Luzern
14.09.2018 14:51

Sportgeschichte mal anders: 427'000 Franken für digitales Schweizer Breitensport-Archiv und Jugend-Projekt

  • Einer der erforschten Aspekte: Sport wurde lange als reine Männerangelegenheit betrachtet. Im Bild zu sehen ist eine Szene des Eidgenössischen Turnfestes in Genf im Jahr 1925. (Bild: zvg/Universität Luzern/Peter Glogg) 
LUZERN ⋅ Das Projekt der Universität Luzern, das die Sportgeschichte des Breitensportes aufarbeiten will, ist einen Schritt weiter. Insgesamt werden für das Projekt 427'000 Franken investiert.

Die Universität Luzern will in Kooperation mit der PH Luzern, dem Verein für Sportgeschichte und dem Schweizerischen Sozialarchiv in Zürich sowie weiteren Institutionen und Museen eine digitale und interaktive Plattform zur Sportgeschichte aufbauen. Sowohl Forschende, Studierende, Lehrer und Schüler als auch Vereine und eine breitere Öffentlichkeit sollen dieses nutzen können. Was bisher Zukunftsmusik war, rückt nun einen Schritt näher, denn nun wurden Fördergelder für das Projekt «Digital Swiss Sports History Portal» gesprochen. Mit rund 187'000 Franken unterstützt der Schweizerische Nationalfonds (SNF) das zweijährige Projekt, wie die Universität Luzern am Freitag mitteilte. Ziel sei es, das historische Erbe des Schweizer Sportes zu erhalten und besser zugänglich zu machen.

Das zweite Projekt im Bereich der Sportgeschichte wird mit 240'000 Franken von der Gebert Rüf Stiftung, Basel unterstützt. Unter dem Namen «Swiss Sport History Goes Public» sollen sportinteressierte Jugendliche durch ein interaktives Online-Tool sowie Zeitzeugen für die Sportgeschichte sensibilisiert werden.

Ziel des Projektes ist es nicht, zu vermitteln wer wann welchen Wettkampf gewonnen hat. Viel mehr sollten die Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren erfahren, dass es nicht Zufall sei, wer wann welchen Sport betrieben habe. Denn Sport könne integrieren oder ausschliessen, heisst es in der Mitteilung der Universität Luzern.

Ausschlaggebend dafür seien je nach Sportart beispielsweise Geschlecht, Herkunft, Religion, soziale Zugehörigkeit, sexuelle Orientierung gewesen. Das Projekt soll die historischen Gründe dafür aufzeigen und vermitteln. Es läuft voraussichtlich zwei Jahre lang.

Im Sommer 2019 sollen die ersten Ergebnisse der beiden Projekte mit einem grösseren Event im Rahmen einer Sportveranstaltung präsentiert werden. Für das Projekt suchen die Verantwortlichen nach wie vor Zeitzeugen und -zeuginnen, die entweder Integration oder Ausschluss beim Sport erlebt haben und davon erzählen möchten.

pd/spe

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