International
Lade Login-Box.
26.11.2021 05:29

Aufruhr auf den Salomonen dauert an

  • Ausschreitungen haben auch am Freitag die Salomon-Inseln im Südpazifik erschüttert.
    Ausschreitungen haben auch am Freitag die Salomon-Inseln im Südpazifik erschüttert. | KEYSTONE/AP/Piringi Charley
UNRUHEN ⋅ Politische Unruhen haben auch am Freitag den Pazifikstaat Salomonen erschüttert. Plünderer zogen durch mehrere Viertel der Hauptstadt Honiara, setzten Gebäude in Brand und räumten Geschäfte leer, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Tausende Menschen, teils mit Äxten und Messern bewaffnet, marschierten durch Geschäftsviertel sowie durch die Viertel China Town und Point Cruz.

In Chinatown setzte die Menge ein Lagerhaus in Brand, was eine Explosion auslöste und zahlreiche Menschen in die Flucht trieb. Es gab auch Berichte über ein in Flammen stehendes Tabaklager. Rauchschwaden hüllten die Hauptstadt in beissenden Dunst.

Anhaltende Proteste

Die gewaltättigen Proteste waren am Mittwoch aufgeflammt. Die Demonstranten fordern den Rücktritt von Regierungschef Manasseh Sogavare. Am Freitag feuerte die Polizei Tränengas und Warnschüsse ab, um zu verhindern, dass Plünderer die Privatresidenz von Sogavare stürmten.

Auf Bitten Sogavares entsandten Australien und Papua-Neuguinea Sicherheitskräfte, welche die Lage in dem Inselstaat beruhigen sollen. Der Regierungschef hatte ausländische Mächte für die Unruhen verantwortlich gemacht. Diese Mächte seien dagegen, dass er einen china-freundlichen Kurs verfolge und Taiwan seit 2019 nicht mehr als unabhängigen Staat anerkenne.

Rivalität zwischen Insel und Regierung

Als eine andere Ursache der Proteste wird die seit langem andauernde Rivalität zwischen der bevölkerungsreichsten Insel Malaita und der Zentralregierung auf der Insel Guadalcanal genannt. Der Chef der Provinzregierung von Malaita, Daniel Suidani, warf Sogavare vor, die Interessen von Ausländern über die der Salomon-Insulaner gestellt zu haben.

Die rund 700'000 Einwohner zählende Inselgruppe, die 2000 Kilometer nordöstlich von Australien im Pazifik liegt, war Anfang der 2000er Jahre in Gewalt zwischen verschiedenen Volksgruppen versunken. Bereits zwischen 2003 und 2017 war auf den Salomonen eine von Australien geführte Friedenstruppe stationiert. (sda/afp)

Meist gelesene Artikel

ÄGERI

So wird der Verkehr während der grossen Strassensanierung fliessen

Ein 1984 am Twannberg BE gefundener Meteorit bei einer Ausstellung im Naturhistorischen Museum Bern 2016. (Symbolbild)
METEORITEN-EINSCHLAG

Meteorit landet bei Verbier

Der Kaffee in Cafés, Bäckereien oder Bistros könnte nächstes Jahr 5 bis 10 Prozent teurer werden. (Symbolbild)
GASTRONOMIE

Tasse Kaffee so teuer wie noch nie

LUZERN

Bordellbesitzerin soll für 6,5 Jahre hinter Gitter

Bei der Unfallserie auf der Solothurner A1 in Fahrtrichtung Zürich erlitten drei Personen leichte Verletzungen.
VERKEHRSUNFALL

Unfälle in Serie auf Solothurner A1

Soldaten der spanischen Armee stehen auf einem Hügel vor einem Lavastrom auf La Palma. Foto: Emilio Morenatti/AP/dpa
SPANIEN

La Palma: Neuer Lavastrom zerstört Häuser

ARCHIV - Janos Kobor, Sänger der Band Omega, Janos Kobor, vor einer Pressekonferenz in Berlin. Die ungarische Rock-Legende Janos Kobor, Gründer und Frontmann der Kult-Band Omega, ist am Montag im Alter von 78 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben. Foto: Tobias Felber/dpa
UNGARN

Omega-Frontmann Janos Kobor gestorben

NIDWALDEN

Weshalb Fabienne Bamert im Herzen ein bisschen Nidwaldnerin ist

ARCHIV - ILLUSTRATION - Menschen stehen vor einer neu eingerichteten Impfstation des Klinikum Stuttgart in der Innenstadt in einer Schlange. Impfneid und Impfdrängler gehören zu den neuen Wörtern im Deutschen, die das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache am Montag in Mannheim vorstellt. Foto: Marijan Murat/dpa
BADEN-WÜRTTEMBERG

Neue Wörter rund um die Corona-Pandemie

ARCHIV - Menschen fahren Schlittschuhe auf dem Eis am Wollman Rink im Central Park. Foto: Debra L. Rothenberg/ZUMA Press Wire/dpa
USA

New York City: Impfpflicht wird ausgeweitet

Zur klassischen Ansicht wechseln