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01.03.2021 13:11

FCB suspendiert Captain Stocker

  • Captain Valentin Stocker ist bei Trainer Ciriaco Sforza in Ungnade gefallen
    Captain Valentin Stocker ist bei Trainer Ciriaco Sforza in Ungnade gefallen | KEYSTONE/ENNIO LEANZA
SUPER LEAGUE ⋅ Die Turbulenzen rund um den FC Basel nehmen weiter zu. Der Klub hat seinen Captain Valentin Stocker "vorläufig beurlaubt".

Der FC Basel bestätigte auf Anfrage die dementsprechenden Medienberichte und liess verlauten: "Valentin Stocker ist vorläufig beurlaubt und nimmt nicht am Mannschaftstraining teil. Der Trainer hat ihm ein paar Tage freigegeben und es werden Gespräche geführt. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, es ist ein interner Vorgang, den wir im Moment nicht weiter kommentieren." Gegenüber dem Schweizer Fernsehen SRF nahm Sforza wie folgt Stellung zur Absetzung seines Captains: "Er soll etwas in die Ferien, er soll etwas den Kopf auslüften. Der Rest wird intern besprochen." Als Captain rückt bis auf Weiteres Pajtim Kasami nach.

Die Suspendierung der 31-jährigen Mittelfeldspielers, der seine elfte Saison für die Basler bestreitet, ist ein vorläufiger Tiefpunkt in einer komplizierten Saison. In der Super League liegen die Basler zwar auf Platz 2, der Rückstand auf die Young Boys beträgt aber bereits 19 Punkte, der Vorsprung auf den Relegationsplatz nur deren zehn. Im Europacup verpassten sie die Gruppenphase, und im Schweizer Cup scheiterten sie in den Achtelfinals gleich mit 2:6 am unterklassigen FC Winterthur.

Stocker äusserte sich in den letzten Wochen wiederholt kritisch zu den Leistungen seiner Mannschaft. Bei der Cup-Blamage Mitte Februar sprach er von einem fehlenden Konzept, was in erster Linie als Angriff auf den bislang glücklosen Trainer Ciriaco Sforza zu werten ist. Nun hat der FC Basel den Publikumsliebling offensichtlich als Unruheherd wahrgenommen und ihn trotz seines Status' mit zehn Titeln im Trikot des FCB aus dem Verkehr gezogen.

In den letzten beiden Partien fehlte Stocker offiziell wegen einer Verletzung, so auch beim 1:3 gegen St. Gallen am Samstag. Wann und ob er überhaupt in die Mannschaft zurückkehren wird, ist offen. Brauchen könnte ihn der FCB auf alle Fälle. Mit seinen vier Toren und sechs Vorlagen ist Stocker der drittbeste Basler Skorer, obwohl er nur 18 von 26 Partien bestritten hat.

Bei den Fans regte sich nach der Ausrangierung von Stocker Widerstand. Die Muttenzerkurve rief am Montagabend zu einem Protestumzug auf. Gegen 1000 FCB-Fans folgten dem Aufruf und zogen mit Flaggen, Pyrotechnik und Transparenten vom Barfüsserplatz aus durch die Stadt. In ihren Gesängen und Ansprachen äusserten die Fans ihren Zuspruch für den abgesetzten Captain Stocker und ihre Kritik am Führungsstil von Präsident Bernhard Burgener. (sda)

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