Schweiz
Lade Login-Box.
09.10.2019 14:00

Solarkraftwerk im Gebirge

  • Auf dem Stausee Lac des Toules im Wallis werden 36 schwimmende Photovoltaik-Elemente zu einer Solarenergieanlage zusammengebaut. Diese Pilotanlage bedeckt eine Fläche von 2240 Quadratmetern und wird jährlich 800'000 Kilowattstunden Strom für 220 Haushalte produzieren.
    Auf dem Stausee Lac des Toules im Wallis werden 36 schwimmende Photovoltaik-Elemente zu einer Solarenergieanlage zusammengebaut. Diese Pilotanlage bedeckt eine Fläche von 2240 Quadratmetern und wird jährlich 800'000 Kilowattstunden Strom für 220 Haushalte produzieren. | KEYSTONE/VALENTIN FLAURAUD
SOLARENERGIE ⋅ Romande Energie testet im Wallis die erste schwimmende Solarenergieanlage im Gebirge. Falls das Pilotprojekt auf dem Stausee Lac des Toules beim Grossen St. Bernhard erfolgreich ist, soll ab 2021 Strom für über 6000 Haushalte erzeugt werden.

Das Westschweizer Energieunternehmen hat am Mittwoch mit der Installation der Testanlage beim Stausee Lac des Toules in der Gemeinde Bourg-St-Pierre im Val d'Entremont begonnen, der sich auf 1810 Metern über Meer befindet. Der Stausee in den Walliser Alpen eignet sich laut Romandie Energie unter anderem deshalb gut für das Pilotprojekt, weil der See nach Süden ausgerichtet ist.

Die Anlage besteht aus einem Teppich von 36 Photovoltaik-Elementen, die im Seegrund verankert sind und sich mit dem Seespiegel heben und und senken. Die Module bedecken eine Fläche von 2240 Quadratmetern und sollen 800'000 Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren. Dies entspricht dem Jahresverbrauch von 220 Haushalten.

Dünne Luft gut für Produktivität

Laut Romande Energie handelt es sich um eine Weltpremiere. Das Besondere an der Anlage ist der Standort im Gebirge. Versuche haben gezeigt, dass auf dieser Höhe 50 Prozent mehr Sonnenenergie generiert werden kann als im Flachland. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf die dünnere Luftschicht und die dadurch höhere UV-Strahlung. Ausserdem reflektiert der Schnee im Winter das Licht.

Das Energieunternehmen will die Anlage während zwei Jahren testen. Wenn die Ergebnisse positiv ausfallen, ist ab 2021 ein Vollausbau auf einer Fläche von gut einem Drittel des Sees vorgesehen. Diese Anlage könnte 23 Millionen Kilowattstunden Strom für 6'400 Haushalte liefern.

Die Investitionskosten belaufen sich auf 2,35 Millionen Franken. Das Projekt wird vom Bundesamt für Energie unterstützt. Neben der technischen Machbarkeit will Romande Energie auch die Frage klären, ob sich schwimmende Solarenergieanlagen bei den vor allem im Winter schwierigen Wetterbedingungen im Gebirge auch finanziell rechnen. (sda)

Meist gelesene Artikel

Angehörige von deutschen Geschäftsleuten, die in China arbeiten, am Flughafen von Frankfurt. (Archivbild)
CHINA

Infektionsfall auf Flug nach China

LUZERN

Offener Brief an Mister Corona Daniel Koch

Im waadtländischen Noville kam es am Samstagabend zu einem tödlichen Unfall mit einem Traktor. (Symbolbild)
VERKEHRSUNFALL

Mann stirbt bei Traktorunfall in Noville VD

Die Luzerner Polizei fahndet nach einem Raubüberfall auf einen Dorfladen in Udligenswil nach dem Täter. (Symbolbild)
UDLIGENSWIL

Maskierter Mann überfällt mit Messer Dorfladen

NIDWALDEN

Knatsch in Hergiswil: Bauer will mit selbstgebauten Hindernissen Bikern an den Kragen

In Interlaken sind am frühen Samstagabend Schüsse gefallen. Verletzt wurde niemand. (Symbolbild)
KRIMINALITÄT

In Interlaken fallen Schüsse

OBWALDEN

Landschaftsschützer bekämpfen Fusion der Obwaldner Skigebiete

Die Ausschreitungen in zahlreichen Grossstädten der USA dauern an.
USA

Anhaltende Ausschreitungen in den USA

Das Wankdorfstadion in Bern sorgte beim Verlierer des Meistercup-Finals von 1961, dem FC Barcelona, nicht für Begeisterung
HEUTE VOR 59 JAHREN

Premieren, eine Peinlichkeit und ein Fluch

Der russische Oppositionelle Alexei Nawalny erhebt heftige Vorwürfe gegen die schweizerische Bundesanwaltschaft. (Archivbild)
RUSSLAND

Harte Kritik an der Bundesanwaltschaft

Zur klassischen Ansicht wechseln