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14.05.2022 23:16

ESC-Organisatoren zeigen Verständnis

  • Oleh Psjuk, Frontman der ukrainischen Musikgruppe Kalush Orchestra, hat am Eurovision Song Contest Hilfe für die Ukraine gefordert.
    KEYSTONE/AP/Antonio Calanni
ESC 2022 ⋅ Beim Eurovision Song Contest in Turin haben die Musiker aus der Ukraine am Ende ihres Auftritts ein klares politisches Statement abgegeben.

"Ich bitte Euch alle: Helft der Ukraine, Mariupol und den Menschen im Asow-Stahlwerk", sagte Sänger Oleh Psjuk am Samstagabend. Das Stahlwerk in Mariupol steht zurzeit unter russischem Beschuss. In einer kämpferischen Geste schlug Psjuk dann mit der Faust seiner rechten Hand auf seine Brust.

Laut Regelwerk sind "Texte, Ansprachen und Gesten politischer Natur" auf der ESC-Bühne explizit verboten. Die Veranstalter äusserten jedoch Verständnis.

"Wir verstehen die starken Gefühle, wenn es dieser Tage um die Ukraine geht, und betrachten die Äusserungen des Kalush Orchestra und anderer Künstler zur Unterstützung des ukrainischen Volks eher als humanitäre Geste und weniger als politisch", sagte ein Sprecher der Europäischen Rundfunkunion EBU auf dpa-Anfrage.

Die ESC-Moderatoren reagierten verblüfft und mit ernster Miene. Das Publikum bekundete der Ukraine derweil laut Solidarität. Die Zuschauer applaudierten stehend dem Kalush Orchestra mit ihrem Lied "Stefania". Zu sehen waren zahlreiche ukrainische Fahnen und ein Transparent mit einem Herz. Im Finale stehen insgesamt 25 Länder.

Der Ukraine waren vor dem Wettbewerb hohe Chancen ausgerechnet worden, zu gewinnen. Derzeit könnte das Land aber bei einem Sieg keinen ESC ausrichten, weil in dem Land Kriegsrecht herrscht. Damit sind keine Grossveranstaltungen erlaubt; und es gelten etwa nächtliche Ausgangssperren.

Die Ukraine steht unter Attacke eines Angriffskriegs von Russland, das wegen der völkerrechtswidrigen Invasion vom ESC ausgeschlossen ist. Ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht. (sda/dpa)

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