Schweiz
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21.11.2020 13:23

«Der grosse Teil sind über 80-Jährige»: Bundesrat Maurer verteidigt Strategie in der zweiten Coronawelle – trotz vieler Toter

  • Bundesrat Ueli Maurer steht hinter der Strategie des Bundesrats für die zweite Corona-Welle. (Keystone)
SCHWEIZ [NEWS SERVICE] ⋅ Finanzminister Ueli Maurer steht hinter dem vergleichsweise liberalen Umgang der Schweiz mit dem Coronavirus. Man wisse nicht, ob man die vielen Toten durch ein früheres Eingreifen des Bundesrats hätte verhindern können.

(gb.) Die Schweiz weist aktuell im Vergleich mit anderen Ländern eine hohe Sterblichkeit an Covid19-Erkrankten auf. Laut Bundesrat Ueli Maurer ist nicht klar, ob ein früheres Eingreifen des Bundesrats am Anfang der zweiten Welle dies hätte verhindern können. «Das wissen wir nicht», sagte Maurer am Samstag in einem Interview mit Radio SRF. «Wir haben eine Güterabwägung zwischen Gesundheit, Wirtschaft und öffentlichem Leben gemacht.»

Kritik an dieser Strategie kam jüngst vermehrt von internationaler Seite. In einem Interview mit den CH-Media-Zeitungen sagte etwa der Sondergesandte für das Coronavirus der Weltgesundheitsorganisation, David Nabarro, die Situation in der Schweiz sei extrem ernst. Es überrasche ihn, dass die Fallzahlen in der Schweiz, die zu den höchsten in ganz Europa zählen, nicht als nationaler Notstand betrachtet würden.

Vorwürfe, die Schweiz habe die wirtschaftlichen Interessen zu stark gewichtet, weist Bundesrat Maurer zurück. «Für mich stimmt dieser Weg», so Maurer gegenüber Radio SRF. Dass in den letzten 14 Tagen rund 1000 Menschen am Coronavirus gestorben sind, relativiert Maurer. «Der ganz grosse Teil sind über 80-Jährige». Unter den Fünfzigjährigen seien, so glaube er, in letzter Zeit nur 31 gestorben.

«Das Geld wird reichen müssen»

Erst diese Woche hat der Bundesrat eine weitere Milliarde Franken für die Unterstützung der Wirtschaft versprochen. Das Geld soll sogenannten Härtefällen zu Gute kommen. Auf die Frage, ob dies ausreiche, sagte Maurer: «Es wird reichen müssen.» Nicht alle Unternehmen, die Probleme hätten, seien Härtefälle. Die Zahl von einer Milliarde sei nach Absprache mit den Kantonen zustande gekommen.

Wie rasch das Geld an betroffene Firmen fliessen wird, ist zurzeit unklar. Maurer dämpfte Erwartungen, dass dies schon ab Anfang Dezember der Fall sein wird. «Die, die vorgesorgt haben, können auch die nächsten Wochen noch überleben.»

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