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25.04.2019 22:15

FC Basel zum 22. Mal im Cupfinal

  • FCZ-Torhüter Andris Vanins hatte beim 1:0 von Noah Okafor in der 5. Minute das Nachsehen
    FCZ-Torhüter Andris Vanins hatte beim 1:0 von Noah Okafor in der 5. Minute das Nachsehen | KEYSTONE/ENNIO LEANZA
SCHWEIZER CUP ⋅ Der FC Zürich kann sich ab sofort auf den Abstiegskampf in der Super League fokussieren. Die Zürcher scheitern im Cup-Halbfinal gegen Basel 1:3. Der Final am 19. Mai in Bern heisst damit Thun - Basel.

Wird der FCZ im Saisonfinish ein Fall für die Psychiatrie? Mit dem Aus im Cup-Halbfinal hat sich die Situation des taumelnden Stadtklubs trotz ordentlicher und vor allem kämpferischer Leistung weiter verschärft. "Wichtig ist, dass du Licht im Tunnel siehst. Wenn du den Kopf in den Sand steckst und alles schwarz siehst, dann endest du in der Klinik mit vielen Medikamenten", hatte Magnin im Vorfeld im Bemühen um Positives mitunter gesagt. Mit dem Cup-Out ist ein weiteres Licht erloschen.

Fehlenden Kampfgeist kann man den Zürchern nicht vorwerfen. Der Wille war spürbar. Mit aller Vehemenz stemmten sie sich gegen das drohende Aus, zwischenzeitlich bordeten die Emotionen über. Auch gegen Basel fehlte es der Mannschaft von Trainer Ludovic Magnin vor dem gegnerischen Tor aber am Selbstvertrauen. Der FCZ kam zu Chancen, nutzte diese aber schlechter als der Gegner seine. Erst in der Nachspielzeit erzielte Stephen Odey das 1:3.

Was Magnin als "Horrorszenario" bezeichnete, ist nun nicht mehr möglich; als Cupsieger wie 2016 kann der FCZ nicht mehr absteigen. Es kann noch besser ausgehen - mit Ligaerhalt -, aber auch noch schlechter, mit Abstieg ohne Cup-Balsam. Sechs Spiele bleiben ihm in der Super League, um die Saison zu retten. Vom Abstieg (über die Barrage) bis zur Europa League sind noch alle Szenarien denkbar. In erster Linie muss sich der FCZ aber nach hinten orientieren. Xamax auf dem Barrageplatz liegt nur noch zwei Punkte hinter den Zürchern.

Gegen Basel zeigten die Zürcher vor 13‘403 Zuschauern im Letzigrund durchaus Erbauliches. Nach einem Fehlstart mit frühem Gegentreffer fing sich der Gastgeber rasch, mehrmals drängte er die Basler arg in die Defensive. Zuerst prüfte Umaru Bangura Jonas Omlin mit einem Weitschuss, kurz darauf blieb nach einem Corner auch Alain Nef am Basler Schlussmann hängen. Später vergab Assan Ceesay, ebenfalls nach einem Corner. Und mit dem Pausenpfiff hatte Odey nach einem Freistoss die bis dahin grösste Chance. Erneut reagierte Omlin blitzschnell.

Magnin sagte im Vorfeld auch, in der Defensive sei seine Mannschaft stabil. Das mag über weite Strecken stimmen, aber es gibt zu viele Ausnahmen. Am letzten Wochenende hatte es in Lugano ein 0:3 abgesetzt, nun brauchte der FC Basel exakt vier Minuten, um Magnins Fünfer-Abwehr auszuhebeln. Aldo Kalulu nahm dem nach zwei Spielen Abwesenheit in die Startelf zurückgekehrten Bangura mit einem kurzen Sprint auf der rechten Seite gleich mehrere Meter ab. Kalulu sah Ricky van Wolfswinkel, dieser legte weiter quer zu Noah Okafor, dessen platzierter Schlenzer aus rund 20 Metern schön ins lange Eck fand.

Nach dem Seitenwechsel forcierte der FCZ die Offensive spürbar, während Marcel Koller auf der Gegenseite mit der Einwechslung von Zdravko Kuzmanovic für den über Übelkeit klagenden Ricky van Wolfswinkel die Defensive stärkte. Für den FCB zahlten sich die Massnahmen besser aus. Bevor Ceesay das Basler Tor aus der Drehung klar verfehlte, war Marek Suchy vor Vanins aus fünf Metern frei zum Kopfball gekommen. Basels Captain platzierte den Abschluss indes ungenügend. Später traf Valentin Stocker die Latte. Auch darum konnte der FCZ lange hoffen. Am Ende aber haderte er. Zwei weitere Ceesay-Abschlüsse waren zu harmlos, die geforderte Rote Karte gegen Kuzmanovic überzogen, der in der 87. Minute einen Konter zum 2:0 für die Gäste vollendete. Dann traf auch noch Albian Ajeti.

Für den FCB sieht es damit nach völlig missglücktem Saisonstart wieder angenehm aus. Er hat in der Liga mit einer langen Serie der Ungeschlagenheit den 2. Platz gefestigt und ist am 19. Mai im Cupfinal gegen Thun klarer Favorit. Die Thuner waren am Dienstag mit einem 1:0 gegen Luzern zum ersten Mal seit 64 Jahren ins Endspiel eingezogen.

Zürich - Basel 1:3 (0:1)

13'403 Zuschauer. - SR Klossner. - Tore: 5. Okafor (Van Wolfswinkel) 0:1. 87. Kuzmanovic (Zuffi) 0:2. 92. Ajeti (Stocker) 0:3. 94. Odey (Marchesano) 1:3.

Zürich: Vanins; Nef, Bangura, Maxsö; Rüegg, Domgjoni (89. Kasaï); Untersee (69. Schönbächler), Marchesano, Charabadse (69. Kololli); Odey, Ceesay.

Basel: Omlin; Widmer, Suchy, Zambrano, Petretta; Frei, Zuffi; Kalulu (74. Stocker), Van Wolfswinkel (46. Kuzmanovic), Okafor (89. Zhegrova); Ajeti.

Bemerkungen: Zürich ohne Khelifi (gesperrt), Aliu, Hekuran Kryeziu, Pa Modou, Sertic, Winter und Zumberi. Basel ohne Xhaka (gesperrt), Balanta, Antonio (beide verletzt) und Bua (nicht im Aufgebot). 82. FCZ-Assistent Van Eck auf die Tribüne verbannt. 85. Lattenschuss Stocker. Verwarnungen: 44. Van Wolfswinkel (Foul). 45. Petretta (Foul/im Cupfinal gesperrt). 81. Kuzmanovic (Unsportlichkeit). 81. Odey (Unsportlichkeit). 90. Kasaï (Foul). (sda)

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