Kultur
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11.05.2022 15:28

photoSchweiz zeigt heimisches Fotoschaffen

  • Selbstgemachte Suppen anstatt Festessen: Die Zuger Fotografin Zaboo dokumentiert an der diesjährigen photoSchweiz, wie sie den Gürtel während der Pandemie enger schnallen musste.
    Zaboo Baudet
FOTOGRAFIE ⋅ Discokugeln, Bäume, Menschen oder Architektur: Die photoSchweiz zeigt vom 13.-17. Mai in der Halle 550 in Zürich einen Querschnitt durch das schweizerische Fotoschaffen. Und erzählt damit auch viele persönliche Geschichten.

Zaboo, die nur mit ihrem Vornamen genannt werden will, hat während der Pandemie ihre Suppen fotografiert. In unterschiedlichen Farben, mit immer neuen Beilagen setzte die Zuger Fotografin ihre selbstgemachten Mahlzeiten regelmässig in Szene. "Mit meinem alten Handy", wie sie gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagt.

Die Serie zeigt also keine Food-Fotografie im herkömmlichen Sinn. Sie steht vielmehr für die Pandemiejahre, die viele Menschen in finanzielle Engpässe gebracht und dazu gezwungen hat, beim Essen zu sparen. Die Fotografin möchte mit ihren farbintensiven Bildern aber nicht nur auf ihre eigenen Erfahrungen aufmerksam machen, sondern für alle reden, die in den letzten Monaten und darüber hinaus gelitten haben. "Insbesondere wenn man vorher schon immer am Limit lebte, fehlt jeder verlorene Franken", so Zaboo.

Aktuelle Themen und Debatten

250 Fotografinnen und Fotografen stellen insgesamt an der photoSchweiz aus - die meisten von ihnen stammen aus der Schweiz, einige aus dem Ausland, wie auf der Website der Werkschau zu lesen ist. Die Bilder gehören den Bereichen Kunst, Werbung oder Presse an. Auffallend ist, dass sich viele von ihnen mit aktuellen Themen und gesellschaftlichen Debatten auseinandersetzen.

Shuvaseesh Das (AG) beispielsweise porträtierte HIV-positive Menschen, um auf die Vorurteile ihnen gegenüber aufmerksam zu machen. Noe Sonderegger (LU) fotografierte während drei Jahren 40 Migrantinnen und erzählt so ihre Geschichten in Bildern.

Für Zaboo bedeutet die photoSchweiz einen grossen Schritt in die Öffentlichkeit. "Ich traue mich erstmals, fotografische Arbeiten unter meinem eigenen Namen zu zeigen", sagt sie. Ausstellungserfahrungen hat die in Italien und der Westschweiz aufgewachsene Künstlerin allerdings bereits als Malerin und Porträtistin. Zur Fotografie kam sie erst später durch ihren Lebenspartner.

Im Rahmen der Werkschau stehen vom 13. bis 17. Mai auch Talks, Workshops oder Sonderausstellungen auf dem Programm. Letztere beispielsweise zum Thema "Klimawandel - mit Kamelen aus der Armut". Der Schweizer Fotograf Christian Bobst und der Projektreporter Peter Lüthi zeigen in ihren Bildern, wie im nördlichen Kenia Dromedare den Menschen dabei helfen, die Folgen des Klimawandels zu meistern. In einer anderen Sonderschau dokumentiert Raja Läubli den Alltag von sieben Schweizer Hexen.

www.photo-schweiz.ch (sda)

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