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23.04.2019 05:09

Volksmusiker huldigen der «Rose» von Kerns

  • Oskar (links) und Rolf Della Torre mit der Kapelle Gupfbuebä im Hintergrund. (Bild: Primus Camenzind (Kerns 19. April 2019))
  • Rolf und Bethli Della Torre. (Bild: PD)
  • Anni und Oski Della Torre. (Bild: PD)
  • Carlo Brunner und Martin Nauer. (Bild: PD)
  • Das Engelchörli Appenzell im «Rose»-Keller. (Bild: PD)
  • Ruedi Rymann mit Hans und Oski Della Torre. (Bild: PD)
OBWALDEN ⋅ Das Gasthaus Rose feiert seine Vergangenheit und die Zukunft. Seit 60 Jahren führt die Familie Della Torre den Betrieb. Bald übernimmt die dritte Generation das traditionsreiche Haus.

Primus Camenzind

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Primus Camenzind

Wer von der «Rose» in Kerns spricht, denkt nicht nur an die gute Küche, sondern auch an den bedeutenden Stellenwert, den die Familie Della Torre mit ihrem Gasthaus landauf, landab unter Komponisten, Interpreten und Freunden der Volksmusik einnimmt. In der jüngeren Vergangenheit drohte sich allerdings, das Ende dieser erfolgreichen Ära abzuzeichnen. Diese Ungewissheit ist gleichzeitig auch der Beweggrund, weshalb die Familie beschloss, die sechs Jahrzehnte des Betriebs unter ihrer Führung als eine Art musikalisches Vermächtnis aufzuarbeiten.

«Noch vor nicht allzu langer Zeit waren wir der Überzeugung, die Ära der Familie in der ‹Rose› gehe zu Ende. Wir wollten deshalb einen Markstein setzen, damit man auch weiterhin an unser Gasthaus denkt», erklärt Rolf Della Torre, der mit Ehefrau Bethli nach 40 Wirtejahren leiser treten möchte. «Zum grossen Glück hat sich dann ergeben, dass mein Sohn Bruno und seine Frau Barbara ab Sommer das Restaurant übernehmen.» Jetzt sei nicht nur eine glückliche Wende angesagt, meint der Rosenwirt, sondern es liege auch eine denkwürdige CD mit 29 Titeln und einem «Booklet» in der Form einer Familienbroschüre vor. Und das Besondere daran ist, dass die Musik auf dem Tonträger ausschliesslich der Grossfamilie Della Torre und ihrem legendären Gasthaus gewidmet ist.

Seien es Ländler, Schottische, Märsche, Walzer, Polkas oder mitunter auch ein Foxtrott – diese Stücke vergangener Jahrzehnte stammen von schweizweit bekannten Komponisten der Szene und ebenso aus der Feder von Hans und Oski Della Torre, dessen Sohn Oski junior oder befreundeten Musikanten aus der Region wie Peter Steudler, Edy Wallimann, Walter Gerig oder René Jakober.

Wie die Bergflöhe auf Umwegen ein Hit wurden

Am Karfreitagabend, als die CD in der «Rose» bereits zum dritten Mal vor ausverkauftem Haus vorgestellt wurde, bereicherte der Moderator Armin Della Torre, Sohn des Akkordeonisten Hans senior, den Abend mit einer kuriosen Anekdote: Hans’ Bruder Oskar senior war zusammen mit seiner Frau Anni ab 1959 für 20 Jahre Rosenwirt und gleichzeitig ein gefragter Ländlermusik-Bassist. In seinem Kopf setzte sich eines Tages ein Ländler mit dem Titel «Zwee Bärgfleh» fest. Des Notenschreibens nicht kundig, pfiff er seinem Weinhändler und bestbekanntem Komponisten Kaspar Muther die Töne kurzerhand vor, bat ihn die Melodie aufzuschreiben und bei seinem nächsten Vertreterbesuch mitbringen. Gesagt, getan: Die Bergflöhe wurden auf kuriosen Umwegen zum Volksmusik-Hit.

Die 29 Titel wurden im Tonstudio von Urs Ehrenzeller in Alpnach eingespielt. Für ihn war diese Arbeit eine besondere Erfahrung: «Ein einmaliges Projekt», sagte er unserer Zeitung gegenüber. «Mit der Verpflichtung der Kapelle Gupfbuebä und einigen weiteren Spitzenmusikern gelang es uns, die Stücke soweit möglich in der Originalfassung, in höchster Qualität und in einem absehbaren Zeitraum zu realisieren.» Ehrenzeller war beeindruckt, dass es möglich war, bereits am ersten Aufnahmetag 10 Stücke perfekt einzuspielen.

Diese einmalige Qualität war denn auch am Konzert im Gasthaus Rose vom ersten bis zum letzten Ton spürbar. Zu den Gupfbuebä mit Dani Häusler (Klarinette, Saxofon), Jörg Wiget (Akkordeon), Dominik Lendi (Kontrabass) und Ueli Stump (Klavier) gesellten sich für einige Kompositionen auch der Akkordeonist Fredy Reichmuth (Heirassa Revival) und Beat Blättler (Solofagottist im Luzerner Sinfonieorchester). Diese faszinierende Art, Volksmusik gefühlvoll und gleichzeitig virtuos zu interpretieren, darf als «konzertante Stubete» bezeichnet werden.

Rolf Della Torre erinnert sich: Als vor rund 35 Jahren an einem Karsamstag erstmals der legendäre Akkordeonist Willi Valotti mit seinem Trio in der «Rose» aufspielte, war klar, dass in der Kernser Gaststube vor allem gepflegte Volksmusik als Kulturgut ihren Platz haben würde. «Und ich bin glücklich, wenn wir diesen Weg mit meiner Unterstützung auch in der dritten Generation gehen dürfen.»

Hier ein paar Bilder aus der Geschichte der «musikalischen Rose»

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