Schwyz BdU
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20.11.2021 17:23

Gaffer und Gefahren: Deshalb wurde das Mythen Center geschlossen

  • Kurz vor dem Zwischenfall: Reges Treiben am Koffermarkt. | Ernst Immoos, Bote der Urschweiz
  • Hier war die Dekoration aufgehängt. | Geri Holdener, Bote der Urschweiz
  • Das Gerüst stürzte aus mehreren Metern auf die Tische. | Geri Holdener, Bote der Urschweiz
  • Polizei und Arbeitsinspektorat untersuchen die Deko. | Geri Holdener, Bote der Urschweiz
  • Die Weihnachtskugeln waren an Alustangen befestigt. | Geri Holdener, Bote der Urschweiz
  • Kunden verlassen nach dem Hinweis auf die Schliessung die Parkgarage. | Geri Holdener, Bote der Urschweiz
IBACH ⋅ Es war kein einfacher Entscheid für die Kapo, das Mythen Center Schwyz an einem Samstagnachmittag evakuieren zu lassen. Aber nach dem Absturz einer Weihnachtsdekoration auf mehrere Kunden hatte die Sicherheit oberste Priorität.

Nach dem Absturz einer Dekoration im Oktogon des Mythen Centers (wir berichteten) machten sich die Polizei-Spezialisten der Spurensicherung am späten Samstagnachmittag an die Arbeit. Unterstützt wurden die Polizeimitarbeiter durch einen Spezialisten des kantonalen Arbeitsinspektorats. Die grosse Frage: Wie konnte es kommen, dass sich unter der Kuppel das hängende Gerüst löste und aus zehn Metern Höhe auf die Kunden fällt? 

Bilder, aufgenommen kurz vor dem Zwischenfall, zeigen ein dichtes Gedränge rund um die Tische im Oktogon. Hier fand heute der Weihnachts-Koffermarkt statt. Der Schmuck darüber, mehrere Weihnachtskugeln an einer sternförmigen Stangenkonstruktion, stürzte unter den Augen der Kundschaft ab. Einige Zeugen standen unter Schock. Center-Mitarbeiter und später Leute des Care Teams kümmerten sich um sie.

Zwei der sechs verletzten Frauen erlitten erhebliche Verletzungen. Die anderen vier Frauen hat man mit leichteren Verletzungen in Ambulanzen in die umliegenden Spitäler gebracht. Es befindet sich niemand in Lebensgefahr. Bei allem Leid für die Direktbetroffenen ist man sich bewusst: Es hätte auch ganz schlimm enden können.

Auch am späteren Samstagnachmittag wollten immer wieder vereinzelt Leute ins Mythen Center einkaufen gehen. Sie hatten nicht mitbekommen, dass sich um 14.20 Uhr ein Unglück ereignet hatte. Die Kundschaft wurde am Eingang freundlich, aber bestimmt weggeschickt.

Das Mythen Center Schwyz war wie immer am frühen Samstagnachmittag gut besucht. Der Polizei fiel es nicht leicht, die Schliessung anzuordnen. Vor 15 Uhr wurden die Kunden über die Lautsprecher in mehreren Sprachen aufgefordert, das Einkaufszentrum zu verlassen. Auf der vorgefertigten Tonband-Aufnahme sprach man von technischen Gründen.

Die Anordnung zur Evakuierung habe sich aus Sicherheitsüberlegungen aufgedrängt, so der Schwyzer Polizeisprecher Florian Grossmann. Priorität hatte die ungehinderte Rettung der Verletzten, ohne Gaffer im Weg.

Die Belegschaft des Mythen Centers zeigte sich sichtlich betroffen über das Unglück. Center-Chef Mario Camenzind: «Unsere Gedanken sind bei den Betroffenen und den Angehörigen.» Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisteten unverzüglich Erste Hilfe und machten den Weg frei für die professionellen Rettungskräfte. Alles lief eingespielt, durchorganisiert und den Umständen entsprechend ruhig ab. Im Mythen Center spielt man an Übungen regelmässig den Ernstfall durch, auch in Zusammenarbeit mit den Blaulicht-Organisationen. Eine Partnerschaft, die sich jetzt bewährt hat.

Geri Holdener

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