Luzern
Lade Login-Box.
23.04.2019 18:11

«Luisa» soll vor sexuellen Übergriffen schützen

  • Partygäste in einem Club in der Schweiz. (Symbolbild: Jean-Christophe Bott/Keystone)
STADT LUZERN ⋅ Die Organisation Safer Clubbing lanciert in der Stadt Luzern eine Kampagne mit einem Code, um Frauen in Clubs und Bars Hilfe anzubieten. In Winterthur gibt es das Angebot bereits, doch es wird nur selten genutzt.

Fabienne Mühlemann

Es gibt immer wieder Personen, die Opfer von sexuell motivierter Gewalt werden. Gerade wenn man sich auf Partys oder in Bars aufhält, wo eine ausgelassene Stimmung herrscht, laute Musik läuft und es alkoholische Getränke gibt, kann es zu solchen Vorkommnissen kommen. Dabei kennt der Täter meist die Grenzen zwischen Flirten und einem Übergriff nicht.

Um sexuell motivierter Gewalt entgegenzuwirken, hat das nationale Label Safer Clubbing die Kampagne «Luisa ist hier» lanciert. Das Projekt wurde im englischsprachigen Raum und in Deutschland erprobt. In der Schweiz sind bereits Winterthur und Zürich mit an Bord. Ab jetzt macht auch die Sektion Luzern mit Hilfe der Opferberatungsstelle des Kanton Luzern mit.

Personal wurde extra für solche Situationen geschult

Das Projekt funktioniert so: Fühlt sich eine Person in einem Club oder einer Bar bedrängt oder unsicher oder wurde sie sexuell belästigt, kann sie zur Bar gehen und die Frage «Ist Luisa hier?» stellen. Das Personal bringt das Opfer daraufhin in einen geschützten Raum. «Der Code ist dazu da, damit sich das Opfer nicht vor allen outen muss. Häufig ist dann auch die Hemmschwelle tiefer und die Person getraut sich eher auf den Mitarbeiter zuzugehen», meint Rolf Tschuppert, Vize-Präsident von Safer Clubbing Luzern und Inhaber von Tschuppi’s Wonderbar. Ist das Opfer erst von der Menschenmasse weg, gehe es darum, ihm Schutz zu bieten. Das Personal wurde für solche Situationen spezifisch geschult. Der Name Luisa wurde gewählt, weil er einen Kopfton enthält. Damit ist er auch in einer lauten Umgebung leicht verständlich, heisst es auf einem Merkblatt.

In Luzern gehören 14 Bars und Clubs der Organisation Safer Clubbing an: Bar 58, Rok Club, Madeleine, Bourbaki, Grand Casino Luzern, Filou und Bengel, Roadhouse, Max, Tschuppi’s Wonderbar, Schwarzes und Weisses Schaf, Bruch Brothers, Princesse Club, Franky und das El Cartel. Dort hängen ab jetzt beim Eingang und auf der Toilette Infoplakate, die auf die Kampagne aufmerksam machen. Mit dem Projekt will die Organisation die Leute vor allem für das Thema sensibilisieren. «Es soll zudem auch eine abschreckende Wirkung für allfällige Täter haben», sagt Tschuppert. In Luzern gebe es zwar nicht viele Übergriffe auf Frauen. Aber man wolle mit gutem Beispiel vorangehen.

In Winterthur wird das Projekt schon seit Oktober 2017 durchgeführt. «Wir erhalten viele positive Rückmeldungen auf die Kampagne», sagt Kajo Böni, der für «Luisa ist hier» in Winterthur verantwortlich ist. Das Angebot werde aber nur selten genutzt. Das kann einerseits daran liegen, dass Frauen sich oft selber zu helfen wissen. Andererseits benötigt es nach wie vor Überwindung, andere um Unterstützung zu bitten. Das Projekt würde Böni aber auf jeden Fall wieder durchführen. «Wir können damit ein Zeichen setzen.»

Weitere Informationen gibt es hier.

Kommentare

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!

Meist gelesene Artikel

Die Obwaldner Polizei findet bei einer Bergung am Glaubenberg menschliche Überreste. (Symbolbild)
OBWALDEN

Zwei Skelette am Glaubenberg gefunden

OBWALDEN

Zahnradbahn auf den Pilatus bleibt im Tunnel stecken

BAUEN UR

Mountainbikerin stürzt über eine Felswand in die Tiefe

Ein seit Donnerstag vermisster vierjähriger Knabe wurde am Freitag gemäss Aargauer Kantonspolizei tot aus der Aare geborgen. (Symbolbild)
UNFALL

Vermisster Knabe tot aus Aare geborgen

Die Obwaldner Polizei findet bei einer Bergung am Glaubenberg menschliche Überreste. (Symbolbild)
SKELETTFUNDE

Zwei Skelette in Obwalden aufgetaucht

In dieser Kurve stürzte der Schüler aus noch ungeklärten Gründen rechts über steiles und felsiges Gelände.
UNFALL

Schüler in Chur tödlich verunglückt

Mit 170 Pyro-Fackerln im Auto ist ein Mann in Basel am Zoll erwischt worden.
SCHMUGGEL

Mann in Basel mit 170 Pyros erwischt

Die St. Galler Kantonspolizei hat während einer Unfallübung auf der A13 eine "Gaffer-Kontrolle" durchgeführt: Autolenker, die am Steuer das Handy zückten und Fotos machten, wurden angezeigt.
STRASSENVERKEHR

"Gaffer"-Kontrolle auf der A13

ZUGERSEE

Teilnehmerrekord: 1188 Boote am Start

Trotz Sanktionen der USA gegen den chinesischen Telekomkonzern Huawei: Swisscom-Chef Urs Schaeppi sieht momentan keinen Grund, den Verkauf von Huawei-Smartphones zu stoppen.
SEF 2019

Swisscom verkauft weiter Huawei-Handys

Zur klassischen Ansicht wechseln