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02.07.2020 05:26

Trump: Virus wird verschwinden

  • Trotz der rasanten Zunahme an Neuinfektionen in den USA hält Präsident Donald Trump nichts von einer landesweiten Maskenpflicht. Das Virus werde verschwinden, sagte er im US-Fernsehen. (Foto: Sue Ogrocki,/AP/KEYSTONE/SDA)
    Trotz der rasanten Zunahme an Neuinfektionen in den USA hält Präsident Donald Trump nichts von einer landesweiten Maskenpflicht. Das Virus werde verschwinden, sagte er im US-Fernsehen. (Foto: Sue Ogrocki,/AP/KEYSTONE/SDA) | KEYSTONE/AP/Sue Ogrocki
CORONA-USA ⋅ Gesundheitsexperten schlagen Alarm, mehrere Bundesstaaten bremsen die Lockerungen der Corona-Restriktionen oder führen einige gar wieder ein. US-Präsident Trump hält das nicht davon ab, weiter den Eindruck zu vermitteln, dass das Virus bald der Vergangenheit angehört.

Mehrere US-Bundesstaaten setzen angesichts des rapiden Anstiegs der täglichen Neuinfektionen ihre Anstrengungen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus fort. Kalifornien und Michigan nahmen am Mittwoch Lockerungen zurück, Pennsylvania führte eine Maskenpflicht ein.

US-Präsident Donald Trump glaubt indes weiter an das Verschwinden des Virus. Die Wirtschaft werde sich bald wieder erholen und "das Virus wird irgendwann gewissermassen einfach verschwinden", sagte der Republikaner Trump am Mittwoch dem Fernsehsender Fox Business. Die Demokraten werfen Trump angesichts solcher Äusserungen vor, im Kampf gegen das Coronavirus kapituliert zu haben - und das, obwohl die Pandemie in den USA zunehmend eskaliert.

Daten der Universität Johns Hopkins zufolge meldeten die US-Behörden zuletzt jeden Tag rund 40'000 Neuinfektionen, vor allem aus den südlichen Bundesstaaten Florida, Texas, Arizona, Georgia und Kalifornien. Die aktuellen Zahlen der Neuinfektionen sind damit höher als jene im April und im Mai, dem bisherigen Höhepunkt der Pandemie. Den Daten vom Mittwoch zufolge wurden etwa am Dienstag fast 45'000 Neuinfektionen gemeldet. Insgesamt wurden in den USA bereits mehr als 2,6 Millionen Corona-Infektionen und mehr als 127'000 damit zusammenhängende Todesfälle erfasst.

Keine Sorgen im Weissen Haus

Die Sprecherin des Weissen Hauses, Kayleigh McEnany, sagte, das Land befinde sich mittlerweile in einer anderen Situation als zu Beginn der Pandemie. Sie verwies - wie auch Trump so oft - darauf, dass mittlerweile deutlich mehr getestet werde. "Wir sind ausgestattet für das, was wir am Horizont sehen", sagte sie in einer Pressekonferenz.

Einer der führenden Corona-Experten des Landes, der Immunologe Anthony Fauci, hatte am Dienstag gesagt, die USA bewegten sich in die falsche Richtung. Wenn die Situation nicht unter Kontrolle gebracht werde, könnte es bald täglich bis zu 100'000 Neuinfektionen geben.

US-Vizepräsident Mike Pence setzte am Mittwoch seine Reisen in besonders betroffene Staaten fort. Nachdem er am Sonntag Texas besuchte, kam er am Mittwoch in Arizona mit dem dortigen Gouverneur Doug Ducey zusammen. Pence sagte dem Gouverneur mitreisenden Reportern zufolge zu, dem Staat zu helfen, das medizinische Personal um 500 Kräfte zu verstärken. "Hilfe ist auf dem Weg", sagte Pence den Angaben zufolge.

Erneute Einschränkungen

Ducey rief die Menschen in seinem Bundesstaat auf, Masken zu tragen, wenn sie ihr Zuhause verliessen, und soziale Distanz zu wahren. Arizona habe schon einmal die Virus-Ausbreitung verlangsamt, sagte Ducey. Nun sei der Zeitpunkt gekommen, es wieder zu tun. Vergangene Woche hatte Trump noch einen Auftritt mit zahlreichen Zuschauern in dem Bundesstaat abgehalten.

Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom teilte mit, dass Restaurants in 19 stark betroffenen Bezirken - darunter Los Angeles County - ihre Innenbereiche für Gäste wieder schliessen müssten. Das gelte auch für den Betrieb von Kinos, Weingütern, Museen und Zoos. Die Einschränkungen sollten mindestens drei Wochen lang gelten. Bereits am Sonntag hatte Newsom die erneute Schliessung von Bars in vielen Teilen Kaliforniens angeordnet. Auch für das kommende Feiertagswochenende wurden Massnahmen verhängt, um Menschenansammlungen zu vermeiden.

Für Teile Michigans ordnete Gouverneurin Gretchen Whitmer an, dass Bars ihre Innenbereiche wieder schliessen müssen, und verwies darauf, dass das Infektionsgeschehen auch mit den Lokalen zusammenhänge. Im Bundesstaat Pennsylvania wurde eine Maskenpflicht angeordnet. Diese sei nötig, um den jüngsten Anstieg an Coronafällen zu stoppen, teilte Gouverneur Tom Wolf mit.

Trump hält nichts von Maskenpflicht

Trump machte deutlich, dass er nichts von einer landesweiten Maskenpflicht hält. Es gebe viele Orte, an denen soziale Distanz gewahrt werden könne, sagte er Fox Business.

Trump wird immer wieder damit konfrontiert, dass er sich in der Öffentlichkeit nicht mit Maske zeigt und mit gutem Beispiel vorangeht. Zudem hat er bereits wieder Wahlkampfveranstaltungen abgehalten, bei denen die Zuschauer nicht verpflichtet wurden, Masken zu tragen.

Er habe keine Probleme damit, eine Maske zu tragen, sagte Trump. "Ich hatte sogar eine Maske auf (und) ich mochte irgendwie, wie ich ausgesehen habe", sagte er. "Es war eine dunkle, schwarze Maske und ich fand, es sah in Ordnung aus." Er habe ausgesehen wie der "Lone Ranger", eine fiktive Figur, die unter anderem aus Westernfilmen bekannt ist - und eine Augenmaske trägt. (sda/dpa)

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