Schweiz
14.02.2018 09:11

Rosen-Liebesgrüsse aus fairem Handel

  • Heute hoch im Kurs: Rote Rosen, einige davon aus fairem Handel.
    Heute hoch im Kurs: Rote Rosen, einige davon aus fairem Handel. | KEYSTONE/EPA/DANIEL IRUNGU
VALENTINSTAG ⋅ Ausdruck der Liebe zum Valentinstag ist meist ein Strauss roter Rosen.

Von allen in der Schweiz angebotenen Rosen stammen aber nur die Hälfte aus fairem Anbau und sind mit dem Fairtrade Label von Max Havelaar ausgezeichnet, sagt Melanie Dürr von Max Havelaar.

Importeure, die bei Fairtrade-zertifizierten Farmen in Kenia, Tansania oder Ecuador fair produzierte Rosen bestellen, bezahlen fix 10 Prozent mehr für diese Blumen.

Die sogenannten Fairtrade-Prämien gehen direkt auf ein Konto bei den Blumenfarmen. Die Arbeiterinnen und Arbeiter auf der Farm wählen Vertreter in ein Fairtrade-Premium-Comittee, welches Vorschläge ausarbeitet, was mit dem Geld zu geschehen hat. Diese Vertreter werden für ihre Aufgabe gezielt in Projektmanagement geschult.

Das Komitee legt seine Vorschläge der Arbeiterversammlung zur Abstimmung vor. So hat jüngst auf einer Farm in Kenia das Komitee vorgeschlagen, aus dem Prämientopf einen Bus zum Transport der Arbeiterinnen und Arbeiter zu bezahlen, wie Melanie Dürr von Max Havelaar erzählt.

Die Versammlung hat den Vorschlag grundsätzlich für gut befunden, jedoch angeregt, dass der Bus auch für weitere Transportleistungen genutzt und damit effizienter eingesetzt werden könne. "Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass die Arbeiter sehr genaue Vorstellungen haben, was mit dem Geld geschehen soll", sagt Dürr.

Mit den Mitteln aus dem Fairtrade-Prämientopf werden in der Regel Transportmittel, Strassen, Schulhäuser oder medizinische Leistungen finanziert, aber häufig auch Mikrokredit-Projekte. Wichtig sei zudem die Finanzierung von Weiterbildungen, wie Computerkurse für die Arbeiterinnen und Arbeiter. Darüber hinaus schätzen die Arbeiter vor allem Stipendien, mit denen die weitergehende Schulbildung ihrer Kinder sicher gestellt wird.

Als Paradebeispiel für die Verwendung der Prämie führt Dürr ein Frauenspital mit Geburtenabteilung an, für das in Naivasha die Fairtrade-Prämien-Komitees von mehreren Farmen zusammen gespannt haben. "Damit profitieren nicht nur die Arbeiterinnen und Arbeiter selbst, sondern die Lebensbedingungen ganzer Gemeinschaften werden konkret verbessert", erklärt Dürr.

Auf den Farmen arbeiten meist zwischen 1000 und 3500 Angestellte in langfristigen Beziehungen. Zertifiziert ist die ganze Farm, aber je nach Kundennachfrage werden nur zwischen 30 und 40 Prozent der Produktion auch mit dem Fairtrade-Label verkauft.

Auf diesen Anteil werden jene 10 Prozent aufgeschlagen, die dann in den Fairtrade-Prämientopf fliessen. Dadurch kommen pro Farm je nach Fairtrade-Anteil zwischen 30'000 und mehr als 100'000 Euro pro Jahr zusammen. (sda)

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