International
Lade Login-Box.
29.11.2021 04:07

Misstrauen bei Atomgesprächen mit Iran

  • ARCHIV - Ein Mann fährt mit dem Fahrrad an dem Reaktorgebäude des Kernkraftwerks Bushehr vorbei. Foto: Majid Asgaripour/AP/dpa
    ARCHIV - Ein Mann fährt mit dem Fahrrad an dem Reaktorgebäude des Kernkraftwerks Bushehr vorbei. Foto: Majid Asgaripour/AP/dpa | Keystone/AP/Majid Asgaripour
IRAN ⋅ Mit einer grossen Portion Misstrauen und Anspannung nehmen Diplomaten einen neuen Anlauf zur Rettung des iranischen Atomabkommens von 2015.

Die Gespräche, die am Montagnachmittag in Wien beginnen, lagen zuvor fünf Monate auf Eis, während in Teheran der pragmatische Präsident Hassan Ruhani sein Amt an den erzkonservativen Ebrahim Raisi übergab. In dieser Zeit trieb die Islamische Republik ihr Nuklearprogramm entgegen den Abmachungen weiter voran und setzte internationale Atominspektoren unter Druck. Die Rücknahme dieser Schritte im Austausch für die Aufhebung von US-Sanktionen erscheint angesichts der Lage nicht in greifbarer Nähe.

Wenn Teheran weiter eine Lösung verzögere, werde es Konsequenzen aus Washington geben, drohte US-Chefverhandler Robert Malley kurz vor den neuen Gesprächen in Wien. "Wenn sie nicht zu dem Pakt zurückkehren, dann werden uns wir klarerweise andere Wege ansehen, um mit den Atom-Bestrebungen des Iran umzugehen - auf diplomatischer und anderer Ebene", sagte Malley dem US-Sender NPR. Der iranische Chefverhandler Ali Bagheri wiederum warf seinen westlichen Gesprächspartnern am Vorabend des Treffens mangelnde Aufrichtigkeit vor. "Nach unserer Erfahrung will der Westen den Pakt nicht umsetzen", schrieb er in einem Kommentar in der Londoner "Financial Times".

Fünf Monate nach der letzten Gesprächsrunde kommen nun hochrangige Diplomaten aus Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Russland und China wieder in die österreichische Hauptstadt, um zwischen Vertretern Teherans und Washingtons zu vermitteln. Das Ziel ist die Rettung des Abkommens, das das Atomprogramm des Irans einschränkte, um die Entwicklung von Nuklearwaffen zu verhindern. Im Gegenzug wurden westliche Sanktionen aufgehoben.

Doch die USA stiegen 2018 unter dem damaligen Präsident Donald Trump aus dem Pakt aus und liessen Sanktionen aufleben, die der iranischen Wirtschaft schweren Schaden zufügten. Teheran baute daraufhin seine Atomanlagen wieder aus, produzierte fast waffenfähiges Uran und schränkte internationale Inspektionen ein. Nun wird nach Wegen gesucht, die beiderseitigen Eskalationsschritte zurückzuschrauben. "Diese Gespräche dürfen nicht ewig dauern. Es ist dringend notwendig, den Prozess zu beschleunigen", schrieb der russische Verhandler Michail Uljanow auf Twitter. Er traf sich bereits am Sonntag mit chinesischen und iranischen Delegierten zu informellen Vorgesprächen. (sda/dpa)

Meist gelesene Artikel

OBERÄGERI

Feuerwehreinsatz wegen verbranntem Tierfutter

LUZERN

Auto kippt bei Verkehrsunfall zur Seite

LUZERN

Mit Tauchern auf Montage: So werden die Stützbalken der Kapellbrücke ersetzt

LUZERN

Ufermauer am St.Karliquai rutscht unerwartet ab – Strasse für Fahrzeugverkehr gesperrt

Prozess wegen "Kill Erdogan"-Plakat beginnt in Bern

Dario Cologna - wie Simon Ammann vierfacher Olympiasieger - nimmt nach 2010, 2014 und 2018 zum vierten Mal an Winterspielen teil
ALLGEMEINES

Ammann und Cologna auch in Peking

NIDWALDEN

Doris Bertschinger wird neue Leiterin der Musikschule

WIRTSCHAFT

«Eine Frau wäre perfekt»: LUKB schreibt Digitalisierungs-Topjob aus

URI

Vandalen zerkratzen mehrere Autos: Urner Polizei sucht Zeugen

LUZERN

Verkehrsbetriebe Luzern hinterfragen das Geschäft mit Carreisen

Zur klassischen Ansicht wechseln