Wirtschaft
Lade Login-Box.
10.08.2018 11:54

Franken als Sicherer Hafen gesucht

  • Der Franken zeigt wieder Muskeln und steigt wegen der Türkei-Krise auf ein Mehrmonatshoch. (Archivbild)
    Der Franken zeigt wieder Muskeln und steigt wegen der Türkei-Krise auf ein Mehrmonatshoch. (Archivbild) | KEYSTONE/GAETAN BALLY
TÜRKEI-KRISE ⋅ Der Franken hat am Freitag zum Euro stark zugelegt und einmal mehr seine Funktion als sicherer Hafen (Safe-Haven) unter Beweis gestellt.

Grund ist vor allem der rasante Kursverfall der türkischen Lira und die Sorgen, dass einige europäische Banken deswegen in Schwierigkeiten geraten könnten.

Der Franken notierte um 11 Uhr zum Euro bei 1,1387 und damit deutlich fester als am Morgen. Letztmals unter 1,14 stand der Kurs Ende Mai, allerdings nur sehr kurz. Zu klar tieferen Kursen als aktuell (unter 1,13) wurde das Währungspaar genau vor einem Jahr, im August 2017, gehandelt.

Auch zum US-Dollar avancierte die hiesige Währung am Freitag, allerdings hielt sich die Aufwertung hier in Grenzen. Zur Berichtszeit wurden für einen Dollar 0,9943 Franken gezahlt, am frühen Morgen waren es noch etwa 0,9972 gewesen.

Marktbeobachter sprachen von einer nervösen Stimmung am Markt. Sie erklärten die Gewinne des Frankens bzw. die Kursverluste beim Euro mit einem rasanten Verfall der türkischen Lira. Am Freitagmorgen kam es im asiatischen Handel zu einer für die türkische Währung extremen Talfahrt. Die Lira erreichte so neue Rekordtiefststände zu den wichtigsten Währungen.

"Sorgen vor möglichen negativen Auswirkungen der Währungskrise in der Türkei auf Europa, vor allem auf deren Banken, liessen den Euro im asiatischen Handeln deutlich nachgeben", kommentierte der Devisenexperte einer grösseren Bank. Zuvor hatte die "Financial Times" gemeldet, dass der Kursverfall der türkischen Lira der Bankenaufsicht der EZB zunehmend Sorge bereite. Vor allem die Grossbanken BBVA, BNP Paribas und Unicredit stünden unter besonderer Beobachtung, berichtete das Blatt unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Situation sei aber noch nicht kritisch.

Weniger Gefahren sieht hingegen der Experte einer deutschen Privatbank. Die Geldhäuser des EU-Währungsraums hätten zu geringe Summen in der Türkei investiert, um eine "signifikante Krise" verursachen zu können, lautet die Einschätzung des Experten.

Note:

(Wiederholung aus technischen Gründen, fehlendes Wort im zweiten Abschnitt ergänzt) (sda/awp/awp/international)

Meist gelesene Artikel

LUZERN

«Zentralschweiz am Sonntag» wird eingestellt

DAGMARSELLEN

Umgekippter Anhänger verursacht Stau auf A2

Sie sind klein, aber zahlreich: Gebirgsbäche tauschen mit der Atmosphäre Gase aus und stossen dabei auch Treibhausgase aus.
HYDROLOGIE

Gebirgsbäche "atmen" schneller als gedacht

CHAM

Illegal anwesende Servicemitarbeiterin festgenommen

NIDWALDEN

Die EU droht - und der Bundesrat antwortet mit Geschenken

Alfred Schreuder - hier noch als Assistent bei Hoffenheim - kehrt als Cheftrainer zum Bundesliga-Klub zurück
DEUTSCHLAND

Neuer Trainer von Hoffenheim bekannt

UNTERÄGERI

Ein Tüftler funktioniert das Bike zum Lastenvelo um

Der Papst will aufgrund der Unschuldsvermutung den Rücktritt des Erzbischofs von Lyon nicht annehmen. Franziskus empfing den wegen Vertuschung von Kindesmissbrauch verurteilten Kardinal Philippe Barbarin am Montag zu einer Privataudienz.
FRANKREICH - VATIKAN

Erzbischof von Lyon bleibt im Amt

LUZERN

Coop City baut Restaurant in Luzern um

ZUG

Mehrere Hundert Liter Diesel ausgelaufen

Zur klassischen Ansicht wechseln