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02.07.2022 17:28

Erster Tour-Etappensieg für Jakobsen

  • Der Niederländer Fabio Jakobsen (links) siegt in Nyborg vor Wout van Aert (rechts in Grün), dem neuen Gesamtleader aus Belgien
    KEYSTONE/AP/Thibault Camus
TOUR DE FRANCE ⋅ Der Niederländer Fabio Jakobsen sichert sich im Sprint den Sieg auf der 2. Etappe der Tour de France. Neuer Träger des Maillot jaune ist der Belgier Wout van Aert.

Einen Tag nach dem verregneten Grand Départ in Kopenhagen fand das Volksfest in Dänemark am Samstag seine Fortsetzung. Wieder säumten - diesmal bei prächtigem Sonnenschein - hunderttausende einheimische Fans die gut 200 Kilometer lange Strecke von Roskilde nach Nyborg, die zu grossen Teilen der Küste entlangführte.

Der erhoffte Sieg einer ihrer Lieblinge blieb jedoch aus. Während Mads Pedersen, der Strassen-Weltmeister von 2019, mit Platz 3 Vorlieb nehmen musste, durfte sich Magnus Cort Nielsen immerhin über die Eroberung des rot gepunkteten Bergpreistrikots freuen.

Jakobsens Coup

Als Tagessieger liess sich Fabio Jakobsen feiern. Der 25-jährige Niederländer triumphierte im Sprint des Feldes mit einer halben Radlänge Vorsprung vor dem Belgier Wout van Aert. Für Tour-Debütant Jakobsen vom Team Quick-Step, der über die grösste Endgeschwindigkeit verfügte, ist es der erste Etappenerfolg bei der Frankreich-Rundfahrt.

Damit rechtfertigte der Sprintspezialist seine Nomination, die im Vorfeld der Tour für Wirbel gesorgt hatte, weil mit Mark Cavendish jener Fahrer im der belgischen Erfolgsequipe nicht berücksichtigt wurde, der im vergangenen Jahr mit seinen Etappensiegen 31 bis 34 im Rahmen der Tour de France mit Rekordhalter Eddy Merckx gleichziehen konnte.

Vor zwei Jahren schien Jakobsens Karriere vorbei zu sein. Nach einem schlimmen Sturz bei der Polen-Rundfahrt, als er von seinem Landsmann Dylan Groenewegen bei Tempo 80 in die Absperrgitter gedrängt worden war, lag der Niederländer zwischenzeitlich im künstlichen Koma und musste mehrmals operiert werden. "Das ist unglaublich. Ich komme von sehr weit her, es war ein sehr langer Prozess. Diejenigen, die mich kennen, wissen, welche Opfer ich gebracht habe, und das ist nicht umsonst", freute sich der Tagessieger über seinen Coup.

Van Aert tauscht Grün mit Gelb

Dank den sechs Sekunden Bonifikation für Rang 2 belohnte sich Van Aert mit dem Maillot jaune. Der Belgier vom Team Jumbo-Visma, auch Inhaber des grünen Punktetrikots, führt nun mit einer Sekunde Vorsprung vor seinem Landsmann Yves Lampaert. Der 31-Jährige, der in Nyborg für seinen Teamkollegen Jakobsen den Sprint anfuhr, hatte tags zuvor überraschend das Auftaktzeitfahren in Kopenhagen gewonnen.

Der grösste Teil der Etappe verlief ruhig. Als letzter Fahrer der zunächst vierköpfigen Ausreissergruppe sah sich der Norweger Sven Erik Byström 31 km vor dem Ziel eingeholt. Auch auf den letzten 20 km, von welchen deren 18 km über die Grosser-Belt-Brücke führten, begann sich der Kampf um den Etappensieg zunächst noch nicht zu intensivieren. Auf der Brücke war nicht genügend (Seiten-)Wind vorhanden, um innerhalb des Feldes eine Zäsur herbeizuführen.

Pogacar unter den Sturzopfern

Dafür sorgte ein Sturz, in welchen auch Lampaert verwickelt wurde, kurzfristig für Unruhe. Doch der Leader fand nach einigen Kilometern wieder Anschluss ans Feld. Auf dem drittletzten Kilometer gab es gleich nochmals einen Sturz, der dazu führte, dass der Grossteil des Feldes aufgehalten wurde. Doch alle betroffenen Fahrer - so auch der Schweizer Stefan Küng und Tour-Titelverteidiger Tadej Pogacar, der mit über dreieinhalb Minuten Rückstand und einem platten Reifen ins Ziel fuhr - wurden mit der Zeit des Siegers gewertet.

Ein Sprint wird auch für das dritte und letzte Teilstück in Dänemark erwartet. Auf den weitgehend flachen 182 km von Vejle nach Sönderborg werden die Teams der Sprinter dafür sorgen, dass eine allfällige Ausreissergruppe nicht durchkommen wird. Am Montag steht danach der erste Ruhetag der 109. Tour de France und der Transfer nach Frankreich an. (sda)

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