Obwalden
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14.01.2022 20:11

Auf der Stöckalp könnte ein Biketrail entstehen – dank der Planung eines Maturanden

  • Lars Baumgartner aus Kerns hat seine Maturaarbeit der Planung eines Flowtracks auf der Stöckalp gewidmet. (Bild: Florian Pfister (Sarnen, 10. Januar 2022))
  • Lars Baumgartner liebt es auf dem Rad. (Bild: PD)
OBWALDEN ⋅ Lars Baumgartner hat in seiner Maturaarbeit ein 3D-Modell eines Flowtracks erstellt. Eigentlich wäre alles bereit, um das Projekt anzugehen.

Florian Pfister

Florian Pfister

Das Angebot für Velofahrer und Biker entwickelt sich in Obwalden weiter. Beispielsweise befindet sich in Giswil ein Bikeparcours, und im vergangenen Jahr wurde bei der Schule ein Pumptrack eingeweiht. Angebote für Biker gibt es auch in nahen Bergregionen wie auf der Schwandi oder auf dem Jochpass. Ein neues Angebot könnte nun durch die Maturaarbeit für die Kantonsschule Obwalden von Lars Baumgartner entstehen.

Der Kernser stellte sich die Frage, wie ein Flowtrail auf der Stöckalp geplant und visualisiert werden kann. Bei einem Flowtrail handelt es sich um eine Mountainbikestrecke, welche man über Sprünge, Wellen und Steilwandkurven manövriert, ohne dabei in die Pedalen zu treten. Die meisten Biketrails in der Region sind technisch anspruchsvoll, auch für Lars Baumgartner. «Ich gehe nicht gerne grosse Risiken ein», sagt er. Da hat er bei einer Flow-Strecke wesentlich mehr Spass.

Das Bike-Fieber hat Lars Baumgartner vor ungefähr acht Jahren gepackt und hält bis heute an. Ob er nun mit Freunden oder Familie auf eine Biketour geht oder seine wöchentlichen Trainings mit dem Rad- und Mountainbike Club Obwalden (RMC) absolviert – ihm gefällt das ganze Spektrum. Nicht nur Downhill, sondern gerne auch den Berg hoch.

Rechtliche Grundlagen sind nicht genau definiert

Bevor es an die konkrete Planung eines Flowtrails auf der Stöckalp ging, musste der 18-Jährige einiges an Vorarbeit leisten. Mehr, als er zunächst dachte. Gesetzliche Grundlagen gibt es zwar, aber der Regierungsrat müsste konkrete Ausführungsbestimmungen machen. Daher braucht es eine normale Baubewilligung und viel Geduld, wie das Beispiel des Bikeparcours Giswil zeigt. Der ehemalige Mountainbike-Profi Lukas Stöckli und sein Team brauchten rund acht Jahre, bis sie die Baubewilligung in den Händen hielten. Der Bau an sich dauerte lediglich etwas mehr als eine Woche. Dies zeigt laut Lars Baumgartner gut, dass das Bewilligungsverfahren in Obwalden für Bikestrecken noch nicht geregelt ist.

Das Verfahren vereinfachen könnte ein kantonales Bikekonzept. Aus Gesprächen für die Maturaarbeit geht hervor, dass der Kanton bereits Pläne verfolgt. Mit einem Bikekonzept ist gemeint, dass man im gesamten Kanton Gebiete oder Strecken festlegt, welche für Mountainbiker/innen gemacht und auch als solche markiert sind. In den ausgewählten Gebieten können dann Privatpersonen, Vereine oder Firmen selbst Bikestrecken bauen. «Ich wüsste nicht, was gegen die Stöckalp sprechen würde», sagt der Maturand. «Es besteht bereits ein Tourismusgebiet mit den Bergbahnen, dem Sportcamp und den Wanderwegen. Warum sollte man es nicht noch ausbauen?»

Lars Baumgartner musste zudem Abklärungen mit den Grundeigentümern treffen, welche grundsätzlich mit einem Flowtrail auf ihrem Grundstück einverstanden seien, aber verschiedene Bedingungen gestellt haben. Der Wanderweg sollte in den Wald verlegt werden, da er zum aktuellen Zeitpunkt mitten durch ihr Weideland geht. Zudem müsste dann klar zwischen dem Weideland und dem Flowtrail abgegrenzt werden, da sonst eine Gefahr für Mensch und Tier bestünde.

Nach langen Abklärungen konnte sich Lars Baumgartner an die Planung machen. Um die richtige Strecke zu finden, ging er zunächst durch den Wald. Seine Intuition als Biker half ihm, sich vorzustellen, welche Passagen Spass machen würden. Zusammen mit Lukas Stöckli hat er die definitive Routenführung festgelegt.

Umsetzung würde 38'000 Franken kosten

Danach hat er die Pläne gezeichnet. Dafür durfte er in einem Kernser Architekturbüro während zweier Wochen im Sommer einen Computer nutzen. Die GIS Daten AG, welche für die Landesvermessung zuständig ist, hat ihm grosszügig Daten zur Verfügung gestellt. «Am Anfang brauchte es etwas Zeit, um das Programm kennen zu lernen», sagt Lars Baumgartner. Die grosse Datenmenge sorgte einmal für einen Absturz des Computers. Im Programm erstellte der Schüler ein Animationsvideo.

Das 3D-Modell ist das eigentliche Produkt der Maturaarbeit. 511 Meter lang ist der Trail und sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene Biker angedacht. Die Umsetzung würde 38'000 Franken kosten. Denn Lars Baumgartner, der im Sommer seine Rekrutenschule beginnt, ging noch einen Schritt weiter und hat bereits eine Baueingabe ausgefüllt und eine Offerte berechnen lassen. Theoretisch wäre alles bereit, um das Projekt weiterzuführen. Doch Baumgartner wartet erst einmal ab. Es handelt sich zum jetzigen Zeitpunkt um seine Maturaarbeit, nicht mehr und nicht weniger. Wenn aber jemand die Idee weiterverfolgt, ist er gerne dazu bereit zu helfen.

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