Wirtschaft
Lade Login-Box.
24.11.2021 10:54

Konkurswelle für 2022 am Horizont

  • Im laufenden Jahr wurden zwar so viele Firmen gegründet wie nie zuvor, 2022 könnte es nun allerdings zu einer Konkurswelle kommen. Dann laufen nämlich die staatlichen Unterstützungsmassnahmen aus und sogenannte "Zombiefirmen" werden aufgeben müssen. (Symbolbild)
    Im laufenden Jahr wurden zwar so viele Firmen gegründet wie nie zuvor, 2022 könnte es nun allerdings zu einer Konkurswelle kommen. Dann laufen nämlich die staatlichen Unterstützungsmassnahmen aus und sogenannte "Zombiefirmen" werden aufgeben müssen. (Symbolbild) | KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
KONKURSE ⋅ Die Firmenkonkurse haben in der Schweiz in den ersten zehn Monaten 2021 insgesamt leicht zugenommen. Gleichzeitig gründen mutige Geschäftsleute aber auch rekordverdächtig viele neue Firmen. Für 2022 zeichnet sich nun eine Konkurswelle ab.

Die Neueintragungen von Firmen bewegten sich in den ersten zehn Monaten des Jahres 2021 auf einem Rekordniveau, wie der schweizerische Gläubigerverband Creditreform in einer Mitteilung von Mittwoch schreibt. Insgesamt wurden in dieser Zeit 41'450 neue Firmen im Handelsregister eingetragen. Das sind 10,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im Oktober kam es derweil zu 434 Firmen-Insolvenzen. Das waren 1,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Von Januar bis Oktober summieren sich die Insolvenzen allerdings auf 4087, was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung um knapp 2 Prozent entspricht.

Für das Gesamtjahr rechnet Creditreform dann mit einem Total von etwa 5000 Konkursen. Das wären gut 2 Prozent mehr als im Corona-Jahr 2020, in dem die Insolvenzen um über 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen waren.

2022 dürften viele Zombie-Unternehmen Konkurs gehen

Damit bleiben die Konkurse zwar weiterhin auf einem tiefen Niveau. Die von vielen Fachleuten erwartete Konkurswelle dürfte damit aber nicht aufgehoben sein. Creditreform geht davon aus, dass über kurz oder lang insbesondere den Zombie-Unternehmen, also konkursite Firmen, die nur dank der staatlichen Stützungsmassnahmen die Corona-Krise überstehen, der Gang zum Konkursrichter nicht erspart bleiben wird.

Zum selben Schluss kommt auch die Beratungsfirma Alvarez & Marsal in ihrer aktuellen Befragung. Sie geht davon aus, dass es in der Schweiz 2022 zu einer Konkurswelle kommen könnte. Ein Grund dafür sieht Alvarez & Marsal darin, dass die Firmen künftig nicht mehr auf staatliche Unterstützungsmassnahmen zurückgreifen können, da diese allmählich auslaufen. So ist etwa Ende Februar 2022 das Ende der Kurzarbeit geplant und die Unternehmen müssen wohl Anfang 2022 mit den Rückzahlungen der Corona-Kredite beginnen.

Ausserdem sei rund ein Viertel der 180 befragten Firmen in einer ungenügenden oder schwachen Finanzlage, heisst es weiter. Das sind 30 Prozent mehr als im Vorjahr.

Bei den Privatpersonen stellt sich die Situation ebenfalls schwieriger dar. Denn die Zahl der Privatkonkurse nahm mit einem Plus von 12 Prozent in den ersten zehn Monaten stark zu. Für das Gesamtjahr rechnet Creditreform mit 8920 Privatkonkursen, 14,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

sig/kae/tv/rw (sda/awp)

Meist gelesene Artikel

WALCHWIL

Rettungshelikoptereinsatz nach weiterem Tauchunfall im Zugersee

ZUG

Verlieren Zuger den Dialekt?

Drei Menschen starben beim Unfall auf der Autobahn A3 in Effingen AG: Der 47-jährige Unfallverursacher muss sich wegen mehrfacher vorsätzlicher Tötung vor dem Bezirksgericht Brugg verantworten. (Archivbild)
PROZESS

Drei Tote bei Unfall: Autolenker vor Gericht

ARCHIV - Virgil Abloh bei einer Veranstaltung in London im Jahr 2018. Foto: Vianney Le Caer/AP/dpa
FRANKREICH

Louis-Vuitton-Designer Abloh gestorben

URI

Vermisster Urner wieder aufgetaucht

ZUG

Zuger Unternehmen stellen innovative Produkte mit Pfiff aus

Magdalena Andersson war kurz nach ihrer Wahl zur ersten schwedischen Regierungschefin wieder zurückgetreten. Foto: Pontus Lundahl/Tt/TT NEWS AGENCY/AP/dpa
SCHWEDEN

Schweden: Votum über Ministerpräsidentin

URI

«Wir verlieren Tausende Soldaten an den Zivildienst»

Beim Unfall in Neuheim wurde nicht nur der Lieferwagen beschädigt. Auch die Leitplanke, Randleitpfosten, ein Zaun sowie ein Amphibienschutzwall wurden in Mitleidenschaft gezogen.
WACHWIL/NEUHEIM

Zwei Fahrzeuge mit Sommerreifen verunfallt

Die Vorlage kam im Zuge der Affäre um den ehemaligen Staatsrat Pierre Maudet zustande. (Archivbild)
KANTONALE ABSTIMMUNG GE

Ja zu "Lex Maudet" in Genf

Zur klassischen Ansicht wechseln