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15.04.2019 02:59

Drohungen gegen Politikerin nach Trump-Tweet

  • Die Sicherheit der muslimischen US-Abgeordneten Ilhan Omar und ihrer Familie wurde verstärkt. (Archivbild)
    Die Sicherheit der muslimischen US-Abgeordneten Ilhan Omar und ihrer Familie wurde verstärkt. (Archivbild) | KEYSTONE/AP/J. SCOTT APPLEWHITE
USA ⋅ Die demokratische Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus Ilhan Omar verzeichnet seit einem von Präsident Donald Trump auf Twitter verbreiteten Video mehr Morddrohungen. Trump befördere rechten Extremismus, was "Leben gefährdet", sagte sie. "Das muss aufhören".

Trump hatte am Freitag ein Video mit einem Schnipsel einer Rede Omars vor dem Rat für Amerikanisch-Islamische Beziehungen (CAIR) getwittert. Das Video stellte Omar so dar, als würde sie den Terroranschlag vom 11. September 2001 auf das World Trade Center relativieren. "Einige Leute haben etwas gemacht", sagt sie in dem Videoschnipsel. Der Teil mit ihrer Rede war jedoch verkürzt und aus dem Zusammenhang gerissen.

Tatsächlich sagte Omar in ihrer Rede, Muslime hätten das Gefühl, dass ihre Bürgerrechte seit dem Anschlag ausgehöhlt würden. Einige Kritiker werfen ihr in diesem Zusammenhang allerdings eine flapsige Sprache vor. Omar hatte andere Demokraten wiederholt mit Kommentaren über Israel und den Einfluss des israelischen Staates auf Washington in Bedrängnis gebracht.

"Gewalttätige Verbrechen und andere Hasstaten von Rechtsextremisten und weissen Nationalisten sind im ganzen Land und auf der ganzen Welt im Kommen", sagte Omar. "Wir können nicht länger ignorieren, dass sie von dem Inhaber des höchsten Amts im Staat ermutigt werden."

Strengere Sicherheitsvorkehrungen

Die Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi kritisierte Trump, wie viele andere. "Die Worte des Präsidenten wiegen eine Tonne, und seine hassvolle und aufrührerische Rhetorik schafft eine reale Gefahr", sagte die Demokratin. Er stachele damit zu Gewalt gegen die muslimische Abgeordnete an. Pelosi kündigte Massnahmen zur Sicherheit Omars, ihrer Familie und ihrer Mitarbeiter an.

Sarah Sanders, Sprecherin des Weissen Hauses, verteidigte Trump. Sie sagte am Sonntag, der Präsident habe die Pflicht, Omars Geschichte von antisemitischen oder anderweitig verletzenden Kommentaren zu beleuchten. Er wolle der Abgeordneten nichts Böses. Omar sagte dagegen, viele der Morddrohungen gegen sie bezögen sich auf Trumps Tweet.

Dieser stand zunächst an prominenter Stelle ganz oben auf seiner Pinnwand bei Twitter. Nach Pelosis Kritik entfernte er den Tweet an dieser Stelle, löschte ihn aber nicht aus seiner Timeline. (sda/afp/ap)

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