Panorama
Lade Login-Box.
11.07.2019 13:21

Historischer Fund: Über 60 Gräber freigelegt

  • Die Archäologen legten in St. Gallen insgesamt 63 Gräber frei. Darunter etwa ein gut erhaltenes Skelett einer erwachsenen Person (Bild). Die ältesten Funde dürften aus dem Spätmittelalter stammen.
    Die Archäologen legten in St. Gallen insgesamt 63 Gräber frei. Darunter etwa ein gut erhaltenes Skelett einer erwachsenen Person (Bild). Die ältesten Funde dürften aus dem Spätmittelalter stammen. | KASG
ARCHÄOLOGIE ⋅ Die St. Galler Kantonsarchäologie hat mitten in St. Gallen einen wichtigen Fund zur Stadtgeschichte und Bevölkerungsentwicklung seit dem Mittelalter gemacht. Im ehemaligen Friedhofareal der Kirche St. Mangen wurden über 60 Gräber ausgegraben.

Die Kantonsarchäologie St. Gallen führte von Anfang April bis Ende Juni im ehemaligen Friedhofareal der Kirche St. Mangen eine Ausgrabung durch. Grund dafür ist die Realisierung eines festen unterirdischen Presscontainers unter dem Vorplatz der Gewerbeschule

Die Ausgrabung bot die einmalige Gelegenheit, einen Teil des ehemaligen Friedhofs bei der St. Mangenkirche zu untersuchen, wie die St. Galler Staatskanzlei mitteilte. Auf einer Fläche von knapp 19 Quadratmetern legte das Team insgesamt 63 Gräber frei, die sich über vier Bestattungsebenen verteilten.

Es handelte sich um Körpergräber in gestreckter Rückenlage. Mit wenigen Ausnahmen waren die Verstorbenen mit Blickrichtung nach Osten beigesetzt, es sind alle Altersgruppen vertreten. Neben den regulären Bestattungen fanden sich zahlreiche menschliche Streuknochen, die von der Jahrhunderte dauernden Nutzung des Areals als Friedhof zeugen.

Mögliche Funde aus dem Spätmittelalter

Die jüngsten Gräber dürften ins ausgehende 19. Jahrhundert datieren, während einige Gräber der untersten Bestattungslage möglicherweise ins Mittelalter zurückreichen. Im Weiteren wurden Reste von Kleidungsstücken und von Särgen gefunden.

Auf dem Kirchhügel von St. Mangen lag im 9./10. Jahrhundert die nördliche der beiden Kernsiedlungen, aus denen sich die Stadt St.Gallen entwickelte. Abtbischof Salomon III. liess 898 die Kirche St. Mangen erbauen. Der zugehörige Friedhof bestand mindestens seit dem Spätmittelalter und wurde ab 1566 alleiniger Stadtfriedhof. 1876 erfolgte die teilweise und um 1902 die vollständige Aufhebung des Friedhofs. Wenig später wurde die Gewerbeschule errichtet.

Zurzeit werden die menschlichen Skelettreste und die übrigen Grabungsfunde gewaschen, beschriftet und inventarisiert. Später folgt die anthropologische Bestimmung, die neben Daten zu Alter und Geschlecht auch Resultate zu Krankheiten und Verletzungen liefern soll. (sda)

Meist gelesene Artikel

ZUG

Automobilisten missachten Absperrung nach Unfall

LUZERN

Anzeigen können neu per App erstattet werden

ZUG

Mann tot in Toilette entdeckt

URI

47-Jähriger fährt Ferrari zu Schrott

Ikea unterhält in neun Ländern 24 Produktionsstätten und beschäftigt dort rund 20'000 Arbeiter. (Symbolbild)
MÖBEL

Ikea macht seine einzige US-Fabrik dicht

ETH-Rat entlässt Psyikprofessorin. Zum ersten Mal in der Geschichte der ETH wird eine Professorin entlassen.
HOCHSCHULE

ETH entlässt Astronomie-Professorin

Enthält Walnuss und Gluten und ist damit für Allergiker gefährlich: Der von Coop zurückgerufene "Karma"-Hummus.
PRODUKTERÜCKRUF

Coop ruft Hummus zurück

Der beim Zusammenstoss mit einem Reisebus im Mai 2016 beschädigte ICE-Zug. (Archivbild)
BAHNUNFALL

Reisebusfahrer hätte Unfall vermeiden können

Mehr als 1000 Gewehre und viel Munition: In einer Villa in einem Nobelviertel von Los Angeles hob die Polizei im Mai ein riesiges Waffenarsenal aus.
KRIMINALITÄT

Waffenarsenal in US-Villa: Lange Haft droht

Der Kunstsammler Frieder Burda ist am 14. Juli 2019 in Baden-Baden gestorben. (Archiv)
TODESFALL

Frieder Burda starb nach längerer Krankheit

Zur klassischen Ansicht wechseln