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23.04.2019 03:08

Festnahme nach Tötung von Journalistin

  • Eine Polizistin legt im nordirischen Londonderry Blumen nieder in der Nähe des Ortes, an dem die Journalistin Lyra McKee erschossen wurde. (Archivbild)
    Eine Polizistin legt im nordirischen Londonderry Blumen nieder in der Nähe des Ortes, an dem die Journalistin Lyra McKee erschossen wurde. (Archivbild) | KEYSTONE/EPA/JOE BOLAND / NORTH WEST NEWSPIX
NORDIRLAND ⋅ Im Zusammenhang mit der Tötung der Journalistin Lyra McKee im nordirischen Derry ist eine 57-jährige Frau festgenommen worden. Zwei am Samstag festgenommene junge Männer seien dagegen freigelassen worden.

Dies teilte die Polizei am Dienstag mit. McKee hatte am Donnerstagabend am Rande von schweren Ausschreitungen in Derry einen tödlichen Kopfschuss erlitten, die paramilitärische Gruppe New IRA bekannte sich zu der Tat.

Die militante Republikaner-Gruppe Neue IRA bekannte sich sich zu dem Mord McKee. In einem in der Zeitung "The Irish News" am Dienstag veröffentlichten Bekennerschreiben heisst es: "Im Laufe des Angriffs auf den Feind wurde Lyra McKee tragischerweise getötet, während sie neben den feindlichen Kräften stand." Man wolle sich bei dem Partner des Opfers, der Familie und ihren Freunden aufrichtig entschuldigen. Der Brief wurde den Angaben zufolge durch ein anerkanntes Kennwort verifiziert.

Die 29-jährige McKee war am Donnerstagabend bei gewaltsamen Ausschreitungen in der Stadt Londonderry erschossen worden. Sie stand in einer Menschengruppe in der Nähe von Polizeifahrzeugen, als eine Kugel ihren Kopf traf. Die Ermittler gehen von einem Terrorakt aus. Die Neue IRA hatte sich im März auch zu Paketbomben bekannt, die in London und Glasgow aufgetaucht waren. Sie lehnt das friedensstiftende Karfreitagsabkommen von 1998 ab und strebt ein vereintes Irland an.

In Tatortnähe am Rande von Londonderry waren vor dem Mord mehr als 50 Brandsätze auf Polizisten geschleudert worden. Fahrzeuge brannten. Zuvor hatten Polizisten in dem Wohnviertel nach Waffen gesucht. Auslöser für die Krawalle soll der jährliche Protest an Ostern im Zusammenhang mit dem Nordirland-Konflikt gewesen sein. Die neuen Unruhen trugen sich zu einem Zeitpunkt zu, an dem irisch-katholische Nationalisten an den Aufstand gegen die Briten im Jahr 1916 erinnern.

Am Wochenende erst waren zwei nach dem Mord festgenommene junge Männer wieder auf freien Fuss gesetzt worden. Anschuldigungen gegen sie seien nicht erhoben worden, teilte die zuständige Polizei mit. (sda/afp/dpa)

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