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08.11.2019 15:24

Krone in Grab Friedrichs III. entdeckt

  • Wissenschaftlern ist es gelungen, mit kleinen Kameras das Innere des letzten unangetasteten Kaisergrabs Europas zu erforschen.
    Wissenschaftlern ist es gelungen, mit kleinen Kameras das Innere des letzten unangetasteten Kaisergrabs Europas zu erforschen. | KEYSTONE/APA/DOMBAUHÜTTE ZU ST. STEPHAN/UNBEKANNT
ARCHÄOLOGIE ⋅ Im Grab Kaiser Friedrichs III. (1415-1493) im Wiener Stephansdom befinden sich neben dem Leichnam unter anderem eine Krone, ein Zepter und ein Reichsapfel.

Wissenschaftlern ist es gelungen, mit kleinen Kameras das Innere des letzten unangetasteten Kaisergrabs Europas zu erforschen. Die beteiligten Experten bezeichneten den Fund bei der Präsentation der Ergebnisse am Freitag in Wien als "Sensation".

Den Blick in das prunkvolle Grab riskierten die Wissenschaftler bereits 2013, die Bilder und Proben mussten allerdings aufwendig analysiert werden. Die Forscher nutzten für ihre Arbeit ein kleines Loch, dass 1969 in das Grab gebohrt wurde. Damals wollte man Gerüchte entkräften, dass das Grab leer sei.

Bei den Recherchen 500 Jahre nach der endgültigen Bestattung des Kaisers (1513) fanden die Wissenschaftler Hinweise auf dieses Loch - und nutzen es fortan als Eingang für Beleuchtungen und kleinste Kameras.

Neben den Insignien fanden die Forscher so eigens geprägte Münzen, ein grosses Kruzifix mit einer Jesus-Statuette und verschiedene Textilien im Grab. Die vermutlich grossteils aus vergoldetem Silber gearbeitete Krone entpuppte sich als frühestes erhaltenes Exemplar vom Typus "Mitrenkrone", der für das Haus Habsburg in den folgenden Jahrhunderten charakteristisch werden sollte.

Friedrich III. war mit einer Regierungszeit von 53 Jahren das am längsten herrschende Oberhaupt des Heiligen Römischen Reiches. Zudem war er der einzige Habsburger, der in mittelalterlicher Tradition durch den Papst in Rom 1452 zum Kaiser gekrönt wurde. Das Grabmal des Kaisers im Wiener Stephansdom gilt als ein Hauptwerk der Spätgotik. Eine komplette Öffnung des Grabes sei halbwegs zerstörungsfrei nicht möglich, so die Forscher. (sda/dpa)

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