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13.10.2021 19:11

Schwyzer Polizeitaucher halfen bei der schwierigen Bootsbergung mit

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    Für den Abtransport hievte ein Kran einer privaten Baufirma das Boot auf einen Bootstrailer. (Bild: PD)
ZUGERSEE ⋅ Die tagelange Suche nach dem Vermissten und seinem Boot ist vorbei. Spezialisten der Sonarsuche der Kantonspolizei Zürich konnten ihn vor Walchwil in rund 200 Meter Tiefe aufspüren. Auch die Kantonspolizei Schwyz und Genf waren an den aufwendigen Bergungsarbeiten beteiligt.

Tijana Nikolic

Die Suche nach dem seit dem 3. Oktober vermissten 77-jährigen Mann und seinem im Zugersee gesunkenen Motorboot ist beendet, wie die Zuger Polizei schriftlich mitteilt. Spezialisten der Seepolizei der Kantonspolizei Zürich konnten das Boot mittels Sonartechnik in einer Tiefe von rund 200 Metern lokalisieren. Für die Bergung mussten Experten der Seepolizei der Kantonspolizei Genf beigezogen werden, die über das erforderliche Equipment und die Erfahrung verfügen.

Die Bergung dauerte bis Dienstag um Mitternacht. «Die Schwierigkeit war, dass sich dieses Bootsunglück in einem Bereich ereignet hat, wo der See mit rund 200 Metern am tiefsten ist», erklärt Judith Aklin, Kommunikationsverantwortliche der Zuger Polizei, auf Anfrage. Noch anspruchsvoller als die Lokalisierung des Bootes war dessen Bergung, die verschiedene Spezialisten benötigte. Aklin betont:

«Dieser lange, schwierige und nicht ungefährliche Einsatz hat die sehr erfahrenen Einsatzkräfte und Spezialisten an ihre Grenzen gebracht.»

Kantonspolizei Schwyz und Genf auch involviert

Die Seepolizei der Kantonspolizei Genf musste mit einem ferngesteuerten, kabelgeführten Unterwasserroboter das Seil der Bergungswinde am Boot befestigen, ist der Mitteilung der Zuger Polizei zu entnehmen. «Das war stundenlange, millimetergenaue Präzisionsarbeit», führt Aklin aus.

Auch die Taucher der Kantonspolizei Schwyz waren gefordert. Sie konnten den vermissten Mann aus dem Boot bergen. «Für die Bootsbergung mussten sie einerseits Hebekissen am Boot anbringen, um dieses zu stabilisieren, und andererseits auch Sicherungs- und Hebeseile, damit das Boot aus dem Wasser gehoben werden konnte», so Aklin weiter. Nach der Bergung konnte der Vermisste den Spezialisten des Instituts für Rechtsmedizin (IRM) in Zürich übergeben werden.

Manuell bediente Sonarsonde

So funktioniert die Suche mit der Sonarsonde: Die Sonde wird von einem Boot aus an einem Kabel hängend ins Wasser gelassen, bis sie rund fünf bis zehn Meter über dem Grund hängt, beantwortet die Kantonspolizei Zürich auf Anfrage. Anschliessend wird ein 360 Grad Sonarbild der Umgebung erstellt. Dieses Prozedere dauert rund drei bis fünf Minuten, je nach Detaillierungsgrad der Aufnahme. Sobald das Bild erstellt ist, wird es vor Ort durch die in Zug am Einsatz beteiligten drei Seepolizisten der Kantonspolizei Zürich, die über eine Zusatzausbildung im Bereich der Sonarsuche verfügen, ausgewertet.

Die Sonarsuche ist ein manueller Prozess und bedarf der ständigen Bedienung, so die Kantonspolizei Zürich weiter. In solche Tiefen können Taucher nicht mehr vordringen. Während der Aufnahme des Sonarbildes muss das Boot möglichst exakt die Position halten. Je nach Wettersituation stellt dies eine Herausforderung dar, wird von der Kantonspolizei Zürich erklärt. Eine weitere Herausforderung kann der Untergrund darstellen. Ein flacher Grund ist einfacher als ein felsiger Grund mit steil abfallenden Wänden. Die Kantonspolizei Zürich führt im Jahr zwei bis zehn Sonarsuchen durch.

Kosten von mehreren zehntausend Franken

«Das Suchgebiet konnte aufgrund von Zeugenaussagen eingegrenzt werden», erläutert Aklin. Während der Suchaktion war die Seepolizei der Zuger Polizei tagsüber stets auf dem See präsent. Sie leitete den gesamten Einsatz und koordinierte die schwierige Bergung des vermissten Mannes und des Motorbootes. «Die Suchaktion kostet mehrere zehntausend Franken», verrät Aklin. Auf die Frage, wer für die Kosten der aufwendigen Suchaktion aufkommen muss, geht sie nicht ein und betont, «dass das Zentrale dieses Einsatzes die Bergung des Vermissten ist».

An der Bergung beteiligt waren auch Mitarbeitende vom Amt für Wald und Wild sowie Mitarbeitende der Wasserwerke Zug. Angehörige der Stützpunktfeuerwehr Zug stellten während der Bergung mit einer Ölsperre sicher, dass austretendes Öl und Benzin aufgefangen werden konnte, so die Zuger Polizei. Zudem pumpten sie das Wasser aus dem Boot ab, um es bergen zu können. Für den Abtransport hievte ein Kran einer privaten Baufirma das Boot auf einen Bootstrailer. Die Ursache für den Untergang des Boots ist nach wie vor nicht bekannt und Gegenstand der laufenden Abklärungen durch die Staatsanwaltschaft.

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