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23.02.2021 11:45

Der Seebach in Buttisholz hat einen 140 Meter langen Parkettboden

  • Im Naturschutzgebiet Hetzligermoos in Buttisholz liegt der Seebach. Dieser wurde vor zirka 100 Jahren mit Holz ausgelegt, welches aber heute kaum mehr sichtbar ist.
    (Bilder: Manuela Jans-Koch (Buttisholz, 19. Februar 2021))
  • Im Hetzligermoos in Buttisholz sind Biber am Werk. (Bild: Manuela Jans-Koch (Buttisholz, 19. Februar 2021))
LUZERN ⋅ Der Seebach beim Naturschutzgebiet Hetzligermoos ist nicht so unscheinbar, wie er auf den ersten Blick wirkt.

Salome Erni

Salome Erni

Salome Erni

Salome Erni

Der Seebach ist der Ausfluss des Buttisholzer Soppensees. Ebenfalls bekannt ist er unter den Namen «Rohrbach» oder «Chräbsebach», letzteres wegen der Krebse, die vom See ins Fliessgewässer wandern. Der Bach führt zunächst zum Weiler Stettenbach, macht dort einen Knick und fliesst dann zum Hetzligermoos, wo er in die Rot mündet, welche sein Wasser weiter in die Wigger transportiert. Das Gewässer mag etwas unspektakulär klingen, doch der Seebach ist nicht wie alle anderen Bäche: Er fliesst manchmal zurück.

Dass er die Richtung wechselt, das passiert nur, wenn der Wasserspiegel der Rot höher liegt als die Ebene des Hetzligermooses. Durch das kleine Gefälle des Bachs kann dies bei starken Niederschlägen eintreffen. In den letzten Jahren habe es solche Situationen aber immer seltener gegeben, berichtet Heinrich-Johann Schweizer, der sich seit Jahren um das angrenzende Naturschutzgebiet Hetzligermoos kümmert.

Ein Bretterboden gegen das Pflanzenwachstum

Der Seebach hat aber noch eine weitere Überraschung zu bieten: einen Parkettboden.

Dieser 140 Meter lange Holzrost auf dem Grund des Bachs datiert aus dem Zweiten Weltkrieg. Heinrich-Johann Schweizer weiss die Geschichte dazu, die mit seinem Grossvater Henry Schweizer begann. Als Hersteller von (Torf-) Öfen kaufte dieser Anfang der 30er-Jahre das Hetzligermoos, das damals noch Torfabbaugebiet war. Während der Kriegsjahre beauftragte er polnische Internierte, einen Bretterboden auf dem Grund des Seebachs zu installieren.

Wie dies genau vonstatten ging, ist nicht überliefert. Doch es dürfte ein mühsames Unterfangen gewesen sein, bei dem wohl die meisten Arbeiter nicht ohne nasse Füsse davonkamen. Schweizer fand in einem Buch Erinnerungen eines französischen Internierten zu genau diesem Projekt. Dort sei erwähnt worden, dass der Patron gut zu ihnen geschaut hätte. Schweizer fügt hinzu:

«Und tatsächlich erzählte mir meine Tante, dass mein Grossvater manchmal Znünikörbe zur Baustelle mitbrachte.»

Sinn und Zweck der Aktion war, mit dem Bretterboden das Pflanzenwachstum auf dem Grund des Seebachs einzudämmen. Wie Schweizer schildert, wäre das Bachbett sonst bald überwuchert, der Abfluss würde nicht mehr funktionieren und es käme zu Überschwemmungen.

Hier darf nicht spaziert werden

Heute noch ist der Bretterboden in bestem Zustand. Da unter der Wasseroberfläche kein Sauerstoff an das Holz gelangt, beginnt es nicht zu faulen und bietet Schweizer weiterhin eine sichere Trittfläche bei der Pflege des Gewässers.

Längst ist das Hetzligermoos kein Torfabbaugebiet mehr, sondern seit 1933 ein Naturschutzgebiet mit der Order «betreten verboten». Schweizer, der es seit seinen Jugendjahren hegt und pflegt, meint dazu:

«Als Landstück hat es kaum materiellen Wert, doch für mich ist es ein Herzensanliegen, dass die Natur hier ihre Ruhe hat.»

So freut er sich, dass der Seebach und die nahen Weiher Heimat von Brutvögeln wie Schnepfe und Zwergreiher geworden sind. Und auch Biber lebe im Naturschutzgebiet:

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