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20.05.2022 12:23

Über 40'000 Einsätze im Coronajahr 2021: Die Spitex Uri wächst weiter

  • Die Coronapandemie verlangte den Mitarbeitenden der Spitex Uri im vergangenen Jahr viel ab. (Bild: Valentin Luthiger)
  • Christian Arnold informierte über die aktuelle Situation bei den Flüchtlingen aus der Ukraine. (Bild: Florian Arnold (Schattdorf, 22. März 2022))
  • 81’850 Einsätze verzeichnete die Spitex Uri 2021. (Bild: Valentin Luthiger)
URI ⋅ Die Menschen werden älter und wollen länger zu Hause bleiben. Das sind grosse Herausforderungen – auch für die Spitex Uri. Regierungsrat Christian Arnold sieht im Urner Betrieb die wichtigste Anlaufstelle für die ambulante Langzeitpflege im Kanton.

Remo Infanger

Remo Infanger

Remo Infanger

Flexibilität, Resistenz und eine Menge Ausdauer sind bloss drei von vielen Eigenschaften, die von den 115 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Spitex Uri im vergangenen Jahr besonders benötigt wurden. Es ist selbstredend, dass die Pandemie auch im zweiten Coronajahr 2021 gerade den Pflegeberufen erneut viel abverlangte. Wenn Fürsorge und Nähe zum Menschen das Kerngeschäft der Spitex ausmachen, gleichzeitig aber so viel körperlicher Abstand wie nötig gefordert wird, braucht es viel Fingerspitzengefühl.

Diese Gratwanderung ist den Spitex-Mitarbeitenden auch 2021 wieder gelungen, wie Michael Zgraggen, Präsident der Spitex Uri, an der GV betont. Die Versammlung wurde auch heuer nochmals über den Korrespondenzweg abgehalten. «Mehrmals mussten neue Massnahmen im Berufsalltag umgesetzt werden. Auf willkommene Erleichterungen folgten wieder Verschärfungen», so Michael Zgraggen.

«Es hat mich sehr beeindruckt, wie die Mitarbeitenden auf diese Herausforderung reagiert und die Balance zwischen Flexibilität und Stabilität gefunden haben.»

Das wissen aber nicht nur die Klientinnen und Klienten zu schätzen: So sind die Gesundheitsberufe in den vergangenen beiden Jahren immer mehr ins Zentrum von Politik und Gesellschaft gerückt. Dass Ende November die Pflege-Initiative in der Schweiz mit einer deutlichen Mehrheit angenommen wurde, unterstreiche den Respekt vor dem Geleisteten und die Systemrelevanz der Pflegeberufe in der Bevölkerung.

Menschen werden älter – und wollen länger zu Hause bleiben

Christian Arnold, Urner Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektor, betont den hohen Stellenwert der Spitex Uri im Kanton – insbesondere im Hinblick auf die grossen Herausforderungen: «Die Menschen werden älter. Aufgrund dieser demografischen Entwicklung ist davon auszugehen, dass der Bedarf an Pflegeleistungen stark steigen wird», so Arnold. «Zusätzlich stellen wir ein zunehmendes Bedürfnis fest, dass die Leute im Alter länger zu Hause bleiben wollen.» Gerade beim Urner Gemeinschaftsprojekt «Weiterentwicklung Langzeitpflege» (wir berichteten) komme der Spitex deshalb eine besondere Bedeutung zu. «Mit dieser Entwicklung nimmt auch die Bedeutsamkeit der Spitex noch weiter zu», sagt Christian Arnold.

«Die Spitex muss die zentrale Anlaufstelle für die ambulante Langzeitpflege im Kanton Uri sein.»

Und die Spitex Uri wächst, wie die Zahlen aus dem Jahresbericht 2021 belegen. So sind fast 10 Prozent mehr Mitarbeitende hinzugekommen. Das geht einher mit der Pflegeleistung. 40'280 Pflegestunden hat die Spitex Uri 2021 verrechnet – was einer Zunahme von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dass die Einsätze längst nicht nur im Umkreis des Stützpunktes in Schattdorf erfolgen, sondern auch in die tiefen Urner Täler führen, zeigen eindrücklich die aufgeschriebenen Wegstunden: 17’390 Stunden Wegzeiten zu 81’850 Pflege-, Hauswirtschafts- und Familienhilfe-Einsätzen haben die Mitarbeitenden im vergangenen Jahr zurückgelegt.

Fast 80 Prozent mehr Psychiatriestunden

Die Coronasituation schlug auch auf die Psyche vieler. Dies belegen die stark gestiegenen Zahlen der geleisteten Stunden in der ambulanten Psychiatriepflege. So wurden im vergangenen Jahr 1480 Psychiatriestunden verrechnet – 78 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit 2019 begleitet die Spitex Uri die Langzeitbetreuung zu Hause, aber auch der Übergang nach Klinikaufenthalten in den Lebensalltag.

Leicht zurückgegangen sind die Stunden für hauswirtschaftliche Dienstleistungen. Das sei insbesondere der Pandemie geschuldet – aber nicht nur. «Je nach Mitarbeitenden-Situation musste das Tagesgeschäft der Pflege zeitweise priorisiert werden», so Petra Weber, Leiterin der Kerndienste und Fachbereiche. «Es versteht sich von selbst, dass gerade dann die hauswirtschaftlichen Einsätze zuerst gekürzt oder gar einmal ausgesetzt wurden.» Ein anderer Grund liegt wohl beim anhaltenden Boom des Frischmahlzeitendienstes. 18’000 Mahlzeiten – 50 pro Tag – haben die Fahrerinnen und Fahrer für die Spitex im Jahr 2021 geliefert, rund 5500 mehr als im Vorjahr. Der Frischmahlzeitendienst sei derart erfolgreich, dass derzeit Abklärungen laufen, das Angebot auch im Urner Oberland anzubieten.

Myriam Sigrist komplettiert die Geschäftsleitung

Auch eine Neubesetzung der Geschäftsleitung beschäftigte die Spitex Uri. So verliess das GL-Mitglied Fleur Tresch, die sechseinhalb Jahre die Leitung der Finanzen und Administration innehatte, den Urner Pflegebetrieb. Mit Myriam Sigrist konnte die Stelle bereits wieder besetzt werden. Nach erfolgreichem Abschluss des eidgenössischen Fachausweises Finanz- und Rechnungswesen hat die Flüelerin ihre Berufserfahrung etwa als administrative Leiterin der richterlichen Behörden beim Urner Obergericht weiter vertiefen können. Myriam Sigrist wird die Stelle Anfang Juli antreten und die Geschäftsleitung wieder komplettieren. Der gesamte Vorstand der Spitex Uri wurde wiedergewählt.

Die Jahresrechnung 2021 des Betriebes schliesst ausgeglichen ab. Es resultieren Einnahmen und Ausgaben von rund 6,83 Millionen Franken. Die Beiträge der öffentlichen Hand von 2,69 Millionen Franken beinhalten insbesondere auch die gesetzlich vorgegebene Restfinanzierung an die Pflegekosten im Umfang von einer halben Million Franken.

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