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24.04.2019 05:11

Uri hat 32 neue Atemschutz-Grenadiere

  • Urner Feuerwehrleute liessen sich im Grundkurs für Atemschutzgeräteträger für den Ernstfall ausbilden. (Bild: PD, Erstfeld, 18. April 2019)
ERSTFELD ⋅ Im Grundkurs für Atemschutzgeräteträger erbrachten die Teilnehmer in Erstfeld während dreier Tage körperliche Höchstleistungen, die sie teilweise auch an ihre physischen und psychischen Grenzen stossen liessen.

Vom 16. bis am 18. April fand auf dem Ausbildungszentrum Krump in Erstfeld der Grundkurs für Atemschutzgeräteträger statt. Den 32 sehr motivierten und engagierten Teilnehmern aus 15 Gemeinde- und Betriebsfeuerwehren wurden dabei die Grundkenntnisse des Atemschutz-Handwerks vermittelt. Der Kurs beinhaltete folgende Ziele:

einheitliche Ausbildung der Atemschutzgeräteträger mit Pressluftatmern;Sicherheit in der Handhabung und Wartung von Atemschutzgeräten;taktische Schulung im Atemschutzeinsatz.

Das dreitägige Kursprogramm enthielt aufbauende Lektionen zu theoretischen Grundlagen, aber auch Einsatzübungen mit realistischen Bränden.

Übung für Tastsinn und Kommunikation

Der erste Tag stand ganz im Zeichen der Theorie, der Grundlagen und der Angewöhnung. Die korrekte Inbetriebnahme des Atemschutzgerätes wurde den Teilnehmern Schritt für Schritt bis zur einsatzmässigen Bereitstellung unter Zeitdruck vermittelt. Dies ist für einen schnellen und sicheren Einsatz unabdingbar. Dabei wurde immer auch das Schwergewicht auf die Sicherheitsbestimmungen nach dem schweizerischen Reglement Basiswissen gelegt, die bei einem Atemschutzeinsatz zwingend eingehalten werden müssen.

Am Nachmittag mussten die Teilnehmer im sogenannten Seilparcours die Hindernisse über das Trümmerfeld bewältigen. Das Ganze geschah mit zugeklebter Atemschutzmaske respektive unter völliger Blindheit des Geräteträgers. Bei dieser Übung wurden der Tastsinn jedes Einzelnen und die Kommunikation innerhalb des Trupps trainiert, um sich bei einem Einsatz mit Rauch und ohne Sicht trotzdem fortbewegen zu können.

Anschliessend wurde bei einem Angewöhnungsmarsch unter erschwerten Bedingungen versucht, die Teilnehmer an ihre körperliche Leistungsgrenze zu führen.

Auch taktische Elemente vermittelt

Die am ersten Tag vermittelten Grundlagen wurden während des ganzen zweiten Tags gefestigt. Die Teilnehmer erhielten die Möglichkeit, verschiedene Kommunikationsmittel im Atemschutz kennen zu lernen und einzusetzen. Dazu wurden taktische Elemente vermittelt, zum Beispiel das systematische und effiziente Absuchen eines Gebäudes oder der richtige Innenangriff mit einer Wasserleitung im Brandfall. Bei der 2017 erstellten Brandcontainer-Anlage wurde das fachgemässe Öffnen von Türen im Falle eines Brandes geübt.

In den Containern wird mit Holz gefeuert. Dadurch entstehen im Innenraum sehr grosse Hitze und Rauch, und dadurch wird ein Zimmerbrand realistisch simuliert. Auf sehr grosses Interesse stiess auch die Sanitätslektion, in der die Teilnehmer mit verschiedensten Mitteln einen Notfall während des Atemschutzeinsatzes üben konnten.

Auch dreifachen Löschangriff geübt

Fünf Einsatzübungen und ein schriftlicher Test prägten den dritten Tag. Dazu gehörte unter anderem der dreifache Löschangriff mit Wasser, Schaum und Pulver bei einem chemischen Flüssigkeitsflächenbrand. Im sogenannten Brandhaus bekamen die Feuerwehrleute die thermische Belastung bei einem Brand im Gebäude am eigenen Körper zu spüren.

Auch mussten sie bei extrem engen Platzverhältnissen und unter Echtrauch bis zu 60 Kilogramm schwere Übungspuppen bergen und dabei beschwerliche Hindernisse überwinden. In diesem Jahr bekamen die Teilnehmer in den zur Verfügung stehenden Brandcontainern zusätzlich die Möglichkeit, das an den Vortagen erworbene Fachwissen unter Beweis zu stellen.

Die Herausforderung in der Anlage bestand nämlich darin, gleichzeitig während der Brandbekämpfung auch die Räumlichkeiten auf verschiedenen Etagen nach vermissten Personen abzusuchen und diese zu retten.

Am Schluss jedes Kurstages wurden die Atemschutzgeräte und das restliche Material zuverlässig retabliert, damit das Material für den nächsten Einsatz wieder bereitstand. (pd/bar)

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