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22.05.2019 05:11

Schwester Ralmunda über Bürcher: «Er ist der Beste»

  • Peter Buercher (Bild: HO BISTUM CHUR) 
LUZERN ⋅ Der Apostolische Administrator des Bistums Chur, Bischof Peter Bürcher, war bis am Montag Spiritual im Frauenkloster Schwyz. Schwester Raimunda weiss, dass er ausgleichend wirkt.

Franz Steinegger

Der neue Apostolische Administrator des Bistums Chur, Bischof Peter Bürcher, war seit dem Jahr 2015 Spiritual – geistlicher Begleiter – des Frauenklosters Schwyz, wo er auch wohnte. Am Montag wurde er abgeholt und residiert seither in Chur.

«Ich habe nie damit gerechnet, was mir vor einigen Tagen bei Papst Franziskus passiert ist», schreibt er in seiner Grussbotschaft zur Ernennung. «Es war eine totale Überraschung für mich. Als pensionierter Bischof strebte ich mit 73 Lebensjahren nach ein wenig Ruhe.» Immerhin habe ihm der Papst am 11. Mai persönlich mehrmals zugesichert, dass er dieses anspruchsvolle Amt nur für ein paar Monate ausüben werde.

«Er will den Dialog»

Jene, die ihn am besten kennen – die Dominikanerinnen von St. Peter am Bach – charakterisieren ihn als «ruhig, bescheiden und zufrieden». «Er ist einzigartig. Alle rühmen ihn, ich habe nie ein schlechtes Wort über ihn gehört», sagt Schwester Raimunda, die Priorin des Klosters. «Als ich von seiner Ernennung erfuhr, war mein erster Gedanke: Er ist der Beste. Er ist neutral, hört allen zu. Er will den Dialog.»

Die Priester und die Gläubigen des Bistums würden ihn zwar nicht so gut kennen, er aber kenne das Bistum Chur. «Er hat sich in den letzten Jahren immer wieder damit befasst. Es ist ihm ein Anliegen, dass sich die Situation beruhigt», sagt Schwester Raimunda. «Ich habe grosse Hoffnung und wir beten dafür, dass er der rechte Mann ist.» Er sei ein «tätiger Mensch». Das Engagement für Arme und Benachteiligte sei ein zentrales Anliegen von Bischof Peter. Das zeigt sich auch in seinem Projekt zum Weltjugendtag in Panama, wo er 1,5 Millionen Rosenkränze anfertigen liess von bedürftigen Familien aus Bethlehem und Umgebung, von jungen Arbeitslosen, Gefangenen und Flüchtlingen dieser Region – und ihnen so ein Einkommen ermöglicht.

Als Spiritual des Frauenklosters war Bischof Bürcher in den Sommermonaten in Schwyz, wo er Messen feierte, Beichte hörte und Leute besuchte. Er wird am Samstag die 10-Uhr-Messe zum Jubiläum des Fernsehsenders K-TV im Frauenkloster halten und am Sonntag den Gottesdienst um 8 Uhr. Im Winter leitete er Pilgerfahrten in Israel.

Er war Bischof von Reykjavik

Peter Bürcher wurde 1945 in Fiesch im Oberwallis geboren. Im Alter von sieben Jahren kam die Familie nach Nyon im Waadtland. 1971 empfing er die Priesterweihe in Genf. Von 1994 bis 2007 war er Weihbischof von Lausanne, Genf und Fribourg, danach bis 2015 Bischof von Reykjavik, der nördlichsten Diözese der Welt.

Aus gesundheitlichen Gründen kam er 2015 in den «Süden» als Spiritual nach Schwyz. «Wir werden ihm seine Wohnung frei halten, damit er sich in unserem Kloster zurückziehen kann, wenn er frei hat und sich erholen möchte», versichert Priorin Schwester Raimunda.

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