Luzern
Lade Login-Box.
07.12.2018 17:00

Neugestaltete Peterskapelle in der Stadt Luzern öffnet ihre Pforten

  • In der neugestalteten Peterskapelle im Herzen Luzerns lassen sich die Kirchenbänke zusammenfalten. (Bild: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)
LUZERN ⋅ Ein Jahr war die Peterskapelle in der Luzerner Altstadt wegen Umbaus geschlossen. Nun öffnet das älteste Gotteshaus der Stadt seine Türen wieder und will in neuem Glanz und mit neuem Konzept auch kirchenfernen Menschen Platz bieten.

Wer die Türe bei der Kirche am Kapellplatz öffnet, dem stösst dieser Tage kein muffiger Duft entgegen. Hier riecht es nach neu, Leim könnte es sein, oder Farbe. Die Kapelle, die im Jahr 1178 erstmals erwähnt wird, ist in den vergangenen zwölf Monaten für 4,5 Millionen Franken erneuert worden.

Vom Dachstuhl über die Fassade bis zum Boden haben die Bauarbeiter Hand angelegt. Die Beichtstühle auf der Seite sind weg. Dafür haben die Architekten gleich beim Haupteingang unter der Empore einen hölzernen neuen Raum mit Windfang, Arbeitsplatz, Besprechungs- und Besinnungsraum, Beichtstuhl und einer Nischenkapelle geschaffen.

Neu und eben sind auch der Boden, eine Mischung aus Carrara- und Bardolinomarmor mit Jurakiesel, Altar und Ambo, die Beleuchtung und die Sitzbänke. Letztere, aus Ulmenholz gezimmert, lassen sich verschieben, zusammenklappen und stapeln.

Multifunktionaler Begegnungsort in neuem Gewand

Sie stehen damit stellvertretend für ein neues Konzept, wie Kirchenratspräsident Herbert Mäder am Freitag vor den Medien ausführte. Denn die Kapelle soll wohl Platz bieten für das klassische kirchliche Leben, aber auch öffentlicher Ort der Begegnungen für Menschen in der Stadt werden mit multifunktionalem Charakter.

So ging die Sanierung von Anfang an einher mit der Idee einer niederschwelligen Pastoral, auch als «City-Pastoral» bezeichnet. Alleine der Standort der Kirche eigne sich dafür. Die Rede ist von einem Co-Working-Platz, Laptop inklusive. Möglich sein sollen auch Mittagsmeditation, sozio-kulturelle Anlässe am Abend, Theatergottesdienste, neue liturgische Formen.

Drei Theologen haben bereits vor einem Jahr mit ihrer Arbeit begonnen. Es gehe nicht um eine Konkurrenz zu den Pfarreien, sondern um eine Präsenz und Anlaufstelle für Menschen im Herzen der Stadt, heisst es.

Wandbild zum Vorschein gekommen

Dass die Peterskapelle damit auch zu ihren historischen Wurzeln zurückkehrt, das erläuterte Denkmalpflegerin Cony Grünenfelder. Sie begleitete den Bau, die kantonale Denkmalpflege steuerte 400'000 Franken bei zu den Sanierungskosten.

Die Kapelle, so Grünenfelder, habe bereits früher als Versammlungsraum gedient, etwa im 15. Jahrhundert, als hier die Burgunderbeute verteilt wurde. Auch seien später die Osterspiele im Gotteshaus vorbereitet worden. Mit der Neugestaltung im Innern komme das Kulturdenkmal «aufgeräumt» daher. Raumwirkung und Denkmalcharakter seien gestärkt, die Spuren der Geschichte nicht getilgt worden.

So kam etwa beim Einbau von Büroräumlichkeiten über der Sakristei gar ein Wandbild zum Vorschein. Auf das Freilegen weiterer Bilder habe man aus Kostengründen verzichtet, sagte Kirchenrat Mäder. Nach dem Ende der Bauarbeiten beginnt laut den Verantwortlichen nun die Arbeit, der Kapelle mit dem neuen Nutzungskonzept, Leben einzuhauchen.

Kommentare

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!

Meist gelesene Artikel

LUZERN

«Zentralschweiz am Sonntag» wird eingestellt

DAGMARSELLEN

Umgekippter Anhänger verursacht Stau auf A2

Sie sind klein, aber zahlreich: Gebirgsbäche tauschen mit der Atmosphäre Gase aus und stossen dabei auch Treibhausgase aus.
HYDROLOGIE

Gebirgsbäche "atmen" schneller als gedacht

CHAM

Illegal anwesende Servicemitarbeiterin festgenommen

NIDWALDEN

Die EU droht - und der Bundesrat antwortet mit Geschenken

Alfred Schreuder - hier noch als Assistent bei Hoffenheim - kehrt als Cheftrainer zum Bundesliga-Klub zurück
DEUTSCHLAND

Neuer Trainer von Hoffenheim bekannt

UNTERÄGERI

Ein Tüftler funktioniert das Bike zum Lastenvelo um

Der Papst will aufgrund der Unschuldsvermutung den Rücktritt des Erzbischofs von Lyon nicht annehmen. Franziskus empfing den wegen Vertuschung von Kindesmissbrauch verurteilten Kardinal Philippe Barbarin am Montag zu einer Privataudienz.
FRANKREICH - VATIKAN

Erzbischof von Lyon bleibt im Amt

LUZERN

Coop City baut Restaurant in Luzern um

ZUG

Mehrere Hundert Liter Diesel ausgelaufen

Zur klassischen Ansicht wechseln