Zug
Lade Login-Box.
22.07.2021 05:09

Die Lager-Teilnehmenden in Risch haben Corona und dem Regen getrotzt

ZUG ⋅ Rund 2500 Kinder und Jugendliche aus 40 Scharen sind derzeit im Kantonslager. Die Organisatoren sind gleich mehrfach gefordert.

Es sind aussergewöhnliche Umstände, unter denen das zweiwöchige Kantonslager von Jungwacht Blauring (Jubla) Luzern ennet der Kantonsgrenze in Risch stattfindet. Denn das Lagermotto «Tauch ii, bis debi!» hat sich mehr als bewahrheitet, wie ein Augenschein zeigt.

Trotz Sonnenscheins ist der Lagerplatz der Jubla Dagmersellen noch immer voller Schlamm, eine Gruppe Blauring-Mädchen tollt in Gummistiefeln durch braune Pfützen. Das sei kein Vergleich zu vor einer Woche, betont Lagerleiter Jan Widmer:

«Mit solch heftigen Niederschlägen hatten wir nicht gerechnet, wir tauchten wirklich mottogetreu in die Unterwasserwelt ein. Es regnete so stark, dass sich das Wasser auf dem Platz sammelte und sich in Kuhlen kleine Seen bildeten.»

Mit zusätzlichen Blachen und selbst gebuddelten Gräben versuchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Zeltbauten zu schützen. Zwei Scharen mussten sich den Wassermassen schliesslich geschlagen geben und verbrachten eine Nacht in einer Notunterkunft. Sie konnten danach allerdings wieder auf ihre Lagerplätze zurückkehren. Laut dem Organisationskomitee (OK) bestand zu keiner Zeit eine akute Gefährdung.

«Wir hatten kein grosses Problem», sagt der 10-jährige Linus Steffen aus der Jubla Dagmersellen. «Unsere Zelte stehen auf Stelzen, dadurch wurden wir beim Schlafen nicht nass. Zudem hat es Spass gemacht, Gräben gegen das Hochwasser zu buddeln.»

Generell fällt auf: Das Wetter zwang vergangene Woche zwar viele Scharen, ihr Programm stark anzupassen – den Kindern scheint die Freude dennoch nicht vergangen zu sein. «Das Singen am Lagerfeuer war toll. Und unsere Velotour zum Zugerberg und den Baarer Höllgrotten fand ich super», sagt der 9-jährige Leon Kurmann begeistert.

Abschlussfest findet achtmal statt

Auf sieben Lagerplätzen zelten derzeit Kinder und Jugendliche aus 40 Scharen. Neben dem Unwetter hat vor allem die Coronapandemie das OK gefordert. Im vergangenen Jahr musste das Kantonslager abgesagt werden und statt ursprünglich 4000 Personen konnten dieses Jahr nur deren 2500 teilnehmen. Vor dem Lager mussten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen negativen Coronatest vorlegen, Besuchstage sind nicht erlaubt. Ausserdem sind Aktivitäten auf Gruppen von maximal 500 Personen beschränkt.

Es sei schade, dass sich nie alle gemeinsam treffen könnten. Denn ein Kantonslager sei für den Austausch zwischen den Scharen gedacht, sagt Ramon Stalder, Co-Präsident des Kantonslagers von Jungwacht Blauring Luzern. Er steht auf dem rund 20 Meter hohen Holzturm auf dem Hauptplatz in Rotkreuz. Doch auch hier habe man eine Lösung gefunden.

Das ursprünglich für alle geplante Abschlussfest mit Konzerten und Theater findet nun achtmal für verschiedene Scharen statt, damit sich nicht zu viele Personen gleichzeitig auf dem Platz aufhalten. Dennoch soll das Gemeinschaftsgefühl nicht leiden. «Mit einem farbigen Handabdruck können sich alle auf einem Stoffbild verewigen. So entsteht trotzdem etwas, das nur entstehen kann, wenn alle mitwirken», erklärt Stalder.

Eindrücklicher Holzturm und grosses Engagement

Auch ohne eine Pandemie und Hochwasser ist die Organisation eines solchen Grossanlasses eine logistische Herausforderung. Im Herbst 2016 startete das 80-köpfige OK mit der Planung. Insgesamt leisten fürs Kantonslager rund 250 Personen unzählige Stunden an Freiwilligenarbeit, darunter auch Externe. So hat etwa der Verein Outdoor Solutions, bestehend aus ehemaligen Jugendverband-Mitgliedern, den Holzturm auf dem Hauptplatz aufgebaut. Entstanden ist ein eindrücklicher Ausguck mit zwei Plattformen, der mit dem ehemaligen Erlebnisbaum im Rotkreuzer Sijentalwald mithalten kann.

Danach gefragt, was ihm vom Kantonslager in Erinnerung bleiben wird, zeigt Co-Präsident Ramon Stalder zur kleinen Bühne auf dem Hauptplatz.

«Als ich beim ersten Abschlussfest die Kinder tanzen und lachen sah, kamen mir fast die Tränen. Es ist schön zu sehen, dass wir in dieser herausfordernden Zeit mit Corona und Unwettern 2500 jungen Menschen ein einmaliges Erlebnis bieten können.»

Noch bis am Samstag tauchen die Kinder und Jugendlichen der Jubla Luzern in Risch in die Unterwasserwelt ein – mittlerweile jedoch bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen.

Kommentare

Zu diesem Artikel sind noch keine Beiträge vorhanden.

Kommentar schreiben

Sie dürfen noch Zeichen schreiben
Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung
  • Anmelden
  • Registrieren
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingelogged sein!
Sollten Sie noch keinen Account haben, registrieren Sie sich bitte.
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingelogged sein!
Sollten Sie noch keinen Account haben, registrieren Sie sich bitte.
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus. Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
 
Ich habe die AGB gelesen und akzeptiert. *
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage *

Wieviel ist 24 - 4?