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11.07.2019 17:20

Rap-Jugend verbindet sich in Allmend City

  • Die Allmend in Frauenfeld wird zur temporären Stadt: Rund 50'000 Besucher werden jeden Tag am Openair Frauenfeld erwartet.
    Die Allmend in Frauenfeld wird zur temporären Stadt: Rund 50'000 Besucher werden jeden Tag am Openair Frauenfeld erwartet. | Keystone-SDA/Luca Grand
FESTIVAL ⋅ Die Frauenfelder Allmend ist seit heute wieder fest in der Hand der Hip-Hop-Szene. Das Openair Frauenfeld ist zum dritten Mal hintereinander ausverkauft. Stars wie Cardi B, Travis Scott oder Marteria & Caspar lassen die Kassen der Veranstalter klingeln.

Erwartet werden vom 11. bis 13. Juli rund 50'000 Besucher pro Tag. Bereits am Mittwoch reisten rund 30'000 Festivalbesucher nach Frauenfeld, um den Zeltplatz zu beziehen. Die Veranstalter haben auf der Allmend eine temporäre Stadt aufgebaut, die während dreieinhalb Tagen das grösste Hip-Hop- und Urban-Fest in Europa beherbergen wird. Auf vier Bühnen sind insgesamt 61 Acts geplant.

Die Veranstalter sind froh, dass die Hitzewelle vorbei ist. Dafür sind Regentropfen und Wind angesagt. Das dürfte Cardi B gar nicht gefallen. Die Rapperin hat sich auf einem Instagram-Video an ihre Fans gewandt. Sie fühle sich krank, ihr Hals und der Bauch schmerzten, erklärt die 26-jährige Amerikanerin. Auftreten will sie trotzdem. Dafür hat Octavian sein Konzert aus "unvorhergesehenen Gründen" abgesagt. Er wird durch den Berner Rapper Native ersetzt.

Bouncen und springen

Die einheimische Hip-Hop-Szene ist gut vertreten: Der St. Galler Karim Russo aka Monet192 darf das Festival am Donnerstag im "Soul City" eröffnen. Seinen ersten Auftritt hatte er vor zwei Jahren in einem Jugendkulturraum, inzwischen wurde sein Deutschrap schon über eine Million Mal auf den sozialen Netzwerken angeklickt.

Der junge Luzerner Rapper Davey6000 trifft mit seinen Mundart Texten den musikalischen Zeitgeist und er bringt die Zuhörer zum Bouncen. Auch die Musik des Kölner Rappers LGoony strotzt nur so vor selbstbewussten Ansagen, Angebereien und Szenekritik. "Wir wollen alle springen sehen", schreit er in die Menge. "Wir wollen connecten" singt LGoony und die Fans zücken die Handys.

Cashless, Charging und Depot

Am Openair Frauenfeld bleibt kein Akku leer. Für ein Depot kann eine Powerbank ausgeliehen werden. In einem Live Ticker posten die Veranstalter laufend News, Bilder und Videos. Der Geländeplan hilft sich im Wirrwarr von Bühnen, Bars und Food-Ständen zurecht zu finden.

Side Events sollen die meist jungen Besucher bei Laune halten: Eine windgetriebene Wasserrutsche sorgt für den Adrenalinkick, beim Street Workout kann man die Muskeln spielen lassen und bis morgens um vier legen DJs in der Party-Zone auf.

Grün ist hip

Bargeld braucht niemand mehr - gezahlt wird cashless, ein Armband mit Guthaben genügt. Ein grosser Detailhändler ist mit einer Filiale im Village präsent und verkauft Food und mehr. Um Abfallberge zu vermeiden, muss für jedes mitgebrachte Zelt ein Depot-Voucher für 20 Franken bezogen werden.

Die Hip-Hop-Jugend sei mehr öko als man denkt, schreibt das "St. Galler Tagblatt" zum Auftakt des Festivals. Es gebe auch die auf Klimaschutz sensibilisierten Festivalbesucher. Grün sei hip. Beliebt ist vor allem das Mitnehmen von Abfallsäcken von Zuhause - obwohl die Veranstalter gratis Müllsäcke an die Besucher verteilen. (sda)

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