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17.09.2021 15:09

Zwei Tests für ungeimpfte Reiserückkehrer: Bundesrat macht Ernst

  • Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss bei der Einreise in die Schweiz schon bald einen negativen Coronatest vorweisen. (Symbolbild) (Keystone)
SCHWEIZ [NEWS SERVICE] ⋅ Der Bundesrat verschärft die Einreise in die Schweiz – verzichtet aber auf eine Quarantänepflicht. Ungeimpfte müssen ab Montag zwingend einen negativen Test vorweisen. Schummler werden mit 200 Franken gebüsst. Ungemütlich wird es für chinesische Touristen.

Reto Wattenhofer

Die Herbstferien stehen schon bald vor der Tür. Damit sich nicht wiederholt, was im Sommer vorab mit Reiserückkehrern aus Südosteuropa passiert ist, führt der Bundesrat ab Montag ein schärferes Regime bei der Einreise in die Schweiz ein. Damals waren viele Ferienreisende in Spitälern gelandet – etliche auch auf der Intensivstation.

Bei der Einreise müssen Ungeimpfte einen negativen Test vorweisen. Das hat der Bundesrat am Freitag beschlossen. Nach vier bis maximal sieben Tagen in der Schweiz muss die Person einen zweiten Test vorlegen. Das seien einfache Regeln, betonte Gesundheitsminister Alain Berset vor den Medien in Bern. Er verwies auf Belgien, Dänemark und Grossbritannien, die eine ähnliche Praxis aufwiesen.

Das neue Regime gilt für alle Destinationen. Keine Rolle spielt auch, ob jemand per Flugzeug, Auto oder zu Fuss einreist. Ausgenommen von der Regelung sind Grenzgängerinnen und Grenzgänger, Kinder unter 16 Jahren oder Transitpassagiere. Keine Einschränkungen gibt es für Geimpfte und Genesene, wie Berset betonte.

Statt Quarantäne genügt ein zweiter Test

Allerdings hat der Bundesrat kalte Füsse gekriegt. Ursprünglich hatte er auch zur Diskussion gestellt, Ungeimpfte nach der Einreise für zehn Tage in Quarantäne zu schicken. Nach Kritik in der Vernehmlassung krebste er zurück. Die Kantone hatten den Vorschlag als kaum praxistauglich bezeichnet und vor einem hohen Aufwand gewarnt.

Doch auch dieses Einreiseregime basiert auf Vertrauen. «Die Regeln funktionieren nur, wenn alle mitmachen», erklärte Bundesrat Berset. In einem so vernetzten Land wie der Schweiz werde es keine flächendeckenden Kontrollen geben. Stattdessen setzt der Bund auf risikobasierte Kontrollen an den Grenzen. Wer bei der Einreise keinen Test vorweisen kann, muss diesen sofort nachholen. Überprüfen sollen das die Kantone mittels Stichproben. Als Referenz dient ihnen ein Formular, dass alle Personen bei der Einreise ausfüllen müssen.

Im Fernverkehr sind die Fluggesellschaften und Busunternehmen für die Überprüfung zuständig. Bei Verstössen können Bussen verhängt werden. 200 Franken bei einem fehlenden Testnachweis. Wer das Einreiseformular nicht ausfüllt, bezahlt 100 Franken. Für den zweiten Test muss die Person selbst aufkommen.

Bundesrat erschwert Zugang zu Zertifikat für Touristen

Entschieden hat der Bundesrat auch, in welchen Fällen im Ausland geimpfte Personen, die in der Schweiz ihren Wohnsitz haben oder einreisen, ein Covidzertifikat erhalten können. Er möchte den Zugang nur Menschen ermöglichen, die einen Impfstoff erhalten haben, der von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassen wurde. Aktuell sind das jene von Biontech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson.

Damit verzichtet der Bundesrat darauf, sich an der umfassenderen WHO-Liste zu orientieren. Auf der steht etwa der chinesische Impfstoff Sinovac oder das russische Pendant Sputnik. Konkret bedeutet das: Viele Touristen dürften kaum an ein Zertifikat kommen. Restaurants, Bars und Museen würden ihnen keinen Zutritt gewähren. Allerdings hat der Bundesrat eine Übergangsphase beschlossen. Bis zum 10. Oktober sind alle ausländische Impfnachweise gültig.

Von dieser neuen Regelung ausgenommen sind zurückkehrende Auslandschweizer, in der Schweiz berufstätige EU-Drittstaatenangehörige, Mitarbeitende von internationalen Organisationen, diplomatisches Personal wie auch Studierende.

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