Schweiz
25.06.2018 16:58

Wenig Rückhalt für Erdogan in der Schweiz

  • Wenig Rückhalt: In der Schweiz erhält der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nur knapp 38 Prozent der Stimmen. (Archiv)
    Wenig Rückhalt: In der Schweiz erhält der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nur knapp 38 Prozent der Stimmen. (Archiv) | KEYSTONE/AP/BURHAN OZBILICI
TÜRKEI ⋅ Der Wahlsieg des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ist in der Schweiz viel knapper ausgefallen als in der Türkei. Nur 37,2 Prozent der stimmberechtigten Türken wählten ihn. Auf Parteiebene erhielt derweil die prokurdische HDP die meisten Stimmen.

Das geht aus den Zahlen der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu vom Montag hervor. Mit 40,8 Prozent der Stimmen von wahlberechtigten Türken in der Schweiz landete die prokurdische HDP noch vor Erdogans AKP (31,3 Prozent) und der grössten Oppositionspartei CHP (17,29 Prozent).

Grund für die breite Unterstützung für die HDP ist eine strategische Überlegung, wie Celâl Bayar, Präsident der Föderation Schweizer Türken in der Romandie, am Montag gegenüber Keystone-SDA erklärte.

Hätte die HDP nämlich die Grenze von 10 Prozent nicht erreicht, die es für den Einzug ins Parlament brauche, wären die 66 gewonnen Sitze teilweise an die AKP und damit an die Partei von Erdogan zurückgegangen. Insgesamt erhielt die HDP 11,7 Prozent der Stimmen.

"Schlechtes Wahlresultat"

Für den Präsident Erdogan wählten indes 37,2 Prozent der türkischen Wähler in der Schweiz. "Das ist ein schlechtes Ergebnis", findet der Experte mit Blick auf das Resultat in der Türkei. Nach Auszählung fast aller Stimmen wird Erdogan in der Türkei mit 52, 6 Prozent klar wiedergewählt.

Muharrem Ince, der Herausforderer von der Oppositionspartei CHP, kommt in der Schweiz auf 31,9 Prozent der Stimmen. HDP-Kandidat Selahattin Demirtas unterstützten derweil 27,5 Prozent.

Die rund 100'000 in der Schweiz lebenden türkischen Wähler konnten vom 15. bis am 19 Juni ihre Stimme abgeben. Sie hätten sich stark mobilisiert, insbesondere die Opposition, sagte Bayar. Die Wahlbeteiligung erreichte 49,5 Prozent.

Insgesamt kann in 60 Ländern ausserhalb der Türkei abgestimmt werden. Die knapp über drei Millionen Auslandstürken stellen mehr als fünf Prozent aller türkischen Wähler. Bei einem knappen Ergebnis könnten ihre Stimmen entscheidend sein. (sda)

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