International
06.12.2018 15:32

Merkel gespannt auf Wahl ihres Nachfolgers

  • Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Ankunft zum CDU-Parteitag.
    Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Ankunft zum CDU-Parteitag. | KEYSTONE/EPA/HAYOUNG JEON
DEUTSCHLAND ⋅ Vor der Neuwahl des CDU-Vorsitzes hat sich Angela Merkel "dankbar" für ihre Zeit als Parteivorsitzende gezeigt. Sie sei "gespannt" auf die Wahl ihres Nachfolgers, sagte Merkel am Donnerstag in Hamburg. "Das ist Demokratie pur, wenn Auswahl besteht."

Auf dem CDU-Parteitag in Hamburg wählen die Delegierten am Freitag den Nachfolger Merkels, die seit mehr als 18 Jahren den Vorsitz inne hat. "Das ist eine lange, lange Zeit und in dieser Zeit hat die CDU natürlich Höhen und Tiefen erlebt", sagte Merkel.

"Aber sie hat auch die Bundestagswahl viermal so gestalten können, dass wir die Bundeskanzlerin stellen." Sie sei dankbar für diese Zeit und freue sich, noch weiter als Bundeskanzlerin arbeiten zu können.

Jetzt sei aber der Zeitpunkt gekommen, die Vorbereitungen für die nächste Bundestagswahl zu treffen, sagte Merkel. "Das wird ein besonderer Parteitag sein, Wahlparteitage sind immer besondere Parteitage."

Schäubles umstrittene Wahlempfehlung

Um die Nachfolge Merkels bewerben sich CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn, der jedoch als Aussenseiter gilt. Zuletzt hatten sich prominente CDU-Vertreter für Kramp-Karrenbauer oder Merz ausgesprochen.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sagte etwa, eine Wahl von Merz sei "das Beste für das Land." Diese Äusserung wurde auch als Distanzierung von Merkel verstanden.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier kritisierte Schäuble wegen dessen Wahlempfehlung für Merz. Der Vorstoss von Schäuble habe ihn überrascht und gewundert, damit sei der "Damm gebrochen", sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post" und bekundete seine Sympathie für Kramp-Karrenbauer.

Merkel wollte sich auf Nachfrage nicht zu den Positionierungen äussern. Die Äusserungen vor der Wahl hätten sich alle im Rahmen von Meinungsfreiheit und Demokratie abgespielt. (sda/afp)

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