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05.10.2021 19:20

Bald können Unterwasser-Fans im U-Boot auf Wracktour gehen

  • Interessierte Leute vor dem U-Boot bei der Präsentation im Verkehrshaus. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 5. Oktober))
  • Philippe Epelbaum am Steuer des U-Boots. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern: 5. Oktober 2021))
  • Zwei von vier Motoren des U-Boots P-63. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 5. Oktober 2021))
VIERWALDSTÄTTERSEE ⋅ Die Unterwasserwelt im Vierwaldstättersee kann man demnächst vor Ort und im Trockenen bestaunen. Ein privates Unternehmen bietet Passagierfahrten mit der P-63 bis zu 100 Meter Tiefe an.

Roger Rüegger

Das U-Boot mit der Bezeichnung P-63 wirkt nicht sehr spektakulär. Mit zweieinhalb Metern Breite und weniger als sechs Metern Länge kann die graue Konstruktion ohne Spezialbewilligung und besondere Umstände mit einem Sattelschlepper transportiert werden. Die Stahlkonstruktion wiegt rund 6,5 Tonnen. Am Dienstagmorgen wurde sie zum Beispiel im Verkehrshaus in Luzern platziert, wo Philippe Epelbaum seine Maschine den Medien präsentierte.

Der Engelberger hat das U-Boot dem Nidwaldner Berufstaucher Franz Hattan vor einer Weile abgekauft. In den letzten eineinhalb Jahren wurde das U-Boot einer Generalüberholung unterzogen. Der Gründer der Firma Subspirit AG hat die Maschine gemeinsam mit einem Team Stück für Stück zerlegt, modifiziert und danach wieder komplett neu aufgebaut. Die Energieversorgung wird durch zwölf 48-Volt-Batterien sichergestellt.

«Wir haben dem U-Boot zwei zusätzliche Motoren mit Elektroantrieb von je fünf Kilowatt eingebaut. Mit nun neu vier Motoren ist es sehr viel präziser zu steuern. Damit ist es uns jetzt möglich, die P-63 nahe entlang eines Schiffswracks zu manövrieren und dadurch deren Details zu erkennen», gibt Epelbaum ein Beispiel.

Fahrten zu zwei Wracks im Angebot

Bemerkenswert ist hingegen, dass es sich bei der P-63 um das einzige U-Boot der Schweiz handelt, das für Passagierfahrten oder Behördeneinsätze zur Verfügung steht. Das Unternehmen Subspirit bietet ab Ende Jahr 2021 erste Tauchfahrten im Vierwaldstättersee an, in Zukunft soll dies auch in weiteren Schweizer Gewässern geschehen.

«Wir werden vorerst Tauchgänge zu zwei Schiffswracks unternehmen. Eine Destination ist die Motor-Naue Portland, die im Jahr 1953 sank und in 77 Meter Tiefe liegt. Ausserdem werden wir in die Nähe der Vitzanove gleiten. Dieses Schiff ging während des Sturms ‹Lothar› im Jahr 1999 unter», beschreibt Epelbaum, der einer von mehreren U-Boot-Piloten ist, das einstweilige Programm.

Die P-63 bietet Platz für vier Personen. Der Pilot steuert die Maschine alleine und kann folglich drei Passagiere mit in Tiefe nehmen. Bei der Reise wird das U-Boot maximal auf 100 Meter abtauchen, wobei von der Technik her problemlos eine Tauchtiefe von 300 Metern möglich wäre.

Die Fahrt kostet 490 Franken pro Person und ein Tauchgang dauert rund eine Stunde. «Wir wollen bei unseren Reisen den Gästen nicht nur die Stille und den Zauber der Welt unter Wasser näherbringen, sondern sie gleichzeitig auch für die Umwelt sensibilisieren. Wenn wir mit unserem Angebot hierfür etwas beitragen können, freut es uns zusätzlich», sagt Epelbaum.

Das U-Boot will immer auftauchen

Die sogenannte Überlebenszeit der P-63 beträgt 96 Stunden, plus vier Stunden Notvorrat. «Das Abtauchen mit einem U-Boot ist absolut ungefährlich», unterstreicht Epelbaum. Die Natur eines U-Boots sei es, zurück an die Wasseroberfläche zu steigen. Er stellt den Vergleich mit einer geschlossenen leeren Flasche an, die in jedem Fall an der Oberfläche erscheint. Das U-Boot ist ausserdem nie alleine unterwegs. Es wird immer von einem Oberflächenboot begleitet, dessen Besatzung ständig mit dem Piloten unter Wasser Sprachkontakt hat.

Einsatzmöglichkeiten gibt es für das Zentralschweizer U-Boot deren viele. Bis zum heutigen Tag wurde P-63 vorwiegend im technischen Bereich in verschiedenen Gewässern eingesetzt. Möglich sind Ortungen oder die Instandhaltung von Seeleitungen für Gas-, Abwasser- oder Strom, welche auf keiner Karte mehr zu finden sind. Auch für Sucheinsätze oder Bergungen kann sie eingesetzt werden.

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