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28.09.2020 05:11

Fast fünf Stunden an einem Präzisionsbauteil gefräst

  • Polymechaniker Ivo Müller aus Zug nimmt an den Swiss Skills teil. (Bild: Stefan Kaiser (Neuheim, 31.August 2020))
  • Ivo Müller gehört zu den besten Polymechanikern der Schweiz.  (Bild: Stefan Kaiser (Neuheim 31. August 2020))
  • Präzisionsarbeit durch Ivo Müller. (Bild: Stefan Kaiser (Neuheim 31. August 2020))
  • Ein Präzisionsbauteil.  (Bild: Stefan Kaiser (Neuheim 31. August 2020))
ZUG ⋅ Ab Mittwoch, 30. September, misst sich Ivo Müller in Bern mit den besten Polymechanikern der Schweiz. An den Swiss Skills will der Stadtzuger vor allem Eines: Erfahrungen sammeln.

Fabian Gubser

Ivo Müller drückt geschwind ein paar Tasten – und schon setzt sich die 120000 Franken teure Bohr- und Fräsmaschine in Bewegung. Ähnlich wie bei einer Jukebox kann der staunende Journalist nachverfolgen, wie ein Roboter hinter der Scheibe eine von vielen Aufsätzen auswählt und die Maschine damit bestückt.

Jetzt beginnt hinter der Schutzscheibe ein kleines Spektakel: Unterstützt von Mini-Wasserwerfern arbeitet sich die Fräse durch das eingespannte Aluminium-Teilchen, exakt so, wie von Müller vorprogrammiert. Das Öl-Wasser-Gemisch führt die Späne ab und kühlt gleichzeitig die Werkzeuge. Am Schluss entsteht ein Bauteil für ein Hydrauliksystem, beispielsweise für eine Baumaschine.

Ivo Müller gehört zu den besten Polymechanikern der Schweiz. In seinem Betrieb in Neuheim bereitet er sich zurzeit auf die Teilnahme an den schweizerischen Berufsmeisterschaften vor: den Swiss Skills (siehe Box). Seine Disziplin findet ab 30. September bei Münchenbuchsee in Bern statt.

Es kommt auf das Tempo und die Präzision an

«Ich will wissen, wie gut ich der Belastung standhalte», sagt der 20-Jährige. Als er letztes Jahr am grössten Wettbewerb der Branche den ersten Platz errang, war die Teilnahme an den Swiss Skills die «logische Schlussfolgerung.» Ermuntert dazu hat ihn sein Lehrmeister Peter Böhi.

Und weil ein Polymechaniker aus seinem Betrieb Bucher Hydraulics schon einmal einen der vordersten Plätze errang, war für den Stadtzuger klar: «Das ist auch für mich möglich, denn die Infrastruktur hier stimmt.» Müller meint damit, dass nicht jede Firma die passenden Maschinen für Wettbewerbe besitzt.

Beim Wettbewerb, der rund vier Tage dauert, geht es um Tempo und Präzision. Dabei arbeitet der Polymechaniker bis auf einen Tausendstel (!) Millimeter genau. Exakt das fasziniere ihn: «Die Genauigkeit, mit der man ein unbegreiflich genaues Bauteil machen kann – aus einem Metallklotz, der am Schluss auch noch gut ausschaut!» Das merkt man auch an Müllers Art: Lieber kontrolliert er gegenüber dem Journalisten nochmals eine Zahl doppelt, als sie nur ungefähr anzugeben.

Ivo Müller sagt:

«Die Aufgaben an den Swiss Skills ähneln jenen meines Alltags nicht so sehr.»

Der Wettbewerb fände unter idealen Voraussetzungen statt, die man im Alltag nicht immer antreffe. «Dort kämpft man eher mit praktischen Problemen, etwa der Verfügbarkeit eines Bohraufsatzes», erklärt Müller.

Wie er seine Chancen für den Wettbewerb sieht? «Ich habe vor, ein möglichst gutes Resultat zu erreichen, aber nicht unbedingt den ersten Platz», sagt Müller. Denn er kenne seine Konkurrenten und wisse, dass sie stark seien. Am wichtigsten sei es ihm, Erfahrungen zu sammeln.

Dabei kommt es ihm sicher zugute, dass er auch in einem anderen Bereich kompetitiv unterwegs ist: Müller trainiert fünfmal die Woche Leichtathletik, vor allem Stabhochsprung – und schaffte es auch dort bereits an die Schweizer Meisterschaften der Junioren.

Ebenfalls aus dem Kanton Zug nehmen an den Swiss Skills teil: Automobilmechatroniker Yannick Henggeler aus Oberägeri, Logistiker Sebastian Keiser aus Zug – ebenfalls von Bucher Hydraulics – und die Informatiker Remo Spichtig aus Buonas und Athavan Theivakulasingham aus Rotkreuz.

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