Panorama
Lade Login-Box.
19.05.2019 08:48

Schwere Krawalle vor der Berner Reitschule

  • Spuren der nächtlichen Kravalle bei der Berner Reitschule am Sonntagmorgen. In der Nacht wurden zehn Polizisten und eine Privatperson verletzt.
    Spuren der nächtlichen Kravalle bei der Berner Reitschule am Sonntagmorgen. In der Nacht wurden zehn Polizisten und eine Privatperson verletzt. | Christian Zingg / Keystone-SDA
AUSSCHREITUNGEN ⋅ Zehn Polizisten sind in der Nacht auf Sonntag bei Krawallen vor der Berner Reitschule verletzt worden. Der städtische Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) vermutet die "gewaltextremistische linke Szene" als Urheber.

Im Internet gab eine "Bezugsgruppe Rhabarber" am Sonntag bekannt, sie habe sich an den "offensiven Aktionen gegen die Polizei" beteiligt. Dabei habe es sich um eine notwendige Antwort auf die jüngsten Repressionen im Raum Bern gehandelt.

Die Gruppe solidarisierte sich unter anderem mit dem Fabrikool-Kollektiv, das bis vor kurzem in einer alten Schreinerei im Länggass-Quartier aktiv war. Die Polizei hatte das Haus am vergangenen Dienstag auf Antrag des Kantons geräumt.

"Für mich gibt es überhaupt keine Rechtfertigung irgendwelcher Art, dass man solche Gewaltakte begeht", betonte Sicherheitsdirektor Nause. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA verurteilte er die "offensichtlich organisierte Gewaltorgie".

Zum Glück habe die Polizei elf Personen anhalten können. Nause hofft, "dass die Urheber die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen werden".

Wem was vorgeworfen wird, ist allerdings noch nicht bekannt. Laut Polizei handelt es sich um neun Schweizer, einen Senegalesen und einen Srilanker. Sie sind zwischen 16 und 60 Jahre alt. Sechs von ihnen waren am Sonntag wieder auf freiem Fuss. Fünf weitere waren polizeilich ausgeschrieben.

Reitschule gegen Gewalt

Während draussen auf der Strasse die Barrikaden brannten, lief der Kulturbetrieb in der Reitschule weiter. Zwischen 1000 und 2000 Menschen befanden sich im Innern des Gebäudes. Sie wurden per Twitter aufgerufen, sich deeskalativ zu verhalten.

Nause äusserte sich nicht näher zur Rolle des autonomen Kulturzentrums. "Ich hatte den Eindruck, dass sich die Reitschule in der Geiselhaft von gewaltbereiten, kriminell agierenden Kreisen befindet."

Die Reitschule "lehnt alle Gewalttätigkeit von der Nacht auf Sonntag entschieden ab", schreibt die Mediengruppe des Kulturzentrums in einem Communiqué. "Zu den Gründen für die Auseinandersetzung können wir uns nicht äussern."

In der Nacht sei die Sicherheit der Gäste an erster Stelle gestanden. Man habe entsprechende Massnahmen getroffen und beispielsweise die Grosse Halle als Ausweichmöglichkeit geöffnet. Ein Polizist habe bei einem Kontakt um 01.54 Uhr festgestellt, "dass wir unser Bestes tun und die Polizei ihr Bestes tut".

Brennende Barrikaden

Unbekannte hatten kurz nach Mitternacht mehrere Strassenbarrikaden errichtet und in Brand gesetzt. Nebst Holzpaletten und Containern zündeten sie auch mehrere Fahrzeuge an.

Als die Polizei vorrückte, wurde sie nach eigenen Angaben mit Flaschen und Steinen beworfen. Acht Polizisten und zwei Polizistinnen wurden dabei verletzt. Ein Polizist musste ins Spital gebracht werden, ebenso eine Privatperson.

Die Einsatzkräfte seien auch mit Lasern und Feuerwerkskörpern angegriffen worden, teilte die Polizei mit. Wegen der massiven Angriffe habe die Feuerwehr die Brände zunächst nicht löschen können. Die Polizei ging mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Angreifer vor. Sie brachte auch einen Wasserwerfer in Stellung.

Drei Autos ausgebrannt

Erst in den frühen Morgenstunden beruhigte sich die Lage. Am Sonntagvormittag kümmerten sich Putzequipen und die Feuerwehr darum, die Spuren der Verwüstung zu beseitigen. Manche Strassen rund um das Kulturzentrum blieben stundenlang für den motorisierten Verkehr gesperrt.

Laut Polizei entstand ein Sachschaden von mehreren zehntausend Franken. Drei Autos brannten vollständig aus. Das nahegelegene Amtshaus wurde mit Farbe verschmiert. (sda)

Meist gelesene Artikel

SEELISBERG

Sanierung Schillerbalkon wird verschoben

Der Personenwagen wurde beim Brand komplett zerstört.
VERKEHRSUNFALL

Personenwagen bei Brand völlig zerstört

Timea Bacsinszky erlebte ein frustrierendes Match
WTA-TOUR

Golubic siegt, Bacsinszky verliert

Ehepaare sollen gegenüber Konkubinatspaaren nicht länger steuerlich benachteiligt sein. Der Ständerat nimmt einen neuen Anlauf, um die Heiratsstrafe abzuschaffen. (Symbolbild)
HEIRATSSTRAFE

Neuer Anlauf zur Heiratsstrafe

BAAR

Ein VW Käfer ging in Flammen auf

Gleich zwei Mal innert 40 Minuten mussten am Sonntagnachmittag in Bad Ragaz Polizei und Feuerwehr ausrücken, um Gleitschirmpiloten aus misslichen Lagen zu befreien. (Archivbild)
FREIZEITVERGNÜGEN

Gleitschirmpiloten auf Abwegen

LUZERNER BETTAGSWANDERUNG

Der Eselspreis geht an die Gründer des Anlasses

MASTERARBEIT

Der Wahl-Vorhersager aus Beromünster

Der bei den Los Angeles Galaxy tätige Zlatan Ibrahimovic lässt sich feiern
MLS

Rekordmarke für Ibrahimovic

STADT LUZERN

SP fordert Elektrogrills an den Seeufern

Zur klassischen Ansicht wechseln