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04.03.2021 19:40

Zwischen Lockerheit und Vollkommenheit

  • Simon Ammann freut sich auf seinen wohl letzten WM-Einsatz am Freitag.
    Simon Ammann freut sich auf seinen wohl letzten WM-Einsatz am Freitag. | KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
SKISPRINGEN ⋅ Simon Ammann und Gregor Deschwanden nehmen an der WM in Oberstdorf am Freitag von der Grossschanze einen zweiten Anlauf, um die in die Top Ten zu springen.

Die Qualifikation schafften Gregor Deschwanden (14.), Simon Ammann (30.) und Dominik Peter (31.) sicher, so richtig zufrieden waren sie mit ihren Sprüngen aber (noch) nicht. Ammann zeigt sich vor seinem aller Wahrscheinlichkeit nach letzten Einzel-Wettkampf an einer Nordisch-WM aber zuversichtlich.

"Es war nicht so ein freier Sprung", meinte der 39-jährige Toggenburger zu seinen 113,5 m, bei allerdings fast einem Meter pro Sekunde Rückenwind. Im Probesprung war er zuvor zwölf Meter weiter unten gelandet. Die letzten Tage waren nach dem etwas enttäuschenden Wettkampf von der kleinen Schanze (20.) für den vierfachen Olympiasieger nicht ganz einfach, wie er verriet. "Ich habe recht lange gebraucht und die schweren Beine fast nicht weggebracht." Deshalb verzichtete er am Donnerstag auf das Training. "Heute habe ich einen Moment lang gedacht, vielleicht springe ich gar nicht", meinte er lachend und wohl eher scherzend.

Auf der Normalschanze war es ihm nicht gelungen, die genaue Vorstellung, wie sein Sprung aussehen sollte, zu erfüllen. Nun hat er sich vorgenommen, mit mehr Lockerheit zu springen. An die grosse Schattenberg-Schanze hat Ammann grundsätzlich gute Erinnerungen, zweimal gewann er hier das Auftaktspringen zur Vierschanzentournee. Trotzdem sagt er: "Dennoch geht es hier nie von alleine. Aber grundsätzlich stimmt es."

Stärker als von der kleinen Schanze empfindet er das Fehlen der Zuschauer. "Es ist spezieller, weil man sich die Atmosphäre von der Tournee gewöhnt ist, das tut schon weh."

Den stärksten Qualifikationssprung aus Schweizer Sicht zeigte Gregor Deschwanden. Die 128 m waren die fünftbeste Weite, wobei die stärksten Springer eine oder sogar zwei Luken weniger Anlauf hatten. Das Ziel für den Wettkampf sind die 130 m. "Diese Schallgrenze will ich durchbrechen." Er wisse mittlerweile, wo er mit einem durchschnittlichen Sprung lande (zwischen Platz 15 und 25). "Aber wo ich mit sehr guten Sprüngen lande, habe ich in diesem Jahr noch nicht so oft herausgefunden. Du suchst immer nach dem coolen Sprung, der sich vollkommen anfühlt, dann stimmt auch der Rang." Der Luzerner hat das Gefühl, dieser Vollkommenheit etwas näher gekommen zu sein.

Der Kampf um die Medaillen ist nach dem positiven Coronatest bei Halvor Egner Granerud, dem Gesamtweltcupsieger dieser Saison, völlig offen. In der Qualifikation schob sich der wieder erstarkte Österreicher Stefan Kraft, der Doppel-Weltmeister von 2017, in eine Favoritenrolle. (sda)

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