Schweiz
Lade Login-Box.
15.04.2019 10:51

AHV in den roten Zahlen

  • Die erste Säule der Altersvorsorge ist letztes Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht: Die AHV schrieb über 2,2 Milliarden Franken Verlust. (Symbolbild)
    Die erste Säule der Altersvorsorge ist letztes Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht: Die AHV schrieb über 2,2 Milliarden Franken Verlust. (Symbolbild) | KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT
SOZIALVERSICHERUNGEN ⋅ Die AHV hat eine Finanzspritze dringend nötig. Letztes Jahr gab sie deutlich mehr Geld für Renten aus als sie an Beiträgen eingenommen hat. Das so genannte Umlageergebnis lag 1,038 Milliarden Franken im Minus.

Hinzu kommt ein Verlust auf den Anlagen des AHV-Ausgleichsfonds von 1,233 Milliarden Franken. Abzüglich der von der IV überwiesenen Zinsen schreibt die AHV unter dem Strich ein Verlust von 2,22 Milliarden Franken. Das teilte Compenswiss, der Ausgleichsfonds von AHV, IV und EO, am Montag mit.

Schon 2017 war das Umlageergebnis der AHV negativ gewesen. Dieser Verlust war aber damals durch einen Gewinn auf den Anlagen des Ausgleichsfonds mehr als ausgeglichen worden. 2018 steht die AHV nun deutlich schlechter da als erwartet.

AHV-Kasse leert sich

Als die Verwaltung im Zusammenhang mit der Altersvorsorge 2020 den Finanzhaushalt der AHV abschätzte, ging sie für 2018 von einem positiven Betriebsergebnis aus. Sie erwartete zwar schon ein negativen Umlageergebnis, aber nicht in dieser Höhe. Zudem rechnete die Verwaltung mit einem Kapitalertrag von rund 740 Millionen Franken.

Mit dem Verlust leert sich auch der AHV-Ausgleichsfonds schneller als erwartet. Statt wie angenommen knapp 34 Milliarden Franken befanden sich laut Compenswiss Ende 2018 noch etwa 29,4 Milliarden Franken darin. Die Stimmbevölkerung kann diese Entwicklung vorübergehend stabilisieren.

Nur vorübergehende Linderung

Am 19. Mai kommt die AVH-Steuervorlage an die Urne. Teil davon ist eine Zusatzfinanzierung für die AHV von rund 2 Milliarden Franken im Jahr. Ein Verlust wie 2018 würde dadurch nahezu ausgeglichen. In den nächsten Jahren wächst der Verlust beim Umlageergebnis aus demografischen Gründen aber ständig weiter. Um eine teilweise Zahlungsunfähigkeit der AHV zu vermeiden, müsste die nächste AHV-Reform sofort umgesetzt werden.

Auch die Invalidenversicherung (IV) musste 2018 ein negatives Umlageergebnis von 65 Millionen Franken hinnehmen. Im Jahr zuvor hatte die Versicherung noch fast 800 Millionen Franken mehr eingenommen als ausgegeben. Grund für den Einbruch ist, dass die IV-Zusatzfinanzierung Ende 2017 ausgelaufen ist. Zusammen mit dem Anlageverlust von 172 Millionen Franken hat die IV letztes Jahr 237 Millionen Franken verloren.

Die Erwerbsersatz-Versicherung (EO) schloss laut compenswiss mit 11 Millionen Franken im Minus. Das Umlageergebnis war zwar mit 26 Millionen Franken positiv, auf den Anlagen resultierte aber ein Verlust von 37 Millionen Franken. (sda)

Meist gelesene Artikel

Mangels Profitabilität: Der Discounter Denner beabsichtigt, kleine Filialen in ländlichen Gebieten zu schliessen. (Symbolbild)
DETAILHANDEL

Denner will kleine Filialen schliessen

STADT LUZERN

«Ein Teil von uns fehlt für immer»

In der Nacht zum Samstag ist ein Wohnhaus mit einem Stall in Hundwil AR in Vollbrand geraten.
BRAND

Brand eines Wohnhauses in Hundwil AR

URI

Bundesrat löst Arbeitsvertrag mit Bevölkerungsschutz-Direktor Benno Bühlmann auf

Unfälle mit Tesla-Fahrzeugen stehen derzeit bei US-Behörden im Fokus von Ermittlungen. (Symbolbild)
UNFÄLLE

Tesla-Fahrzeug-Unfälle im Fokus der Behörden

URI

Altdorfer darf gemeinsamen Arbeitsplatz gratis nutzen

Über 100 Jahre alt: Die Zuger Kirschtorte steht im Register der geschützten geografischen Angaben. (Symbolbild)
REKORDVERSUCH

Bäckerei will Weltrekord mit Torte brechen

Patricia Danzi wird die neue Frau an der Spitze der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza). Mit ihrer langjährigen Erfahrung beim IKRK bringt die 50-Jährige einen grossen Rucksack mit.
ENTWICKLUNGSHILFE

Patricia Danzi wird neue Deza-Direktorin

In Neuseeland wird die Suche nach dem Vulkanausbruch auf der Insel White Island die Such nach Vermissten intensiv fortgeführt.
VULKANE

Weitere Vermisstensuche bei Vulkaninsel

Nach Schätzungen leben noch etwa 400 Sumatra-Tiger in der Wildnis Indonesiens. Durch die Rodung der Wälder wird ihr Lebensraum immer kleiner. (Symbolbild)
INDONESIEN

Kaffeebauer von Tiger getötet

Zur klassischen Ansicht wechseln