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12.02.2019 14:30

Kleinbauern stellen Forderungen

  • Bauern im Greyerzerland. Die Agrarpolitik 2022+ des Bundesrats stösst auf geteiltes Echo. (Archibvild)
    Bauern im Greyerzerland. Die Agrarpolitik 2022+ des Bundesrats stösst auf geteiltes Echo. (Archibvild) | Keystone/GAETAN BALLY
LANDWIRTSCHAFT ⋅ Die Kleinbauern fühlen sich durch die Agrarpolitik 2022+ des Bundesrats benachteiligt. Ihre Vereinigung fordert Korrekturen im Bereich der Direktzahlungen und bei den Ausbildungsanforderungen.

Mit der letzten Agrarreform habe sich die flächenbezogene Verteilung der Gelder weiter verschärft. "Täglich schliessen zwei bis drei Betriebe ihre Türen", sagte Regina Fuhrer, Präsidentin der Kleinbauern-Vereinigung, am Dienstag vor den Medien in Bern.

Problematisch ist laut Fuhrer, dass momentan viel Geld zu grossen Betrieben umgelagert werde. Die Schweiz entwickle sich damit hin zu einer industriellen Landwirtschaft.

In der Botschaft zur Agrarpolitik ab 2022 (AP22+) schlägt der Bundesrat einen Betriebsbeitrag von 4500 Franken vor. Für die Kleinbauern-Vereinigung ist dieser "symbolische" Beitrag zu gering. Sie fordert, den Betriebsbeitrag unabhängig von der Grösse des Bauernhofs auf mindestens 8000 Franken festzulegen.

Direktzahlungs-Obergrenze senken

Die Kleinbauern-Vereinigung begrüsst im weiteren die Wiedereinführung einer Obergrenze von Direktzahlungen und schlagen eine Deckelung bei 150‘000 Franken pro Betrieb vor. Dies ist rund 100‘000 tiefer als der vom Bundesrat vorgeschlagene Betrag. Dieser sei mit 250‘000 Franken zu hoch angesetzt und zeige wenig Wirkung.

Bei einer Obergrenze von 150‘000 Franken würden nur drei Prozent der Betriebe eine Kürzung erhalten, gab Fuhrer bekannt. Hingegen seien bei dem vom Bundesrat vorgeschlagenen Betrag gerade mal 0,2 Prozent der Betriebe betroffen.

Strukturwandel über die Hintertür

Der Bundesrat schlägt weiter vor, die Ausbildungsanforderungen an Landwirtinnen und Landwirte zu verschärfen. Vorgesehen ist eine höhere Berufsbildung mit Fachausweis. Damit müssten zukünftige Bäuerinnen und Bauern drei betriebswirtschaftliche Pflichtmodule absolvieren, wenn sie später von Direktzahlungen profitieren wollen.

Die erhöhten Anforderungen erachten die Kleinbauern als problematisch. Damit werde der Zugang zur Landwirtschaft erschwert, sagt die Kommunikationsverantwortliche Patricia Mariani: "Heute verfügen lediglich einen Drittel der in der Landwirtschaft tätigen Personen über einen solchen Berufsausweis. Damit versucht der Bundesrat einen Strukturwandel über die Hintertür einzuleiten."

Anpassung des Bodenrechts

Die Agrarpolitik 2022+ möchte auch Quereinsteigern den Einstieg in die Landwirtschaft erleichtern. Zu diesem Zweck soll das bäuerliche Bodenrecht angepasst werden. Doch die Kleinbauern weisen die Vorschläge zurück. Damit drohe eine Aufweichung des bäuerlichen Bodenrechts.

Laut Barbara Küttel, Geschäftsleiterin der Kleinbauern-Vereinigung, sind die Vorschläge des Bundesrats zu wenig durchdacht: "Wenn Stiftungen und Vereine Zugang zu bäuerlichem Boden hätten, besteht die Gefahr von Schlupflöcher - eine Kontrolle ist schwierig". (sda)

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