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08.04.2021 05:11

Die Zuger Polizei verzeichnet weniger, dafür brutalere Straftaten

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    Nachgestellte Gewaltszene in einer Unterfuehrung

    31.05.2010 // Bild: Stefan Schaufelberger (Stefan Schaufelberger)
ZUG ⋅ 2020 gab es im Kanton Zug so wenige Straftaten wie seit 2009 nicht mehr. Dennoch bezeichnet die Zuger Polizei die Arbeit im letzten Jahr als schwierig. Grund ist die Coronapandemie, die sich auch auf die Kriminalität der Jugend auswirkt.

Marco Morosoli

Am Ostersonntag (4. April 2021) verstarb ein 81-jähriger E-Bike-Fahrer an den schweren Verletzungen, welche er sich vier Tage zuvor bei einem Zusammenprall mit einem Auto oberhalb der Talstation der Zugerberg-Bahn zugezogen hatte. Der Senior ist der erste Verkehrstote im Kanton Zug im Jahr 2021.

Wie aus der am Mittwoch (7. April 2021) veröffentlichten Jahresstatistik 2020 der Zuger Polizei hervorgeht, starben im Vorjahr auf den Zuger Strassen zwei Menschen. Letztere waren dabei auch die Unfallverursacher. Einen Unterschied zwischen den Verkehrsmitteln macht die Zuger Polizei jedoch nicht. Stefan Rogger, Chef Verkehrspolizei Zug, begründet dies so:

«Wir machen grafisch keine Unterscheidung bei den Verkehrsmitteln, da wir im Kanton Zug glücklicherweise wenige Verkehrstote haben. Wir informieren jedoch ausführlich in Medienmitteilungen über Unfälle mit Todesopfern und teilen mit, ob Unfallopfer mit dem Auto, Velo oder zu Fuss verunglückt sind.»

Diese Zahlen überraschen, denn die Bevölkerung des Kantons Zug wächst weiterhin. Nirgends in der Schweiz ist die Autodichte höher als im Kanton Zug. So steht Zug mit fast 700 Autos auf 1000 Einwohner an erster Stelle aller Schweizer Kantone. Wie die Konsumenten-Zeitschrift «Saldo» neulich meldete, fahren auf Zuger Strassen auch die durchschnittlich teuersten Autos herum. Der gemittelte Wert: 50'000 Franken. Nur noch der Kanton Schwyz kann Zug in dieser Kategorie das Wasser reichen.

305 Straftaten weniger als im Vorjahr

Hingegen bewegt sich der Kanton Zug im Kriminalsektor im Bereich des Kantons Zürich. Dieser vermeldete wie Zug eine tiefere Zahl von erfassten Straftaten. Für 2020 gibt die Zuger Polizei 5071 Straftaten an. Das bedeutet einen Rückgang von 305 Straftaten wider die Schweizerische Gesetzesnormen. Wenngleich die erfassten Gesetzesverstösse sanken, haben die Straftaten gegen Leib und Leben um rund einen Viertel (um 83 Fälle auf 396 Verfahren) zugenommen.

Die gleiche Entwicklung ist bei den jugendlichen Straftätern zu beobachten. Nach 30 Delikten im Jahr 2019 erfasste die Zuger Polizei 2020 insgesamt 102 Verstösse von Jugendlichen im Bereich der Straftatbestände wider Leib und Leben. Thomas Nabholz, der Chef der Kriminalpolizei, sagt dazu:

«2020 war in vielerlei Hinsicht ein spezielles Jahr. Schwankungen in der Statistik sind mit Vorsicht zu geniessen.»

Für abschliessende Aussagen sei es, so Nabholz, aber noch zu früh. Der Chef Kriminalpolizei verspricht jedoch, «die Entwicklungen laufend zu beobachten» und bei «Bedarf mit Massnahmen zu reagieren». Bei den Heranwachsenden wagt Nabholz eine Einschätzung:

«Spürbar ist, dass die Jugendlichen aufgrund der noch immer anhaltenden Coronasituation und den damit verbundenen Einschränkungen im sozialen Bereich unter Druck stehen und sie sich nach Normalität und nach mehr Freiheit sehnen.»

Eine App mit Suchfunktion hilft, wenn es schnell gehen muss

Wie der Jahresbericht 2020 weiter zeigt, läuft bei der Zuger Polizei ein Pilotversuch mit einer Tracking-App. Diese ermöglicht es, jeden der 326 Mitarbeiter zu orten. Die Mitarbeiter der Zuger Polizei sind dabei angehalten, diese Funktion zu aktivieren. Späht der Kommandant Thomas Armbruster mit diesem technischen Hilfsmittel etwa seine Korps aus? Dieser winkt ab: «Die Mitarbeiter werden nicht überwacht.» Vielmehr erleichtere dieses Hilfsmittel der Einsatzzentrale, so präzisiert Ambruster, die verfügbaren Kräfte für notwendigen Aufgaben einzusetzen. Bis anhin, wie Armbruster erklärt, «waren nur die Einsatzkräfte getrackt und sichtbar».

Der Kommandant der Zuger Polizei bemerkt zudem, dass «Polizisten regelmässig zu Fuss auf dem Kantonsgebiet unterwegs seien». Eine weitere Erleichterung bringe die neue App auch, wenn ein Polizist in eine Situation gerate, in der er umgehend Verstärkung benötige. In diesem Falle sei ein «genauer Standort entscheidend».

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