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14.02.2018 07:50

Dahlmeier klettert auf den Olymp

  • Reiht an internationalen Grossanlässen Sieg an Sieg: Laura Dahlmeier
    Reiht an internationalen Grossanlässen Sieg an Sieg: Laura Dahlmeier | KEYSTONE/EPA/DIEGO AZUBEL
BIATHLON ⋅ Die Biathletin Laura Dahlmeier könnte in Pyeongchang zum Star der Spiele aufsteigen. Zwei Goldmedaillen hat sie schon, vier Medaillenchancen hat sie noch. Die nächste winkt heute im Einzel.

Laura Dahlmeier klettert mit ihrem historischen Double auf den Olymp. Die 24-jährige Bayerin ist die erste Biathletin überhaupt, die im Zeichen der fünf Ringe sowohl den Sprint als auch die Verfolgung gewann. Solch ein Kunststück hatte bislang nur der Rekord-Olympiasieger Ole Einar Björndalen aus Norwegen geschafft. Deutschlands Biathlon-Königin schreibt weiter an ihrem nächsten Winter-Märchen, nachdem sie vor einem Jahr an den Weltmeisterschaften in Hochfilzen mit Silber begann und fünf Goldmedaillen folgen liess.

Zwar klagte sie über Schmerzen wegen der enormen Kälte, doch als sie nach ihrem Sieg in der Verfolgung wieder aufgetaut war, war sie zu einem Spässchen aufgelegt. "Vielleicht sieben", antwortete sie auf die Frage nach ihren weiteren Gold-Ambitionen. Und fügte an: "Nein, es sind ja nur sechs Rennen."

Ihr zweiter Gold-Lauf in Südkorea war eine Demonstration der Stärke gewesen. "Ihr Gewehr liegt beim Stehend-Anschlag in einem Schraubstock", sagte der Schweizer TV-Co-Kommentator Matthias Simmen treffend. Dahlmeier gewann überlegen, konnte sich vor dem Ziel die deutsche Flagge schnappen und wartete im Ziel auf die geschlagene Konkurrenz.

"Es war ein richtig, richtig hartes Rennen, unfassbar. Meine Finger sind gerade aufgetaut, das waren Schmerzen, schlimmer als in jedem Rennen zuvor. Es war jetzt abartig", sagte die immer noch frierende Biathlon-Königin nach dem Rennen bei zweistelligen Minus-Temperaturen und eisigem Wind. "Die Schmerzen waren unheimlich."

Schon vor einem Jahr bei den Weltmeisterschaften in Österreich hatte Dahlmeier Rekorde aufgestellt, die wohl sehr lange Bestand haben werden. Fünf WM-Titel bei einem Grossanlass oder elf WM-Medaillen in Serie holte noch niemand im Biathlon-Zirkus. Bei Titelkämpfen gewann sie nun in 13 Rennen am Stück eine Medaille. Auch das ist bislang unerreicht.

Auch auf dem Matterhorn

Nun erklimmt sie also den Olymp, den Sitz der olympischen Götter. Dies passt zu ihrer Biographie, denn auf anderen Gipfeln stand sie schon real. Das Matterhorn zählt ebenso dazu wie der El Capitan in Kalifornien oder zwei Sechstausender in Nepal.

Aus ihrer Passion zieht die Biathletin ihre Kraft, ihre innere Balance, die sie braucht, um in der Loipe und im Schiessstand erfolgreich zu sein. Das Klettern hilft ihr nicht nur mental, es erfordert auch ein hohes Mass an Koordination, Athletik und Körperbeherrschung. Mitunter auch Leidensfähigkeit. All diese Eigenschaften kann die Deutsche offenbar in den Biathlon transferieren, um in dieser Disziplin ungeahnte Höhen zu erklimmen. (sda)

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