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09.12.2019 11:03

Legionärskrankheit lauert in Autowaschanlage

  • In Autowaschanlagen können Erreger der Legionärskrankheit lauern. (Themenbild)
    In Autowaschanlagen können Erreger der Legionärskrankheit lauern. (Themenbild) | KEYSTONE/GAETAN BALLY
GESUNDHEIT ⋅ Menschen können sich offenbar auch in Autowaschanlagen mit der Legionärskrankheit anstecken. Drei Männer, die ihre Autos alle in der gleichen Waschanlage reinigten, wurden anschliessend befallen und landeten im Spital.

Die drei Fälle wurden am Montag im neusten Bulletin des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) veröffentlicht und beschrieben. Angesteckt hatten sich ein 38-, ein 58- und ein 77-jähriger Mann. Alle drei hatten ihren Wagen im Spätsommer 2018 in der gleichen Autowaschanlage im Kanton Zürich gereinigt.

Das Kantonale Labor Zürich überprüfte die Anlage. Die Probe der Hochdrucklanze erwies sich als "massiv kontaminiert". Die betroffene Waschbox wurde ausser Betrieb genommen und alle vier Waschboxen der Anlage wurden desinfiziert. Bei der Nachkontrolle konnten keine Legionellen mehr nachgewiesen werden.

Der zeitliche Zusammenhang zwischen Exposition in der Autowaschanlage und dem Beginn der Krankheit wurde von den Behörden in allen Fällen als "plausibel" erachtet, die Anlage könne als Ansteckungsquelle "in Betracht gezogen werden". Andere Quellen seien jedoch nicht auszuschliessen. Das BAG rät deshalb, weniger bekannte Ansteckungsquellen wie Autowaschanlagen bei der Quellensuche vermehrt zu berücksichtigen.

Neun von zehn Patienten, die von der schweren Infektionskrankheit befallen werden, müssen hospitalisiert werden. Die Erreger (Legionellen) fühlen sich insbesondere wohl in warmer und feuchter Umgebung, beispielsweise in Warmwassersystemen. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Inhalation von Wasserdampf, etwa beim Duschen, in Whirlpools oder über Kühltürme.

Deutliche Zunahme seit 2008

Wie das BAG schreibt, sind in der Schweiz in den letzten Jahren vereinzelte kleinere Ausbrüche von Legionärskrankheitsfällen aufgetreten, wobei die Zahl innerhalb von zehn Jahren deutlich zugenommen hat. 2008 wurden über 200 Fälle erfasst, 2018 bereits deutlich über 500.

Die Ansteckungsquelle ausfindig zu machen, ist meist nicht einfach. Nur selten können mehrere Fälle mit derselben potenziellen Quelle in Verbindung gebracht werden, wie das BAG schreibt. 2001 konnten acht gruppierte Fälle mit einem Kühlturm in Genf in Zusammenhang gebracht werden.

2012 sind in Zürich drei Fälle aufgetreten, die alle dasselbe Sportzentrum besucht hatten. 2017 zeigte eine Untersuchung in Basel, dass zwölf klinische Patientenproben praktisch identisch waren mit Legionellen aus dem Wasser von zwei Verdunstungskühlanlagen. (sda)

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