkeiten gekommen war. (sda)

Meist gelesene Artikel

Optimal sind sieben Stunden: Zu wenig Schlaf ist ungesund - zu viel aber auch. (Symbolbild)
GESUNDHEIT

Schlafmanko lässt sich später ausgleichen

Unterschächen: Zwei junge Frauen stürzen 100 Meter Hang hinunter

Das Feuer im Europapark konnte am Abend unter Kontrolle gebracht werden.
EUROPAPARK

Europapark öffnet nach Grossbrand wieder

Das freut Kriminelle: Die Staatsanwaltschaften in der Schweiz sind laut eigenen Angaben überlastet und können nicht allen Fällen nachgehen. (Symbolbild)
PRESSESCHAU

Sonntagspresse über Justiz und Beizensterben

Der FC Liverpool von Jürgen Klopp war in Kiew auch vom Glück verlassen
CHAMPIONS LEAGUE

Es war nicht der Abend von Liverpool

Über den Hindenburgdamm fuhren am Samstag weniger Züge als normal. Grund waren abgesackte Schienen, die den Transport von Sylt-Besucherinnen und -Besuchern erschwerten. (Archiv)
DEUTSCHLAND

Ferieninsel Sylt von Bahnproblemen geplagt

Luzern: Alleinerziehende Mutter einer Schweizerin sollte ausgewiesen werden - weil sie Sozialhilfe bezog

Die Gewinner des Schweizer Mini-Unternehmer-Wettbewerbs: Schüler der Kantonsschule Hottingen aus Zürich.
UNTERNEHMERTUM

Züricher Pasta ist bestes Mini-Unternehmen

"Dampfwalze" Michael Frey: Ein Berner ist der Hoffnungsträger des FCZ
CUPFINAL

Ludovic Magnins Appell vor dem Cupfinal

Keiner gewann die Champions League öfter: Cristiano Ronaldo
CHAMPIONS LEAGUE

Ronaldos Rekord mit fünf Siegen

Zur klassischen Ansicht wechseln