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16.10.2020 13:09

Zalando kauft Zürcher Softwarefirma

  • Der deutsche Online-Modehändler Zalando investiert in neue Technologien und kauft den Zürcher 3D-Body-Scan-Spezialisten Fision. Die Firma hat eine virtuelle Umkleidekabine entwickelt.(Archivbild)
    Der deutsche Online-Modehändler Zalando investiert in neue Technologien und kauft den Zürcher 3D-Body-Scan-Spezialisten Fision. Die Firma hat eine virtuelle Umkleidekabine entwickelt.(Archivbild) | KEYSTONE/DPA-Zentralbild/JENS KALAENE
MODE ⋅ Der Online-Modehändler Zalando setzt auf Schweizer Technologie: Er übernimmt den Zürcher 3D-Body-Scan-Spezialisten Fision. Mit der Übernahme soll die Grundlage für einen neuen Tech Hub in Zürich mit rund 150 Mitarbeitenden gelegt werden.

Zalando gehe mit Nachdruck die Lösung des Problems richtiger Grössen und Passformen im Online-Shopping an, teilte der Onlinehändler am Freitag mit. Die Software-Firma, für die über 20 Personen arbeiten, hat eine Body-Scanning-App und virtuelle Umkleidekabine entwickelt. Finanzielle Details zu dem Deal gibt das Unternehmen nicht bekannt.

"Seit drei bis vier Jahren suchen wir nach Lösungen wie virtuellen Umkleidekabinen und haben dafür verschiedene Pilotprojekte durchgeführt", sagte Stacia Carr, die als Director Engineering Size and Fit bei Zalando das Grössen- und Passformen-Engineering verantwortet, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.

"Die richtige Grösse zu finden, ist schwierig, sowohl beim Einkauf online als auch offline." So können sich die Grössensysteme von Marke zu Marke, in verschiedenen Kategorien und Ländern gravierend unterscheiden.

Retourenquote senken

Zalando empfiehlt den Kunden bereits heute Grössen. Diese Empfehlungen basieren auf der individuellen Kauf- und Rücksendehistorie, Kundenfeedback und den Massangaben zum jeweiligen Produkt. Dies sei heute für rund die Hälfte aller Artikel im Zalando-Shop möglich, schreibt Zalando. Mit der Integration der Fision-Technologie mache Zalando einen wichtigen Schritt nach vorne hin zu einer personalisierten Beratung, die sowohl die Passform von Kleidungsstücken als auch die individuellen Körpermasse der Kunden berücksichtige.

Von der neuen Technologie erhoffe sich Zalando daher, unnötige Retouren zu verhindern. Heute wird über alle Zalando-Märkte hinweg cira die Hälfte aller Einkäufe wieder zurückgesendet. Da das Unternehmen die Retouren kostenlos anbietet, ist das auch ein grosser Kostenfaktor für den Onlinehändler. Carr beteuerte, die Retouren sollen auch künftig gratis bleiben.

Für Fision habe man sich entschieden, weil man viel von deren Technologie und Mitarbeitenden halte, sagte Carr weiter. Zürich sei ein sehr attraktiver Markt für Techtalente. Zudem sei die Schweiz nach dem Heimmarkt Deutschland der zweitgrösste Markt für Zalando.

In den nächsten Monaten soll nun ein Integrationsplan für Fision erarbeitet werden. Fision wird vollständig an Zalando angebunden. "Wir wollen herausfinden, wie wir die Technologie am besten zu den Kunden bringen können", so Carr. Innerhalb von eineinhalb bis zwei Jahren soll dann der Standort Zürich auf 150 Mitarbeitende ausgebaut werden. Zalando ist vor knapp zehn Jahren in den Schweizer Markt eingetreten und hat sich seither an die Spitze des hiesigen Modehandels gesetzt. (sda/awp)

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