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22.04.2019 00:55

Niederlage für Schweizer Fed-Cup-Team

  • Konnte die Schweizer Niederlage nicht verhindern: Timea Bacsinszky
    Konnte die Schweizer Niederlage nicht verhindern: Timea Bacsinszky | KEYSTONE/ADRIEN PERRITAZ
FED CUP ⋅ Das Schweizer Fed-Cup-Team verpasst den direkten Wiederaufstieg in die Weltgruppe I. Im Playoff in San Antonio, Texas, verlieren die Schweizerinnen 1:3 gegen die USA.

Die Rollen waren im mit zweimal knapp 6000 Zuschauern sehr gut gefüllten Freeman Coliseum klar verteilt. Am Ende blieb es aber beim Exploit von Viktorija Golubic (WTA 80) am Samstag gegen die Weltnummer 14 Madison Keys. Die restlichen drei Einzel verloren die Schweizerinnen jeweils in zwei Sätzen. Die Amerikanerinnen verfügten in Sloane Stephens, der Weltranglisten-Achten und US-Open-Siegerin von 2017, über die bessere Teamleaderin und waren in der Breite besser besetzt.

Golubic konnte am Sonntag beim 3:6, 2:6 gegen Stephens nicht an ihre starke Leistung vom ersten Tag anknüpfen. Allerdings machte diese auch viel weniger Geschenke als Keys. Die 26-Jährige aus Florida spielt bislang eine enttäuschende Saison ohne einen Halbfinal, zeigte zuletzt in Charleston auf Sand aber Aufwärtstendenz. Diese bestätigte sie nun auch auf dem Hallenplatz in San Antonio. Gegen ihre Athletik und Übersicht fanden weder Timea Bacsinszky (WTA 111) noch Golubic ein Mittel. Dennoch stellte die Zürcherin nicht zum ersten Mal unter Beweis, dass sie im Teamwettbewerb regelmässig über sich hinauswächst.

Dies gelingt Bacsinszky im Moment nicht. Sie konnte nicht kaschieren, dass es ihr im Moment an Erfolgserlebnissen und Selbstvertrauen fehlt. Gegen Stephens vergab sie in in beiden Sätzen einen Vorsprung (3:1 im ersten, 2:0 im zweiten) und am Sonntag gegen die erst 20-jährige Sofia Kenin reichte im zweiten Durchgang eine 5:3-Führung nicht zum Satzausgleich. Stattdessen feierte die talentierte, in Moskau geborene Amerikanerin mit 6:3, 7:6 (7:4) ihren ersten Sieg im Fed Cup.

Der amerikanische Captain Kathy Rinaldi nützte mit dem Wechsel von Keys zu Kenin das ungleich grössere Reservoir an Spitzenspielerinnen. Diese Option hatte Heinz Günthardt nicht. Der Chef des Schweizer Teams hatte zwar betont, dass man sich in der Rolle des Underdogs wohl fühlte. Ohne Belinda Bencic und Stefanie Vögele und mit den auf dieser Stufe gänzlich unerfahrenen Neulingen Conny Perrin und Ylena In-Albon auf der "Bank" hatte er keine valablen Alternativen. Um gegen eine grosse Nation wie die USA gewinnen zu können, muss bei den Schweizerinnen alles stimmen. Das war angesichts des äusserst ungünstigen Termins auf dem falschen Kontinent und Belag nicht der Fall.

Immerhin kam Günthardt so darum herum, sein Versprechen einer Jodeleinlage im Fall eines Sieges einzulösen. Dafür zelebrierten die Amerikaner in Texas, wo erstmals überhaupt eine Fed-Cup-Begegnung stattfand, ein veritables Tennisfest mit einer Live-Brass-Band, die nach jedem spektakulären Punkt sowie bei den Seitenwechseln für eine tolle Stimmung sorgte.

Das beeindruckte auch die Schweizer Spielerinnen. "Es macht Spass, in einer solchen Atmosphäre zu spielen", meinte Golubic. "Egal, ob die Zuschauer für oder gegen einen sind. Und sie waren immer fair."

Die Chancen stehen zudem nicht schlecht, dass die Niederlage der Schweizerinnen ohne Konsequenzen bleibt. Sie könnten den Wiederaufstieg noch am grünen Tisch schaffen. Der Internationale Tennisverband ITF strebt eine Reform nach Vorbild des Davis Cups an. Ende Mai sollen die Mitgliederverbände während dem French Open darüber abstimmen, die Zahl der Teams in der Weltgruppe auf 16 zu erhöhen. Dann wäre auch die Schweiz 2020 wieder bei der Elite dabei. (sda)

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