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21.01.2022 16:59

«Ürner Asichtä»: Begeistert von Netzwerk-Sportfamilien

  • Sarah Kemp. (Bild: Urner Zeitung)
URI ⋅ Dank Corona ist die Spirgnerin Sarah Kempf auf den Geschmack von Sport-Apps und deren Community-Gedanken gekommen. Obwohl sie eine Langlaufroute alleine absolviert, kann sie sich so beispielsweise mit Dario Cologna messen.

Sarah Kempf

Als aktive Sportlerin bin ich sehr begeistert, an Herausforderungen und Wettkämpfen teilzunehmen. Seit der Coronapandemie vermehrt auch mit Hilfe von Apps und «Communities» – sozialen Netzwerken, in denen Aktivitäten aufgezeichnet, gesammelt, verwaltet, verglichen und geteilt werden können.

Bereits haben sich etliche Plattformen als weltweit riesige Sportlergemeinschaften etabliert und faszinieren immer mehr Menschen. Von grosser Beliebtheit und mein Favorit ist die App «Strava». Damit zeichne ich meine Trainings auf und erfasse Leistungen wie Dauer, Kilometer, Geschwindigkeit, Höhenmeter oder Kalorienverbrauch – wie in einem Tagebuch. Dank GPS ist meine zurückgelegte Strecke auch visuell ersichtlich und Farben zeigen mir an, welche Abschnitte ich gemächlich oder eben turbomässig absolviert habe.

Die Aktivitäten kann ich als privat markieren, so bleiben sie nur für mich ersichtlich. Oder aber – noch viel reizvoller – kann ich sie teilen, damit mir andere Nutzer «Daumen hoch»-Emojis geben können. Wenn zusätzlich noch positive Kommentare stehen, spornt mich das für weitere «Taten» an. Schon oft bin ich so auf neue Trainingsideen gestossen. Genau dieser Austausch mit Anderen machen den Reiz und Erfolg der Plattformen aus.

Was ich ganz cool finde sind konkrete virtuelle Wettkämpfe, an denen man teilnehmen kann. Da gibt es zum Beispiel bei meiner App aktuell die Winter-Herausforderung «#Nordicstar: Dischmatal-Run». Das ist eine ausgeschilderte Langlaufrunde von fünf Kilometern, die es zweimal zu absolvieren gilt. Dario Cologna ist sie zu Beginn des Winters gelaufen und hat die Richtzeit aufgestellt, an der man sich messen kann. Eine Übersichtstafel ist sowohl die Start- als auch die Ziellinie.

Wann und wie oft ich starte, wähle ich individuell. Ich registriere mich in der App und drücke dann einfach den GPS-Knopf an meiner Uhr. Los geht’s! Clever eingeteilt oder von Anfang an Vollgas, mit Musik in den Ohren oder bloss von Naturgeräuschen und der schnellen Atmung umgeben – ich habe die freie Wahl, und im Hinterkopf ständig die Zeit, die läuft. Umgehend nach dem Zieleinlauf erscheine ich in der Rangliste. Und wenn’s gut läuft sogar im Top-Ten-Leaderbord und erhalte ein virtuelles Abzeichen. Ich gebe zu, es macht auch mich immer wieder stolz, wenn sich meine Trophäensammlung erweitert.

Am Anfang brauchte ich etwas Angewöhnungszeit für solche Apps. Inzwischen bin ich begeistert. Es ist wie mit dem Homeoffice, lange Anfahrtswege fallen weg und ich bin bezüglich Zeiteinteilung viel flexibler.

Als besonderes «Feature» erhalte ich jeden Monat eine persönliche Übersicht meiner Aktivitäten und Ende Jahr sogar eine Gesamtzusammenfassung. Visualisiert mit Grafiken erfahre ich, dass ich im 2021 insgesamt 267 Tage aktiv war, eine Gesamtdistanz von 3518 km zurücklegte, 89’031 Gesamthöhenmeter sammelte und total 343 Stunden und 27 Minuten aufgezeichneten Sport trieb. Wow! Früher verbrachte ich Stunden, um solche Auswertungen zu evaluieren.

Liebe sportbegeisterte Urnerinnen und Urner, vielleicht habe ich mit meiner Kolumne auch Sie motiviert, Teil einer Online-Sportcommunity zu werden. Probieren Sie’s aus! Aber Achtung, es besteht Suchtgefahr!

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