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10.06.2021 17:15

Carapaz mit Doppelschlag

  • Richard Carapaz jubelt in Leukerbad über seinen Tagessieg, der ihm zugleich mit 26 Sekunden Vorsprung auch das Leadertrikot einbringt
    Richard Carapaz jubelt in Leukerbad über seinen Tagessieg, der ihm zugleich mit 26 Sekunden Vorsprung auch das Leadertrikot einbringt | KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
84. TOUR DE SUISSE ⋅ Richard Carapaz gelingt in Leukerbad der Doppelschlag: Der Ecuadorianer holt sich mit dem Etappensieg zugleich auch das Leadertrikot der 84. Tour de Suisse.

Lagen am Mittwochabend in Gstaad noch 19 Fahrer innerhalb einer Minute, so erhielt die Gesamtwertung der Schweizer Landesrundfahrt bei der ersten Bergankunft die erwartet klareren Konturen.

Fast 150 der 175,2 km von Gstaad nach Leukerbad waren gefahren, als das Finale so richtig lanciert wurde. Gleich zu Beginn des 8,0 km langen und durchschnittlich 8,4 Prozent steilen Aufstiegs nach Erschmatt schlugen Carapaz' Helfer ein horrendes Tempo an. Innert ein paar Minuten nur reduzierte sich das Spitzenfeld auf weniger als 20 Fahrer.

Kein Schweizer in den Top 10

Von den 19 Schweizern war bald keiner mehr vorne dabei. Erwartungsgemäss und sinnvollerweise insistierte der Gesamt-Dritte Stefan Küng auf von ihm nicht bevorzugtem Terrain nicht. Aber auch die eigentlich starken Kletterer Marc Hirschi und Gino Mäder mussten bei grosser Hitze schnell abreissen lassen.

So erreichte Matteo Badilatti als erster Schweizer Leukerbad. Der Bündner, bei Groupama Teamkollege von Küng und Fabian Lienhard, wurde mit vier Minuten Rückstand 14. Auch im Gesamtklassement ist Badilatti auf Platz 28 neu bester Einheimischer (9:39 zurück).

Erster Tagessieger aus Ecuador

Richard Carapaz gelang in Leukerbad der Doppelschlag. Nicht nur gewann er als erster Ecuadorianer eine Etappe der Tour de Suisse, er schnappte sich zugleich auch das Leadertrikot. Der Gesamtsieger des Giro d'Italia von 2019 wartete bis 4 km vor Leukerbad, bis er angriff.

Schnell holte er den schon vor Erschmatt entwischten Kolumbianer Esteban Chaves ein - und liess diesen gleich stehen. Carapaz schloss danach mit Vehemenz auch zum solo führenden Jakob Fuglsang auf. Den Dänen aber konnte der 28-jährige Südamerikaner auf nun flacherem Terrain nicht mehr abschütteln.

Als Fuglsang den Sprint lancierte, schien er bereits wie der sichere Sieger - ehe Carapaz nochmals zulegen konnte. 39 Sekunden hinter diesem Duo folgte der Kanadier Michael Woods als Dritter.

26 Sekunden Vorsprung

Im Gesamtklassement führt Carapaz, zuvor mit 17 Sekunden Rückstand auf Mathieu van der Poel Siebter, mit 26 Sekunden Vorsprung vor Fuglsang. Unter einer Minute Rückstand haben einzig noch der drittklassierte Deutsche Maximilian Schachmann (0:38 zurück) und Julian Alaphilippe (0:53).

Der französische Weltmeister kassierte am Donnerstag allerdings wegen unerlaubter Verpflegung - er liess sich auf den letzten 10 km aus dem Begleitauto einen Bidon reichen - eine 20-Sekunden-Strafe.

Van der Poel erreichte das Ziel mit 20 Minuten Rückstand. Der in Lachen und Pfaffnau siegreiche Niederländer hatte das Maillot jaune während zwei Tagen getragen.

Über Gotthard und Lukmanier

Der Start zur 6. Etappe am Freitag erfolgt in Andermatt, zu Ende geht das Teilstück nach 130 km in Sedrun. Die Haupthindernisse des drittletzten Tour-Tages sind gleich zu Beginn der Gotthardpass und in der Endphase der Lukmanierpass. Von diesem sind es bis ins Ziel jedoch noch 30 km. (sda)

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