International
Lade Login-Box.
18.09.2020 19:15

Offener Brief: Mexikanischer Präsident greift Meinungsfreiheit an

  • HANDOUT - Mexikos Präsident Andres Manuel López Obrador wird in einem offenen Brief kritisiert. Foto: Jmm/Presidencia México/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits
    HANDOUT - Mexikos Präsident Andres Manuel López Obrador wird in einem offenen Brief kritisiert. Foto: Jmm/Presidencia México/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits | Keystone/Presidencia México/Jmm
MEXIKO ⋅ Mehr als 650 mexikanische Intellektuelle und Journalisten haben dem Präsidenten Andrés Manuel López Obrador vorgeworfen, mit verbalen Angriffen auf die Presse Hass zu säen. Unter anderen unterschrieben der Filmemacher Arturo Ripstein, die Witwe des berühmten Schriftstellers Carlos Fuentes, Silvia Lemus, und der Historiker Enrique Krauze einen offenen Brief mit der Überschrift "Zur Verteidigung der Meinungsfreiheit", der seit Donnerstagabend (Ortszeit) in mexikanischen Medien veröffentlicht wurde.

Darin heisst es unter anderem: "Präsident López Obrador bedient sich permanent eines Diskurses der Stigmatisierung und Diffamierung gegen diejenigen, die er seine Gegner nennt". Die Worte des linkspopulistischen Staats- und Regierungschef führten zu Zensur und juristischen Sanktionen gegen kritische Medien sowie die Warnung, entweder den Mund zu halten oder das Land zu verlassen.

In seiner täglichen Pressekonferenz sagte López Obrador am Freitag, die Unterzeichner des Briefes hätten sich an seine "neoliberalen" Vorgänger verkauft und seien stumm geblieben, als das Land geplündert worden sei. Immer wieder wirft der 66-Jährige in den stundenlangen, frühmorgendlichen Pressekonferenzen kritischen Medien vor, mit seinen "konservativen" politischen Gegnern unter einer Decke zu stecken.

Mexiko gilt als eines der gefährlichstes Länder für Journalisten ausserhalb von Kriegsgebieten. Nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen wurden dort im vergangenen Jahr zehn Journalisten und Medienschaffende im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet - zusammen mit dem Bürgerkriegsland Syrien steht Mexiko damit an der Spitze dieser Statistik. Der Nationalen Menschenrechtskommission zufolge sind es seit dem Jahr 2000 bereits 160 getötete Journalisten. Die meisten Fälle werden nie aufgeklärt. (sda/dpa)

Meist gelesene Artikel

In der Zentralschweiz startete die Protestwoche des Pflegepersonals mit einer Spalieraktion vor der Kantonsratssitzung auf der Allmend in Luzern.
CORONAVIRUS

Auch das Zentralschweizer Gesundheitspersonal protestiert

Schnee und Hudelwetter: Verschneite Landschaft in St. Margrethenberg SG.
WETTER

Wintereinbruch in den Bergen

LUTHERN LU

Auto überschlägt sich nach Wendemanöver

Im Kanton Wallis ist bei einem Helikopterunfall eine Person ums Leben gekommen. Ein zweiter Insasse des Helikopters hat den Unfall überlebt. Die Air Zermatt und Retter zu Fuss waren nach dem Unfall im Einsatz. (Symbolbild)
FLUGUNFALL

Toter bei Helikopterabsturz am Breithorn

Der Pilot eines Kleinflugzeugs ist am Samstagmorgen im Kanton Waadt tödlich verunfallt.
FLUGUNFALL

Flugzeugabsturz fordert einen Toten

Das Team entdeckte das riesige Korallenriff während einer Erkundungsfahrt an Bord des Forschungsschiffs Falkor.
UMWELT

500 Meter hohes Korallenriff entdeckt

ALTDORF

26-Jähriger greift zwei Frauen mit Baseball-Schläger an

VITZNAU

Neues Seminarhotel geplant

Donald Trump, Präsident der USA, verlässt das Weiße Haus für eine Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania. Foto: Patrick Semansky/AP/dpa
USA

Trump spielt Corona herunter und macht die Medien verantwortlich

ARCHIV - Thomas Oppermann ist im Alter von 66 Jahren gestorben. Foto: picture alliance / Michael Kappeler/dpa
DEUTSCHLAND

Deutscher Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann tot

Zur klassischen Ansicht wechseln