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24.11.2021 15:04

YB entscheidet selbst, wie das 3:3 nachwirkt

  • Trainer David Wagner hielt von YBs Auftritt vor allem das Positive fest
    Trainer David Wagner hielt von YBs Auftritt vor allem das Positive fest | KEYSTONE/PETER KLAUNZER
CHAMPIONS LEAGUE ⋅ Ein 3:3 gegen Atalanta Bergamo nach einer zuletzt verspielten Führung: Die Young Boys entscheiden selber, ob sie den unvergesslichen Match als halbvolles oder als halbleeres Glas betrachten wollen.

Sechs Minuten fehlten YB im Tollhaus Wankdorf zum zweiten Sieg in dieser Champions-League-Kampagne und zur Möglichkeit, in einer starken Gruppe mit lauter Mannschaften aus den grossen Ligen in die Achtelfinals einzuziehen. Die nächsten Wochen - bis zur Winterpause spielt YB noch sieben Mal - werden zeigen, ob die Berner sich durch ihre sehr gute Leistung beflügeln lassen oder ob ihnen der spät entgangene Triumph auf die Moral schlägt.

Trainer David Wagner strich an der Medienkonferenz eindeutig das Positive heraus: "Es war ein wahnsinniges Spiel und ein grosses Spektakel. Meine Jungs haben richtig gut gefightet. Die Atmosphäre im Stadion war genau die, die wir brauchen, um einzigartige Leistungen abzuliefern. Natürlich sind wir enttäuscht, dass es trotzdem nicht zum Sieg gereicht haben. Wir haben den Ausgleich auf einfache Weise hergegeben. Aber dass unsere Spieler nachher in den letzten Minuten noch den Sieg gesucht haben, das war wirklich phantastisch."

Ein Junger schaut ab

Fabian Rieder, U21-Internationaler mit Jahrgang 2002, ist bei YB innerhalb eines Jahres in der Hierarchie weit aufgestiegen. Er spielte erstmals in einem Match von dieser Bedeutung von Beginn an und überzeugte. Wie alle seine Mitspieler war er enttäuscht, dass die späte 3:2-Führung nicht gehalten werden konnte. Aber der Youngster sagte nach Spielschluss auch: "Ich kann von einem solchen Spiel sehr stark profitieren. Weltklassespieler wie Remo Freuler oder Marten De Roon haben viel Erfahrung. Von ihnen kann ich sehr viel abschauen. Jede Spielminute in einem solchen Match bringt mich weiter."

Wenn alle YBler Rieders Einstellung haben, braucht man beim Schweizer Serienmeister keine Angst zu haben. Spätestens nach der Winterpause werden alle verletzten, schwer ersetzbaren Schlüsselspieler mit Ausnahme von Goalie David von Ballmoos wieder zur Verfügung stehen. Nebst dem schon jetzt wieder fitten Fabian Lustenberger sind es Jean-Pierre Nsame und Christian Fassnacht, dazu Cédric Zesiger und Ali Camara. Und aller Voraussicht nach werden sich die Berner auf einen einzigen Wettbewerb ausrichten können, auf das Kerngeschäft Meisterschaft.

YB wie Milan und Manchester United

Nicht jeder erzielt drei Tore gegen Atalanta Bergamo, die Mannschaft, die sich in den letzten Jahren in der Spitze der Serie A etabliert hat. In den 18 Wettbewerbsspielen dieser Saison (13 in der Meisterschaft, 5 in der Champions League) gelang dies ausser YB nur Milan und Manchester United. Beide Male verlor Atalanta 2:3. YB fehlten wenige Minuten, um es gleichzutun. Dies wertet die Leistung der Berner auf, zumal die Italiener in Bern unter einem hohen Druck standen und alles aus sich herausholen mussten.

Immer mehr nur Brosamen

Seit der Gründung der Champions League 1992/93 ist der Graben zwischen den grossen fünf Ligen und den übrigen Ligen immer grösser geworden. Nur die "sechste" Liga, die portugiesische, hält noch regelmässig mit. Oder dünn gesäte Mannschaften, die innerhalb ihrer Ligen eine Ausnahmestellung einnehmen. Das Beispiel dafür ist Österreichs seit Jahren unangefochtener Primus Salzburg. Die Salzburger sind vor der 6. Runde in der Champions League Zweite, sie könnten aber noch auf den letzten Gruppenplatz zurückfallen. Ajax Amsterdam ist vorzeitig für die Achtelfinals qualifiziert. Die Niederländer spielen auf dem Niveau der grossen Mannschaften der fünf grossen Ligen und sind mithin ebenfalls eine Ausnahme. Keine Rolle spielen in der Königsklasse mittlerweile Mannschaften von Ligen, die in früheren Jahren wacker mitgehalten hatten: Türkei, Griechenland, Russland, Ukraine. Das ganze Gewicht hat sich noch mehr nach Westeuropa verschoben.

Die ganze Realität der Gegenwart im europäischen Klubfussball lässt es vermessen erscheinen, vom Schweizer Meister das Vordringen in die Achtelfinals zu verlangen. Und die Europa League, der zweite der mittlerweile drei Wettbewerbe? Dort scheint der Weg in die Achtelfinals über die Gruppenspiele der Europa League selber eher einfacher zu sein als über den 3. Platz in einer Gruppe der Champions League. (sda)

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