Kultur
Lade Login-Box.
17.04.2019 15:33

Origen startet Rettungsaktion am Julier

  • Die "Weisse Villa" (links) und das "Post Hotel Löwe" in Mulegns an der Julierstrecke. Sie sollen mit einem neuen Konzept gerettet werden.
    Die "Weisse Villa" (links) und das "Post Hotel Löwe" in Mulegns an der Julierstrecke. Sie sollen mit einem neuen Konzept gerettet werden. | KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
HEIMATSCHUTZ ⋅ Die Bündner Kulturstiftung Origen macht für einmal kein Theater. Sie möchte im Bergdorf Mulegns, an der vielbefahrenen Julierstrecke gelegen, ein Gebäudeensemble vor dem Strassenverkehr retten und mit neuem Leben füllen.

Praktisch jeder Autofahrer, der schon einmal von Norden über den Julierpass ins Engadin gefahren ist, kennt den Engpass in Mulegns (zu deutsch: Mühlen). Lastwagen und Autos zwängen sich durch das Nadelöhr und rissen schon Fassadenstücke von den Gebäuden weg. Die Kratzspuren sind sichtbar an den Hauswänden.

Die Absicht, den Engpass im Bergdorf mit seinen 19 Einwohnerinnen und Einwohnern zu beseitigen, besteht seit 20 Jahren. Der Kanton Graubünden legte letzten November nach einem Studienwettbewerb mit Architekturbüros eine entsprechendes Projekt auf den Tisch. Am Mittwoch trat die Kulturstiftung Origen mit einem eigenen Lösungsvorschlag an die Öffentlichkeit.

Origen will die so genannte "Weisse Villa" kaufen und verschieben. Auf diese Weise soll das Gebäude erhalten bleiben, und eine Strassenkorrektur wäre möglich. Das herrschaftliche Haus sei ein wichtiger Zeuge der Emigrationsgeschichte des Kantons Graubünden. Zusammen mit dem "Post Hotel Löwe" bilde es ein einzigartiges Ensemble, hiess es.

Drei Millionen fehlen

Eine erste Etappe kostet laut Origen 5,6 Millionen Franken. Davon sind 2,5 Millionen Franken bereits zugesichert. Origen erhofft sich, den Restbetrag von 3,1 Millionen Franken bis Mitte August zusammen zu haben, aus rechtlichen Gründen, wie es hiess. Denn ab 2020 wird die Julierstrecke vom Bund übernommen.

Geht der Plan auf, soll in Mulegns ein "innovatives Kulturdorf" entstehen. Die Geschichte des Dorfes, die von Reisenden an der Julierstrecke geprägt wurde, soll zeitgenössisch interpretiert werden.

Das Konzept sei interdisziplinär. Es umfasst laut Origen Ausstellungen, Rauminstallationen und Veranstaltungen. Schon kommenden Sommer wollen die Theatermacher das "Post Hotel Löwe" "intensiv bespielen". (sda)

Meist gelesene Artikel

A14

Bei einer massiven Auffahrkollision wurde eine Person verletzt

San Francisco von seiner Sonnenseite: Der Tech-Boom hat tausende Arbeitsplätze und Millionäre gebracht. Aber explodierende Mieten und Obdachlose zeigen auf der anderen Seite die Schattenseiten dieser Entwicklung. (AP Photo/Eric Risberg)
USA

Das Leben in San Francisco wird unbezahlbar

MALL OF SWITZERLAND

Für den Bombendroher könnte es sehr teuer werden

Ein Feuerwehrmann errichtet eine Sperre in einem Bach nachdem bei Schweizersholz TG rund 50 Kubikmeter Gülle ausgelaufen sind.
VERSCHMUTZUNG

Gülle in mehreren Thurgauer Gewässern

Kilometerlanger Stau vor dem Gotthard-Nordportal. (Archivbild)
STRASSENVERKEHR

Langer Stau vor dem Gotthardtunnel

Auf der A2 bei Airolo TI ist ein Car in einen vor einem Rotlicht wartenden Lastwagen gefahren. Zwei Personen wurden dabei verletzt. (Archivbild)
VERKEHRSUNFALL

Car fährt vor Gotthardtunnel in Lastwagen

Eine Frau ist in Herzogenbuchsee BE durch Schüsse verletzt worden. Die Polizei konnte den mutmasslichen Täter festnehmen. (Archivbild)
SCHIESSEREI

Mann verletzt mit Schusswaffe Frau

Die Schweiz hat laut der "NZZ am Sonntag" die Ausfuhr von Lasermaschinen an die USA untersagt, weil diese für die Entwicklung von Nuklearwaffen verwendet werden sollten. (Symbolbild)
PRESSESCHAU

Sonntagspresse über Ausfuhren, EU und Sperma

Um drohende Engpässe beim Rollmaterial zu vermeiden, haben die SBB bei der Südostbahn zwei Zugskompositionen bestellt. (Archivbild)
BAHNVERKEHR

SBB mieten bei der Konkurrenz Züge

Jose Gayas Valencia brachte das grosse Barcelona mit Malcolm zu Fall
SPANIEN

Barcelona verliert den Cupfinal

Zur klassischen Ansicht wechseln